Auszeichnung Verleihung des Lessing-Preises 2017 an Juliane Rebentisch und Nino Haratischwili im Rahmen der Lessingtage


Verleihung des Lessing-Preises 2017 an Juliane Rebentisch und Nino Haratischwili im Rahmen der Lessingtage

Den mit 10.000 Euro dotierten Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg erhielt die Philosophin Prof. Dr. Juliane Rebentisch, die an der Hochschule für Gestaltung Offenbach Philosophie und Ästhetik lehrt. Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, überreichte den Preis am 28. Januar im Rahmen der Hamburger Lessingtage im Thalia Theater. Die Laudatio auf Juliane Rebentisch hielt der Publizist Ekkehard Knörer, Herausgeber der Zeitschrift „Merkur“. Die bildenden Künstlerinnen und Performerinnen Anne Imhof und Eliza Douglas, bekannt durch die Arbeit „Faust“ im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig 2017, steuerten einen musikalischen Beitrag zu Ehren der Preisträgerin bei. Mit dem Stipendium des Lessing-Preises, das mit 5.000 Euro dotiert ist, wurde die Autorin Nino Haratischwili geehrt. Die Laudatio sprach Julia Lochte, Chefdramaturgin des Thalia Theaters. Das Theaterensemble gratulierte mit einer Szene aus der Bühnenversion von Haratischwilis Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Der Lessing-Preis und das dazugehörige Stipendium gehen in diesem Jahr an zwei Frauen, deren unabhängiges und aufklärerisches Denken an den Scharnieren unserer Gesellschaft ansetzt: Juliane Rebentisch beleuchtet in ihrer Forschung unter anderem, wie sich Macht innerhalb einer Demokratie inszeniert. Als engagierte Intellektuelle im Geiste Lessings scheut sie dabei die Auseinandersetzung nicht, sondern hält beispielsweise der aktuellen Kunstkritik einen Spiegel vor. Nino Haratischwili verwandelt mit Poesie und Opulenz Familiengeschichten in Zeitgeschichte und hat sich längst als unverzichtbare Stimme in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur etabliert. Lessing, den Aufklärer und Schöpfer unvergesslicher Frauenfiguren, hätte die Entscheidung für die beiden Preisträgerinnen sicher begeistert.“

Juliane Rebentisch, Jahrgang 1970, studierte Philosophie und Germanistik an der Freien Universität Berlin und promovierte 2002 an der Universität Potsdam. 2010 habilitierte sie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Ästhetik, Ethik und politische Philosophie. Sie ist Mitglied des Kollegiums am Frankfurter Institut für Sozialforschung sowie bis 2018 amtierende Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ästhetik. Seit Oktober 2011 ist Juliane Rebentisch Professorin für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Gestaltung Offenbach.

Nino Haratischwili ist eine preisgekrönte Dramatikerin, Theaterregisseurin und Autorin des Familienepos „Das achte Leben (Für Brilka)“, erschienen 2014 in der Frankfurter Verlagsanstalt. Der Roman wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, vielfach ausgezeichnet und ist als Bühnenversion unter der Regie von Jette Steckel am Thalia Theater in Hamburg zu sehen. Außerdem verfasste Nino Haratischwili die Romane „Juja“ (2010, Verbrecher Verlag) und „Mein sanfter Zwilling“ (2011, Frankfurter Verlagsanstalt).

Der Lessing-Preis gehört zu den traditionsreichsten deutschen Kulturpreisen und wurde 1929 vom Hamburger Senat anlässlich des 200. Geburtstages von Gotthold Ephraim Lessing gestiftet. Er wird alle vier Jahre an Schriftsteller oder Gelehrte verliehen, die sich im Sinne Lessings den Maximen der Aufklärung verpflichtet fühlen und in ihrer Arbeit zum Ausdruck bringen. Die Stipendiaten sollen zudem eine besondere Beziehung zur Stadt Hamburg haben.

Mehr Information zu Hamburger Kulturpreisen finden Sie unter www.hamburg.de/bkm/kulturpreise

Kontakt

Dr. Antje Flemming

Literatur, Autorenförderung, Förderung des literarischen Lebens

Behörde für Kultur und Medien
Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
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