Erinnerungskultur Aufarbeitung des kolonialen Erbes

Aufarbeitung des kolonialen Erbes

Hamburg spielte als Hafen- und Handelsstadt eine zentrale Rolle für die deutsche Kolonialpolitik zwischen 1884 und 1918. Während in Berlin die politischen Entscheidungen getroffen wurden, profitierte Hamburg als globale Drehscheibe kolonialer Rohstoffe, Waren und Mobilität von einem lange vor der staatlichen Kolonialzeit beginnenden und bis in die Gegenwart nachwirkenden Austausch mit „Übersee“. Zahlreiche Orte zeugen noch heute von der koloniale Geschichte der Stadt.

Hamburg stellt sich der Verantwortung für seine koloniale Vergangenheit. Seit Ende der 1990er Jahren haben verschiedene zivilgesellschaftliche Gruppen, unter ihnen insbesondere die Black Communities und People of Color, mit hohem Engagement und großer Kreativität das Thema in die öffentliche Aufmerksamkeit gebracht. Als erste deutsche Metropole hat sich Hamburg 2014 schließlich zur Aufarbeitung dieses schwierigen Erbes entschieden. Noch im selben Jahr wurde an der Universität Hamburg die Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe / Hamburg und die frühe Globalisierung“ eingerichtet, die die wissenschaftliche Grundlage für ein gesamtstädtisches Erinnerungskonzept erarbeitet. Die Hamburger Museen haben in den vergangenen Jahren begonnen, die Kolonialgeschichte Hamburgs neu zu repräsentieren und koloniale Provenienzen von Sammlungsobjekten zu erforschen.

Runder Tisch

De-Kolonisierung kann nur im Dialog und mit der Teilhabe möglichst vieler zivilgesellschaftlicher Gruppen und Communities gelingen. Aus dieser Überzeugung heraus hat die Behörde für Kultur und Medien die Gründung des Runden Tischs Koloniales Erbe angeschoben. Der Runde Tisch soll das zentrale impulsgebende und zuhörende Instrument für die kritische und reflektierte Aufarbeitung des kolonialen Erbes Hamburgs werden. Ziel ist es, an der Entwicklung eines gesamtstädtischen post-kolonialen Erinnerungskonzepts mitzuarbeiten.

„Tansania-Park“

Neben dem Gelände der ehemaligen Lettow-Vorbeck-Kaserne in Jenfeld befindet sich der so genannte Tansania-Park (Wilsonstraße 64-68, 22045 Hamburg) mit dem aus der NS-Zeit stammenden propagandistischen „Deutsch-Ostafrika-Kriegerdenkmal“ („Askari-Reliefs“) und dem „Schutztruppen-Ehrenmal“. 

Aktuell bereitet die Behörde für Kultur und Medien ein Konzept zur Kontextualisierung dieser schwierigen Denkmäler vor. Die Gartenanlage ist verschlossen. Sollten Sie den „Tansania-Park“ besuchen wollen, können Sie sich gerne nach vorheriger Terminvereinbarung einen Schlüssel ausleihen.
Kontakt: Dr. Thomas Overdick


Kontakt

Dr. Thomas Overdick

Referent Museen: Deutsches Hafenmuseum und Viermastbark PEKING, Maritimes Erbe, Koloniales Erbe

Behörde für Kultur und Medien
Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
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