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Projekte Das Hamburger Bismarck-Denkmal und neue Ideen, es zu sehen

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Das Bismarck-Denkmal in Hamburg wird gereinigt

Das Hamburger Bismarck-Denkmal und neue Ideen, es zu sehen

Aktuelles

Grundlegende Informationen

Als das Bismarck-Denkmal im Alten Elbpark 1906 eingeweiht wurde, war es eines von 600 deutschen Denkmälern zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers. Mit den Planungen hatte man bereits einen Tag nach seinem Tod begonnen. Die Granit-Statue mit ihrem begehbaren Sockel ist 34 Meter hoch, die Figur ohne Kopfbedeckung und mit blankem Schwert richtet den Blick stadtauswärts über St. Pauli zur Elbmündung.

Heute können Passanten, am Ende der Reeperbahn spazierend, durch Bäume und Bauzäune kaum die Gesamtwirkung des Denkmals erfassen. Auch seine Bedeutung muss inzwischen aus neuen Blickwinkeln betrachtet werden. Denn es repräsentiert die Politik Otto von Bismarcks ebenso wie die Mythen, die sich um seine Figur ranken. Es trägt die Bismarck-Rezeption der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit in sich. Und die weltweiten Debatten zum Umgang mit kolonial-belasteten Denkmälern haben Bismarcks Rolle als Gründer des deutschen Kolonialreichs große Aufmerksamkeit verschafft.

Bismarck neu kontextualisieren

Die Behörde für Kultur und Medien versteht Denkmäler als Teil unserer Geschichte, die es stets aufs Neue zu befragen gilt. Dem Beschluss von 2014, das baufällige Standbild zu sanieren, steht die Notwendigkeit gegenüber, es neu zu rahmen, um seine komplexe Vergangenheit begreifbar zu machen. Nach über einhundert Jahren hat das starre Monument den Bezug zu einer Stadtgesellschaft verloren, die sich bewegliches, auf Austausch angelegtes Erinnern wünscht. 

Digitale Podiumsdiskussion 2020

"Bismarck neu kontextualisieren“ – unter diesem Motto hat die Behörde für Kultur und Medien am 19. November 2020 zu einem digitalen Podiumsgespräch zum Umgang mit dem Hamburger Bismarck-Denkmal eingeladen. Es diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Initiativen Decolonize Bismarck, Intervention Bismarckdenkmal Hamburg und Bismarck’s Critical Neighbours sowie der Historiker Dr. Ulf Morgenstern von der Otto-von-Bismarck-Stiftung und der Kunsthistoriker Dr. Jörg Schilling. 


Workshops 2021

Auf drei Veranstaltungen dann im Jahr 2021 mögliche aktuelle Kontexte, Veränderungen oder Ergänzungen des Denkmals erörtert. Aus den Gesprächen unter internationaler Beteiligung folgen nun konkrete Pläne: 2022 findet ein Ideenwettbewerb statt. Ziel ist ein künstlerischer Entwurf, der die Frage beantwortet, wie Park und Denkmal neu gesehen werden können. Den Standort St. Pauli sowie die zahlreichen Verweise auf die Kolonialzeit in der Nachbarschaft soll der Entwurf bei seiner Umsetzung ebenso einbeziehen wie die Diskussionen, die das Denkmal zu unterschiedlichen historischen Zeitpunkten begleiteten.

Auf dieser Seite finden Sie im Laufe des Jahres jeweils die aktuellen Informationen zu dem Prozess. Die Veranstaltungen aus dem Jahr 2021 wurden in voller Länge auf Video dokumentiert:

1. Bismarck? Wer wird hier eigentlich geehrt? - Verschiedene Perspektiven auf die politische Person Otto von Bismarck
Beitragende: Naita Hishoono (Namibia Institute for Democracy, Windhoek), Dr. Anna Karla (Universität zu Köln), Dr. Ulf Morgenstern (Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh), Kim Sebastian Todzi (Universität Hamburg), Prof. Dr. David Simo (Université de Yaoundé, Kamerun)
Video auf dem Youtube-Kanal der Senatskanzlei:

 

2. Was macht das Denkmal so schwierig? Beispiele für den Umgang mit Kolonialem Erbe und Ideen zum Bismarck-Denkmal im Alten Elbpark
Beitragende: Dr. Kokou Azamede (University of Lomé, Togo), Dr. Noa Ha (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung Berlin, Deutschland), Hannimari Jokinen (Künstlerin/Kuratorin, Hamburg, Deutschland), Susanna Jorek (Kulturwissenschaftlerin, Universität Leipzig, Deutschland), Alice Procter (Kunsthistorikerin, London, UK)
Video auf dem Youtube-Kanal der Senatskanzlei:

 

3. Postkoloniale Dekonstruktion: Künstlerische Interventionen im Kontext eines vielschichtigen Denkmals. Welche künstlerisch-didaktischen Interventionen sind möglich, notwendig und angemessen?
Beitragende: Prof. Dr. Margit Kern (Kunsthistorikerin, Hamburg, Deutschland), Hybrid Space Lab, Prof. Elizabeth Sikiaridi und Prof. Frans Vogelaar (Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen, Berlin, Deutschland), Dior Thiam (Künstlerin, Berlin), Georges Adéagbo (Künstler/Kurator (Benin/Deutschland), Joiri Minaya (Künstlerin/Kuratorin (New York, USA), Projection Bismarck, Thomas Tode und Birgit Dunkel (Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen, Hamburg), Yolanda Gutiérrez (Künstlerin/Kuratorin, Mexico City/Hamburg)
Video auf dem Youtube-Kanal der Senatskanzlei:


Die geplante Abschlussveranstaltung der Reihe unter dem Titel Decolonize Bismarck?! Wie weiter mit dem Denkmal im Alten Elbpark? (mit Bénédicte Savoy, Kiluanji Kia Henda, Eric Otieno sowie Hamburgs Kultursenator Dr. Carsten Brosda) musste leider aus Krankheitsgründen entfallen.

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