Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Denkmalforschung Neues ältestes Haus Altonas

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Eine wissenschaftliche Altersbestimmung hat ergeben, dass das Fischerhaus in Blankenese schon um 1570 erbaut wurde.

Ältestes Haus Altonas steht in Blankenese

Bislang ging man davon aus, dass die ältesten erhaltenen Fischerhäuser in Blankenese aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammen. Die Backsteinfachwerkbauten mit Reetdach wurden gewöhnlich als Doppelhäuser mit innenliegender Diele errichtet. Neue Erkenntnisse aus der Bauforschung haben jetzt ergeben, dass eines der Häuser deutlich älter ist.  

Beim Fischerhaus Elbtreppe 4-6 steht eine umfassende Denkmalsanierung an. Im Zuge der Bestandsaufnahme wurde eine wissenschaftliche Altersbestimmung durchgeführt. Diese ergab, dass wesentliche Teile des Hauses bereits aus der Zeit um 1570 stammen. Das Fischerhaus ist damit das älteste Wohnhaus Altonas.

Im Laufe der Jahrhunderte sind zwar mehrfach Um- und Anbauten erfolgt, aber entscheidend ist, dass die die Ursprungskonstruktion des Zweiständerhauses im Wesentlichen erhalten ist.   

Die wissenschaftliche Altersuntersuchung erfolgte durch eine sogenannte dendrochronologische Untersuchung. Dazu werden Bohrproben von Holzbauteilen entnommen. Anhand der Abfolge der unterschiedlich dicken Jahresringe kann das Fälldatum und so meist auch das Baujahr bestimmt werden. Wenn möglich sollte die Probe den letzten, äußern Jahresring direkt hinter der Baumrinde mit erfassen. Entscheidend ist aber die Abfolge der Ringe. Für jede Klimaregion liegen spezifische Wachstumskurven vor, mit denen die Proben abgeglichen werden.

Der Hamburger Architekt Alk Arwed Friedrichsen ist mit der Bauforschung des Fischerhauses beauftragt. Im Frühjahr ließ er rund 20 Holzproben entnehmen, die im Archäologischen Institut in Berlin analysiert wurden. Mehr als die Hälfte der Proben ließen zuverlässige Fälldatierungen zwischen 1567 und 1570 zu. Weitere Proben verwiesen auf das späte 18. Jahrhundert.

Für den Ostteil des Hauses, der bis vor kurzem noch vermietet war, entnahm Alexander Krauß vom Denkmalschutzamt weitere Proben. Dass Denkmalpfleger diese Tätigkeiten selbst ausführen, ist ungewöhnlich, doch Alexander Krauß, zuständiger Referent für die Praktische Denkmalpflege in Altona, hat die Zusatzqualifikation eines Holzsachverständigen.

Nach Abschluss der Bestandsaufnahme wird die weitere Sanierungsplanung in Abstimmung zwischen Denkmalschutzamt, Bezirksamt Hamburg-Altona und der Sprinkenhof GmbH vertieft. 

Abendblatt-Redakteur Matthias Schmoock berichtete am 24. Juli 2018 über die neuen Erkenntnisse zur Denkmaldatierung des Fischerhauses.   

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch