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Hamburg dekolonisieren Stadtweites Erinnerungskonzept beschlossen

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Der Wohlstand in unserer Stadt gründet ganz wesentlich auf dem kolonialen Handel des 17. bis 20. Jahrhunderts. Daraus resultiert eine besondere Verantwortung, die Kolonialgeschichte kritisch aufzuarbeiten. Dafür soll das Erinnerungskonzept die Grundlage bilden.

Was habe ich damit zu tun?

Erinnerungskonzept zum Umgang mit Hamburgs kolonialem Erbe

Kolonialismus in Hamburg

Ein kurzer Blick in die Geschichte
Die über ein Jahrhundert andauernde Zeit des Kolonialismus war geprägt von extremer Gewalt zwischen Europa und den Kolonien in Afrika und Amerika, deren Auswirkungen bis heute Nachwirken. Hamburg profitierte als Handelsmetropole und unterstütze das brutale Vorgehen der Kolonialverwaltungen. Der Wohlstand in unserer Stadt gründet ganz wesentlich auf dem kolonialen Handel des 17. bis 20. Jahrhunderts. Daraus resultiert eine besondere Verantwortung, die Kolonialgeschichte kritisch aufzuarbeiten, der sich die Stadt jetzt stellt.

Spuren des Kolonialismus in Hamburg
Bauschmuck, Straßennamen, Kunstwerke und vieles mehr - in Hamburg zeugen viele sichtbare und begehbare Orte von dieser Epoche des Kolonialismus. Die Entstehungsgeschichte dieser Orte soll nun, direkt vor Ort, zum Beispiel durch Gedenktafeln, sichtbar gemacht werden, damit den Betrachtenden die koloniale Vergangenheit überhaupt erst einmal bewusst werden kann. Nur so können sich im zweiten Schritt auch Denkweisen ändern, die bis heute von kolonialer Ideologie geprägt sind. Das Erinnerungskonzept soll für dieses Vorgehen die Grundlage bilden.

Erste Schritte sind bereits getan
Eine Aufarbeitung, die sich aktiv mit Hamburgs kolonialem Erbe und seinen gesellschaftlichen Folgen beschäftigt, ist eine Aufgabe für die gesamte Stadtgesellschaft. Nach langjährigem Engagement zivilgesellschaftlicher Initiativen hat die Stadt ab dem Jahr 2014 gemeinsam mit weiteren Institutionen und den Initiativen bereits zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht

Das Erinnerungskonzept definiert übergreifende Ziele

Das Erinnerungskonzept bündelt nun erstmals alle Maßnahmen und definiert übergreifende Ziele. "Die Aufarbeitung kann nur gelingen, wenn wir endlich denjenigen zuhören, die Nachfahren von ehemals kolonisierten Menschen sind und die bis heute die Folgen kolonialer Herrschaft auf besondere Weise spüren", so Senator Carsten Brosda. Das Konzept versteht sich daher nicht als statisch, sondern soll in den kommenden Jahren immer weiterentwickelt werden. Hamburg setzt sich fünf grundlegende Ziele:

  1. Wissenschaftliche Aufarbeitung vertiefen
    Die an der Universität Hamburg geschaffene die Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe“ soll fortgesetzt werden. Es geht aber auch um die wissenschaftliche Erforschung der Herkunft und Rückführung von kolonialen Kulturgütern - zum Beispiel die Rückgabe der Benin-Bronzen.
  2. Wissen zum Kolonialismus und seinen Folgen vermitteln
    Für Kitas, Schulen und Berufsschulen werden Bildungsempfehlungen entwickelt. Die Schulbehörde hat die Bildungspläne bereits überarbeitet. Einen wichtigen Beitrag sollen auch außerschulische Lernorte und Bildungsangebote leisten. Die Museen zum Beispiel werden das Thema in ihren Angeboten noch stärker integrieren.
  3. Würdige Formen und Orte des Erinnerns schaffen
    In Hamburg sind in den vergangenen Jahren eine Reihe von Orten des postkolonialen Erinnerns entstanden oder werden momentan entwickelt. Zudem geht die kritische Auseinandersetzung zum Beispiel mit dem Bismarck Denkmal und den Askari Reliefs weiter. Das Staatsarchiv hat bereits eine Fachstrategie zum Umgang mit kolonialen Straßennamen vorgelegt und das Denkmalschutzamt wird bei der Bewertung von Denkmalen die koloniale Bedeutung stärker in den Blick nehmen.
  4. Dialog zu kolonialem Unrecht fördern und zur Versöhnung beitragen
    Insbesondere in der Städtepartnerschaft mit Daressalam ist die koloniale Vergangenheit ein wichtiges Thema. Dieses soll im Rahmen von Austauschprogrammen weiter behandelt und dabei verstärkt auf die Perspektive der tansanischen Partnerinnen und Partner Wert gelegt werden. Auch bei Projekten anderer Städtepartnerschaften soll die Aufarbeitung des Kolonialismus in den Blick genommen werden. 
  5. Initiativen aus der zivilgesellschaftliche stärken
    Zivilgesellschaftliche Initiativen, Projekte und Institutionen sollen unterstützt und angemessene Förderungen erhalten. Zur Stärkung der post- und dekolonialen Erinnerungs- und Gedenkkultur in Hamburg soll eine hauptamtliche Koordinierungsstelle Dekolonisierung eingerichtet werden.

Weiterführende Links:


Kontakt

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Jonas Prinzleve

Referent Dekolonisierung

Behörde für Kultur und Medien
Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
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