Denkmalvermittlung Reeder in Hamburg

Publikationsprojekt des Gymnasiums Klosterschule in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutzamt

Reeder in Hamburg

Schon zum dritten Mal haben Schüler und Schülerinnen der Klosterschule im Archiv und in der Bibliothek des Denkmalschutzamtes geforscht. Nach Hamburgs Bahnhöfen und dem Ingenieur William Lindley stand das Thema „Reeder in Hamburg“ im Fokus.

Deutschland stieg von der Reichsgründung 1871 bis zum Ersten Weltkrieg zur zweitgrößten Industrienation nach den USA auf. Der expandierende Dienstleistungssektor führte besonders in Hamburg zur Verdrängung der Wohnbevölkerung aus der Innenstadt. 16.000 Menschen von den Brookinseln mussten dem in den 1880er Jahren beginnenden Bau der Speicherstadt als größtem und modernsten Logistikzentrum seiner Zeit weichen.

Der Prozess der industriellen Revolution warf um 1850 enorme soziale Probleme auf. Während die Welt dabei war sich zu globalisieren, machten sich viele Europäer auf den Weg nach Amerika, darunter zahlreiche verarmte Menschen und verfolgte Juden. Auch der Handel entwickelte sich rasant.

So expandierten Hamburger Reedereien, andere wurden neu gegründet. Dies spiegelt sich auch in den Gebäuden der größten Reedereien Hamburgs wieder – heute als Teil des baukulturellen Erbes unter Denkmalschutz. Der Firmensitz der Reederei F. Laeisz wurde 1897/98 nach Plänen von Martin Haller, Bernhard Hanssen und Wilhelm Emil Meerwein im Stil der Hannoverschen Architekturschule erbaut. 1899 lässt die Reederei Woermann das „Afrikahaus“ durch Martin Haller entwerfen. Von 1900–1903 beginnt der Bau des Hapag-Hauses am Alsterdamm (der 1947 in Ballindamm umbenannt wurde) durch Martin Haller. 1913 bis 1921 erweitert durch Fritz Höger. Das Slomanhaus, das die Reederei Robert Miles Sloman von 1908 bis 1910 nach Plänen des Architekten Martin Haller errichten ließ, war seinerzeit der größte Kontorhauskomplex am Hafenrand. 1921/1922 wurde es ebenfalls nach Plänen von Fritz Höger erweitert. Alle Gebäude stehen unter Denkmalschutz und werden weiterhin von den Reedereien genutzt.

Das Schülerprojekt, bestehend aus Ausstellung und Publikation wurde koordiniert von Herrn Dr. Ulf Dobers. Die Ausstellung „Reeder in Hamburg, Wille – Persönlichkeit – Erfolg“ wurde Ende Februar 2019 als Abschluss des Projektes in der Klosterschule präsentiert und war ebenfalls zum Welterbefest in der Restaurierungswerkstatt des Denkmalschutzamtes zu sehen.

Jetzt liegt die Publikation vor, die  von der Hapag Lloyd AG und von Dr. Hans-Joachim Gerst unterstützt wurde und ebenfalls als Download zur Verfügung steht.

Erneut hat sich gezeigt, dass außerschulische Lernorte zur Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe anregen und zu ganz besonderen Erkenntnissen führen.

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