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Koloniales Erbe Hamburg und sein Koloniales Erbe - jüngste Entwicklungen

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Jüngste Entwicklungen der Aufarbeitung des Kolonialen Erbes

Der Startschuss
Nachkommen der Kolonisierten, Black, Indigenous and People of Color (BIPoC) sowie zahlreiche Initiativen und Vereine fordern seit Jahrzehnten eine kritische Beschäftigung mit der Thematik und einen Perspektivwechsel. Hamburg hat sich 2014 mit einem Senatsbeschluss zur Aufarbeitung seiner Kolonialvergangenheit entschieden. Im selben Jahr wurde an der Universität Hamburg die Forschungsstelle "Hamburgs (post-)koloniales Erbe/ Hamburg und die frühe Globalisierung" eingerichtet, die eine wissenschaftliche Grundlage für eine kolonialkritische Erinnerungskultur erarbeiten soll. 2021 hat die Forschungsstelle den Sammelband "Hamburg. Tor zur kolonialen Welt" veröffentlicht.

Seit dem Senatsbeschluss 2014 ist viel passiert. Mit der Gründung des Runden Tischs Koloniales Erbe wurde ein Forum geschaffen, in dem sich alle Interessierten an der Diskussion beteiligen können. Seine offenen Treffen finden zwei Mal im Jahr statt. (Bitte richten Sie Ihre Anmeldung per E-Mail an: jonas.prinzleve@bkm.hamburg.de.) Aus diesem Runden Tisch ging ein Beirat hervor, der die Behörde für Kultur und Medien in allen Fragen zum Kolonialen Erbe berät.

Einzelne Hamburger Museen wie das MARKK oder das Museum der Arbeit haben in den vergangenen Jahren begonnen, Objekte aus kolonialem Kontext neu zu betrachten, deren Herkunft zu erforschen und ihre Häuser zu öffnen. In Ausstellungen und Symposien wird Hamburgs Kolonialgeschichte und der mit ihr verbundene Wiederstand erstmals öffentlich thematisiert.

Das ehemalige Museum für Völkerkunde hat seinen überkommenen Namen geändert und heißt jetzt MARKK (Museum am Rothenbaum - Kulturen und Künste der Welt). Verträge zur Rückgabe von Kunstwerken ("Benin-Bronzen"), die von Kolonialtruppen geraubt worden waren, stehen kurz vor der Unterzeichnung mit den nigerianischen Partner*innen.

2018 empfing Kultursenator Dr. Carsten Brosda eine Delegation der Ovaherero und Nama im Rahmen eines Kongresses der zivilgesellschaftlichen Arbeitsgruppe „Quo Vadis, Hamburg?“ im Hamburger Rathaus. In seiner Willkommensrede bat er sie um Verzeihung für die Verstrickung der Stadt in das Leiden ihrer Vorfahren.

Die Heldenerzählungen rund um das Bismarck-Denkmal im Alten Elbpark und viele weitere Denkmäler, Straßennamen und Gedenkorte werden kritisch betrachtet, sichtbare Veränderungen auf den Weg gebracht.

Ensembles, freie künstlerische Gruppen und Gastkünstler*innen aus aller Welt widmeten sich dem Thema Kolonialismus auf Hamburgs Bühnen, zum Teil auch direkt im Stadtbild, um auf einzelne Orte oder Schicksale aufmerksam zu machen.

Ziel der Aufarbeitung des Kolonialen Erbes in Hamburg ist es zunächst, einen weiten und zustimmenden Resonanzraum zu schaffen. Das Anliegen kommt aus der Zivilgesellschaft und soll auch mit ihrer Beteiligung umgesetzt werden. Das Wissen um das Koloniale Erbe ist vorhanden. Es kann nun über die Expertenkreise hinaus vermittelt werden - anhand konkreter Orte, Bilder und Geschichten. In den Debatten, die derzeit hauptsächlich zwischen Expert*innen stattfinden, sollten viele Menschen mitsprechen. Mit dem geplanten Erinnerungskonzept und seiner Umsetzung entstehen Angebote für die Stadtgesellschaft, dieses Gespräch zu führen.


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