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Denkmäler Hamburg-Mitte Hühnerposten 1: ehemaliges Postamt im neuen Glanz

Hühnerposten 1: ehemaliges Postamt im neuen Glanz

Das ehemalige Postamt am Hühnerposten 1 entstand in den Jahren 1902-1906 unter der Leitung des Geheimbaurats Schuppan im historisierenden Stil, angelehnt an Formen mittelalterlicher Backsteinbauten. Es war als Zentralpostamt dem neuen Hauptbahnhof zugeordnet.

Als nach dem Ersten Weltkrieg der Postverkehr erheblich zunahm, wurde eine Erweiterung notwendig. Da die Grundstücksgröße einen breitflächigen Ausbau nicht zuließ, wurde das ehemals zwei- bis dreigeschossige Gebäude in den Jahren 1923-1927 um zwei Voll- und zwei Staffelgeschosse nach Plänen der Postbauräte Schmidt und Thieme in gotisierend expressionistischen Formen aufgestockt.

vergrößern Huehnerposten 1 - Detailansicht Treppe; Fotorechte: Famos Projekt Hühnerposten Detailansicht Treppe (Bild: Denkmalschutzamt Hamburg)

Nach den Bombenschäden des Zweiten Weltkrieges, vor allem im südlichen Bereich der Mittelachse, erfolgte die Wiederherstellung in vereinfachter Form. Das ist insbesondere bei den schlichteren Dachabschlüssen erkennbar.

Abgesehen von diesen Vereinfachungen zeigt das Gebäude heute im Wesentlichen das Gesicht der Erweiterungsphase aus den 20er Jahren. Im Erdgeschossbereich und in den Treppenhäusern sind auch noch Spuren des Altbaus aus der Jahrhundertwende sichtbar.

vergrößern Huehnerposten 1 bei Nacht; Fotorechte: Famos Projekt Hühnerposten bei Nacht (Bild: Denkmalschutzamt Hamburg)

Das so erhaltene Gebäude am Hühnerposten ist ein Zeugnis für die städtebauliche Entwicklung Hamburgs und seiner Infrastruktur. Außerdem dokumentiert es mit seinen noch heute erkennbaren drei Bauphasen die Entwicklung vom historischen "Reichspoststil" über die expressionistische Bauweise der 20er Jahre bis zum Schlichtheitsideal der Nachkriegszeit.

vergrößern Hühnerposten Detail Hühnerposten Detail (Bild: Denkmalschutzamt Hamburg) Mittlerweile restauriert und die Zentralbibliothek der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen beherbergend, wirkt das Gebäude als weithin sichtbare Orientierungsmarke, Blickfang und Visitenkarte am Eingang zur City Hamburgs.