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Lehrbauwerk Jugendbauhütte Hamburg

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Erster Jahrgang mit Freiwilligen im Hufnerhaus am Moorfleeter Deich gestartet 

Die Jugendbauhütte Hamburg arbeitet am Hufnerhaus

Das Hufnerhaus am Deich

Ein Jahr nach Luthers Tod (1546) stand es bereits dort, am Moorfleeter Deich in Hamburg-Allermöhe, das Hufnerhaus. Unter seinem großen Reetdach fanden Mensch und Vieh Schutz, das umliegende Land, die Hufe, ernährte beide. Viereinhalb Jahrhunderte später, im Herbst 2015, war das große Haus unbewohnt, windschief, verfallen und sollte abgerissen werden. Dabei existierte bereits ein vom Hamburger Denkmalschutzamt initiiertes Gutachten, das die Einzigartigkeit dieses Flettdielenhauses herausstellte.

Zu diesem Zeitpunkt wurde aus einem Initiativkreis engagierter Denkmalschützer heraus eine GmbH gegründet, eine gemeinnützige, die Jugendbauhütte Hamburg gGmbH. Sie wollte dieses einmalige Haus retten und zum Zentrum einer zukünftigen Jugendbauhütte in Hamburg entwickeln. Sie kaufte in einem komplizierten Tauschverfahren unter Einbindung des Denkmalschutzamtes das Haus dem privaten Besitzer ab und erhielt auf einen entsprechenden Antrag hin Geld zur Notsicherung des Gefüges von der Dt. Stiftung Denkmalschutz. Ohne diese Sicherung wäre das große alte Haus im Winter 2015 zusammengebrochen.

Die Besonderheit des Hufnerhauses besteht in seinem hohen Denkmalwert, auch wenn es äußerlich eher schlicht gehalten ist. In den Jahrhunderten hat es baulich einige Veränderungen und Ergänzungen gegeben, aber große Teile des Innengerüsts stammen aus der Zeit um 1547. Es ist ein Zweiständerbau. Das Innengerüst wird durch zwei Reihen starker Holzständer gebildet, auf denen ein mehrteiliges Rähm ruht. Trotz der Veränderungen im Lauf der Nutzungsgeschichte ist dieses Haus ein wichtiges Denkmal der Kultur bäuerlicher Anwesen auf dem Billwerder und ein hervorragender Zeuge für Hamburgs ländliche Geschichte.

Die Jugendbauhütte Hamburg hat hier im September 2016 an mit dem ersten Jahrgang an Freiwilligen gestartet. Jugendbauhütten, ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, sind Einrichtungen, in denen Jugendliche in einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege arbeiten. Angeleitet von erfahrenen Fachleuten erproben und erlernen sie im Rahmen von Sanierungsprojekten an historischen Bauwerken verschiedene traditionelle Handwerkstechniken in der Denkmalpflege. Durch ihre Tätigkeit für das Denkmal begreifen die Jugendlichen das kulturelle Erbe als Teil ihrer eigenen Geschichte und lernen, den Wert dieses Kulturguts besser zu beurteilen. Praktische und theoretische Arbeiten fließen zusammen. In mehreren über das Jahr verteilten Seminarwochen und an ihrem täglichen Arbeitsplatz, den Einsatzstellen, lernen die Freiwilligen auch Selbstorganisation, Verantwortung und zwischenmenschliches Verhalten.


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