Eine Collage mit unterschiedlichen Motiven aus Hamburgs Kulturlandschaft wie z.B. der Elbphilharmonie oder der im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellten ehemaligen Spiegel-Kantine.
30.09.2020

Moin, 

mit großen Schritten nähern wir uns dem Hamburger Herbst und damit auch den nass-kühlen Tagen, die man gerne im Trockenen verbringt. Wir können Ihnen daher den Besuch in den Hamburger Museen nur ans Herz legen. Die Räume sind trocken, die Ausstellungen sind es nicht! 

Heute eröffnet die Ausstellung „Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand“ im Museum der Arbeit. Für unsere Rubrik „3 Fragen an...“ haben wir mit dem Kurator, Christopher Nixon über die Bedeutung der Ausstellung für Hamburg gesprochen, die, gemeinsam mit ihrem umfangreichen Begleitprogramm, einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte über den Umgang Hamburgs mit seiner kolonialen Geschichte und zur Diskussion über die langfristigen Folgen kolonialer Herrschaftsstrukturen leistet. 

Max Beckmann und Gender? Klar! Die Hamburger Kunsthalle untersucht mit der Ausstellung „Max Beckmann. männlich-weiblich“ die zahlreichen, oft widersprüchlichen Rollen von Weiblichkeit und Männlichkeit in seiner Kunst. Und wer mal sehen will, mit welcher Kunst sich der Altkanzler Helmut Schmidt umgeben hat, ist im Ernst-Barlach-Haus richtig: Hier bietet die Ausstellung „Kanzlers Kunst" ab dem 4. Oktober Einblicke in Schmidts private Schätze. Und besonders freuen wir uns, dass Sie bis zum 18. Oktober in der Sammlung Falckenberg, jeden Sonntag von 12 bis 17 Uhr, Arbeiten der bildenden Künstlerinnen und Künstler sehen können, die in den Jahren 2018 und 2019 mit einem Hamburger Arbeitsstipendium ausgezeichnet wurden.

Sie sehen, es geht so einiges in der Hamburger Museumslandschaft. Nutzen Sie den Herbst für den Besuch mindestens einer der Ausstellungen. Räume ergehen, Kunst sehen, sich wundern und neue Eindrücke verarbeiten. Es lohnt sich! 

Bleiben Sie neugierig! 

Ihre Pressestelle

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Am Museum für Hamburgische Geschichte ist ein Sammlungsprojekt gestartet, das die Veränderungen in der Stadt durch die Coronakrise dokumentiert und sammelt. Welche Bereiche unseres Alltags beeinflusst die Pandemie momentan und was wird sie nachhaltig beeinflussen? Hamburgerinnen und Hamburger sind aufgerufen, Gegenstände, Dokumente, Fotos und Geschichten ans Museum zu schicken, um das Geschehen in der Stadt festzuhalten.

Die Frage nach dem Umgang mit Verkehrsflächen, die nach Personen mit einer möglichen NS-Belastung benannt sind, ist nicht nur eine historische, sondern auch eine politisch-moralische. Das Staatsarchiv hat sich in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Einzelfällen beschäftigt. Die Behörde für Kultur und Medien hat nun eine Kommission, bestehend aus Expertinnen und Experten für erinnerungspolitische Fragestellungen, berufen, die einheitliche Entscheidungskriterien für den Umgang mit NS-belasteten Straßennamen in Hamburg entwickeln und gegebenenfalls Empfehlungen zu möglichen Umbenennungen aussprechen soll. „Die Kommission wird uns nicht nur Hinweise zum Umgang mit NS-belasteten Straßennamen geben, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung unserer Geschichte leisten“, so Senator Carsten Brosda.

Die Politik- und Kulturzeitschrift „Kursbuch“ ist eine Schatzkiste für neue Perspektiven. In der September-Ausgabe schreiben fünfzehn Autorinnen und Autoren über das Leben und Überleben in Zeiten der Corona-Pandemie – darunter auch Carsten Brosda, der von den Herausgebern Armin Nassehi und Peter Felixberger interviewt wurde. In seinem Beitrag geht es um das Überleben der Kultur in Zeiten der Krise. „Kunst muss ihre Aufgabe und ihre Beiträge zu einer Gesellschaft erfahrbar machen. Dabei kann Kulturpolitik als Übersetzerin helfen“, so Brosda. Was die Politik nicht darf: „sich anmaßen über künstlerische Qualität zu entscheiden“.

Wenn’s läuft, dann läuft’s! Seit knapp einer Woche bringt uns das Filmfest Hamburg wieder die große Welt des Kinos nach Hamburg. In fünf Hamburger Kinos werden über 70 Filme gezeigt, darunter preisgekrönte Werke von den Festivals aus Venedig, Cannes und Toronto oder die Regiedebüts von Bjarne Mädel und Moritz Bleibtreu. „Es fühlt sich total gut an und ist toll, dass das Filmfest stattfindet“, sagte Bleibtreu zur Premiere seines Filmes. Parallel sind viele Filme online auf der Plattform „Streamfest Hamburg“ zu sehen. Ein Fest für’s Kino, analog oder digital, und noch bis zum 3. Oktober.

Noch sind Elefant und Giraffe alleine in der neuen Kinder-Leseecke, aber das wird sich ab morgen ändern! Dann wird der neue Standort der Bücherhalle feierlich eingeweiht: Kroonhorst 11 lautet die Adresse für ein neues öffentliches Wohnzimmer der Stadt. Dort ist mehr Platz für neue Ideen und Formate. Es darf in Hülle und Fülle gelesen werden! Und Lesen ist ja für den Geist, was Gymnastik für den Körper ist – so hat es zumindest der englische Publizist Joseph Addison vor langer Zeit einmal formuliert. Auf der Einweihungsfeier wartet dann aber noch mehr Action: Games können ausprobiert werden und man kann sich dank neuester Technologie in fremde Welten beamen. Also nix wie hin! Wir wünschen der Bücherhalle einen guten Start und freuen uns über das neue Wohnzimmer in Osdorf!

Vergangene Woche feierte das ScoopCamp, veranstaltet von nextMedia.Hamburg und der Deutschen Presse-Agentur dpa, seine 12. Ausgabe – im designxport und digital. Carsten Brosda überreichte den Scoop Award virtuell, aber von Herzen, an Jeff Jarvis. Der Journalismus-Professor wurde aus New York zugeschaltet. In seiner Laudatio sprach Carsten Brosda über aktuelle Herausforderungen für den Journalismus: Wie ragt er aus aktivistischer Kommunikation heraus? Wie bewahrt sich Journalismus Haltung in immer beschleunigteren Kontexten? Für den Preisträger des ScoopAwards Jeff Jarvis ist klar: „We need to rebuilt journalism from the ashes”.

Die Vortragsreihe „Butter bei die Fische" richtet sich diesmal als Online-Ausgabe an alle Freiberuflerinnen, Freiberufler und Gewerbetreibenden der Hamburger Kreativwirtschaft. Aufgrund der Corona-Pandemie findet diese nicht vor Ort im Oberhafenquartier statt. Stattdessen präsentiert die Hamburg Kreativ Gesellschaft ausgewählte Themen als Online-Veranstaltung über Zoom. In kurzen Impulsvorträgen vermitteln Expertinnen und Experten Grundlagenwissen zur beruflichen Selbstständigkeit. Die Expertinnen und Experten nehmen dabei Bezug auf Auswirkungen der Corona-Krise und beantworten Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Teilnahme ist kostenlos.

1. Warum ist die Ausstellung „Grenzenlos. Kolonialismus, Industrie und Widerstand“ gerade in Hamburg so wichtig? 
Wie die hamburgischen Kaufleute hat sich auch die Industrie des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in Hamburg an den europäischen und deutschen Kolonien bereichert. Aus dem dort unter Zwang und Gewalt gewonnenen Kautschuk etwa wurden in Fabriken in Barmbek und Harburg Schuhe und Hartgummikämme massenhaft hergestellt. Die in diesen Produkten zunächst unsichtbaren und tatsächlich menschenverachtenden kolonialen Arbeitsregime erzwingen eine öffentliche Aufarbeitung. Erst dann lässt sich die deutsche Kolonialzeit und die hamburgische Industriegeschichte als Teil des kolonialen „Erbes“ sowie unsere heutige Konsumgesellschaft in ihren neokolonialen Zusammenhängen angemessen und ohne Beschönigungen bewerten. 

2. Wessen Perspektiven fließen in die Ausstellung mit ein? 
Die Ausstellung ist zunächst zusammen mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen entwickelt worden und möchte insgesamt einen Perspektivwechsel erreichen. Bewusst hat das Ausstellungsteam deshalb auf lange Firmengeschichten und Unternehmerbiografien aus Hamburg verzichtet. Die in den Kolonien arbeitenden Menschen stehen zusammen mit den (post-)kolonialen Widerständler*innen im Fokus. Man begegnet ihnen überall im Raum auf lebensgroßen Fahnen, die in ihrem zurückgeworfenen Blick die koloniale und hegemoniale Machtachse brechen. Es erscheint zudem ein die Ausstellung begleitendes Bookazine, das die intersektionalen Stimmen und pluralen Perspektiven von insgesamt 30 Fotograf*innen, Illustrator*innen und Autor*innen of Color zusammenbringt.

3. Was möchten Sie im nächsten Newsletter lesen?
Ein Gedicht von Alok V. Menon.

[Anmerkung: Warum bis zur nächsten Ausgabe warten? Unten geht's direkt weiter mit dem Gedicht "There will be elegance in my ending" von Alok V. Menon.]

Gern gelesen:

THERE WILL BE ELEGANCE IN MY ENDING
September 29, 2019

„the days that i am most heart broken i wear the boldest colors. 

at a fundamental level it’s about dignity. 

you will not see me go down without a fight! 

i might be sinking — but my fall will be stylized, choreographed, + well manicured. there will be elegance in my ending. 

a commitment to glamor is how i continue even when the future seems tenuous + brittle + naive. 

maybe it is naive, but that evening i moisturized my face with tears + i put on my heels + i played pretend until i believed my own performance. in a world that dispossesses me of so much, give me that! 

and this is not about artifice. there is nothing more real than finding beauty in the places that have been abandoned by the patriarchal machinations which extract our genius + disregard us when done. 

like a fruit rind. 

but we decompose + come back. always. somehow. 

when i am gutted at the end of the world, i put on my lipstick + remind myself: even trash is a renewable resource — teeming with life. 

beautiful, grotesque, visceral, life."

- Alok V. Menon

Gern gehört:
„Das Haus der eigenen Eltern mag man weniger als das der Großmutter", so Anna Joss, Leiterin des Denkmalschutzamtes Hamburg im Gespräch mit Matthias Fischer. In der neuen Folge des Podcasts Bleicherfunk sprechen die beiden unter anderem über Nostalgie, die Logik des Bauens und darüber, dass sich Denkmal- und Klimaschutz nicht ausschließen.

Was außerdem gesagt werden musste: 
Aus dem Gästebuch des Schmidts Tivoli: 
O. und C. | Paradiso  16.09.20
„Hallo ihr Lieben! Wir waren nach langen Monaten der kulturellen Enthaltsamkeit endlich mal wieder in einem Theater. Danke an das Schmidts Tivoli für diesen gelungenen Abend in diesen gar nicht so leichten Zeiten! Alles top organisiert zur Sicherheit Aller, wir wurden mit Fürsorge betreut und auf der Bühne tolle Künstler, die ihr Herzblut gaben. Super! Wir freuen uns schon auf das nächste Mal.“


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