Eine Collage mit unterschiedlichen Motiven aus Hamburgs Kulturlandschaft wie z.B. der Elbphilharmonie oder der im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellten ehemaligen Spiegel-Kantine.
30.10.2020

Moin,

Improvisation als Dauerzustand - so sahen die vergangenen Monate für die Kulturinstitutionen und Kreativen aus. Seit Mittwoch wissen wir nun, dass auf Grund der rapide steigenden Infektionszahlen ab Montag für die kommenden vier Wochen noch eine Schippe in Sachen Improvisation drauf gelegt werden muss. Wir müssen uns (wieder) die Frage stellen, wie die künstlerische Infrastruktur unserer Stadt gesichert werden kann, wenn die physischen Orte, an denen wir uns als Gesellschaft ausleben können, in den hoffentlich nur temporären Winterschlaf gehen?

Klar ist, dass dies weniger mit den Kultureinrichtungen selber zu tun hat, als vielmehr mit dem allgemeinen Ziel, generell für eine bestimmte Zeit Kontakte zu vermeiden. Denn wir müssen die Infektionswelle brechen. Klar ist aber auch, dass sich in den letzten Tagen manch einer etwas vergaloppiert hat bei der Sortierung des gesellschaftlichen Lebens. Kultur ist so viel mehr als Freizeit! „Ich hab‘ kurz geguckt, ob ich Freizeitsenator heiße", so Kultursenator Carsten Brosda Mittwoch im Interview mit Deutschlandfunk Kultur. Und ja, wir gehen in unserer Freizeit in die Theater, Opern- und Konzerthäuser der Stadt, besuchen Ausstellungen und Kinos, lassen uns von Musik in den Clubs der Stadt verführen - aber wir brauchen Kultur als Weg des gesellschaftlichen Austauschs. Ganz besonders brauchen wir dafür diejenigen, die Kultur mit Leidenschaft für und mit uns gestalten. Wie emotional und wirtschaftlich arm wäre Hamburg ohne seine Künstlerinnen und Künstler!

„Corona ist eine doofe Oma", so dichtete jüngst der fünfjährige Frederik I., der eigentlich nur nette Omas kennt. Wo er recht hat, hat er recht.  

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Die Infektionslage in Deutschland ist dramatisch. Deshalb müssen nun die Dinge getan werden, die notwendig sind, um das Infektionsgeschehen möglichst zu brechen. Dabei geht es weniger darum, die Kulturorte an sich zu schließen, die in den letzten Monaten mit viel Kreativität, Engagement und Verantwortungsbewusstsein bewiesen haben, dass sie auch unter den Bedingungen der Pandemie gut und sicher arbeiten können. Es geht vielmehr allgemein darum, die Kontakthäufigkeit einzuschränken und dafür generell für vier Wochen innezuhalten. 

Einen solchen Schritt können wir aber gesellschaftlich und auch wirtschaftlich nicht beliebig oft wiederholen. Daher müssen wir diesen Monat jetzt dringend dazu nutzen, alles dafür zu tun, dass möglichst schnell wieder das kulturelle Leben stattfinden kann und die Stimme der Künstlerinnen und Künstler weiter gehört wird. 

Die konkreten Beschlüsse treffen die Kultur hart. Denn natürlich ist Kultur nicht nur Freizeitgestaltung, sondern schafft Räume und Anlässe zur Arbeit am gesellschaftlichen Sinn. Dass diese nun geschlossen werden müssen, trifft die Künstlerinnen, Einrichtungen und das Publikum hart. Denn gerade jetzt brauchen wir künstlerische und kulturelle Beiträge zum gesellschaftlichen Gespräch über diese sehr besondere Zeit. Wir müssen sie so gut es geht organisieren und ermöglichen – hoffentlich ab Dezember dann auch wieder im realen Leben. 

Und natürlich ist die Kultur ein relevanter Wirtschaftszweig, nach Beschäftigtenzahlen der zweitgrößte in Deutschland. Es ist daher gut, dass die Bundesregierung gestern auch deutlich gemacht hat, dass sie den betroffenen Selbstständigen, Unternehmen und Vereinen für den November 75 Prozent des Ausfalls gegenüber dem Vorjahresmonat erstatten will. Das muss jetzt schnell umgesetzt werden und dort ankommen, wo es am dringendsten nötig ist, damit wir auch in dieser schwierigen Zeit die kulturelle Vielfalt erhalten.

- Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien 

Ab Montag, den 2. November sind bis zum 30. November unter anderem alle Theater, Opern, Kinos, Konzerthäuser, Museen, Planetarien und der Tierpark in Hamburg geschlossen. 
Das hat der Hamburger Senat heute im Nachgang der Entscheidung der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin entschieden. Dies bedeutet nicht, dass diese Orte in den vergangenen Wochen unsicher waren oder es dort zu nachweislichen Infektionen gekommen ist. Im Gegenteil: die Umsetzung der Hygienekonzepte in den Kulturinstitutionen hat funktioniert. Insgesamt geht es jetzt jedoch darum, dass wir unsere Kontakte in den kommenden Wochen einschränken.

Weiterhin geöffnet sind Bibliotheken (Bücherhallen), Archive, Stadtteilkulturzentren und Bürgerhäuser. Sonderveranstaltungen finden dort trotz Öffnung jedoch nicht statt. Für anwesende Personen gelten die allgemeinen Hygienevorgaben und eine Maskenpflicht. Bitte informieren Sie sich auf der Website der jeweiligen Institution zu den Öffnungszeiten und den geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen.

Alle aktuellen Infos werden im Laufe des Wochenendes eingestellt unter www.hamburg.de/corona 

542 Bewerbungen aus 75 Ländern – das neu aufgelegte internationale Residenzprogramm im Westwerk Hamburg ist auf große Resonanz gestoßen. Aus den Bewerbungen hat eine unabhängige Jury nun acht internationale Stipendiatinnen und Stipendiaten ausgewählt, für die es in 2021 und 2022 nach Hamburg geht. Für jeweils drei Monate können die Künstlerinnen und Künstler mietfrei in der Wohnung im Westwerk leben und erhalten während ihres Aufenthalts zusätzlich von der Behörde für Kultur und Medien eine monatliche Aufwandspauschale in Höhe von 800 Euro. Die künstlerische Zukunft planen wir trotzdem weiter! #MehrKultur 

Es gibt sie noch, die Tanzlustbarkeit! Gemeinsam mit ihrem Team „Antje Pfundtner in Gesellschaft" (APiG), mit dem die Hamburger Choreographin neben Bühnenstücken und Produktionen mit Kindern und Jugendlichen seit vielen Jahren auch innovative Formate zum Thema Gastgeberschaft entwickelt, erhielt Antje Pfundtner die „Ehrung für herausragende künstlerische Entwicklung im Tanz 2020". „Durch ihren unermüdlichen Einsatz für die Verbesserung der Zusammenarbeit von Tanzschaffenden hat sie, verbunden mit ihren im besten Sinne sparten- und generationenübergreifenden kreativen Impulsen, schon vieles von dem realisieren können, was sie als Ziel ihrer Arbeit mal eine ,nachhaltige Selbstermächtigung´ der Szene“ genannt hat", so die Begründung der Jury. Und: für den deutschen Theaterpreis „Der Faust" ist Antje Pfundtner in diesem Jahr auch nominiert! Herzlichen Glückwunsch.

Die Behörde für Kultur und Medien vergibt 2020 einmalig eine „Zukunftsprämie für unabhängige Verlage aus Hamburg“ in Höhe von insgesamt 155.000 Euro. Damit werden gezielt unabhängige Verlage unterstützt, da diese durch die Corona-Pandemie erhebliche wirtschaftliche Einbußen hinzunehmen haben. Prämiert werden der inhaltliche Anspruch des Verlagsprogramms sowie das Engagement im Umgang mit der Corona-Krise. Bis zum 9. November 2020 können sich unabhängige Verlage mit einem Sitz in Hamburg und einem maximalen Nettojahresumsatz von zwei Millionen Euro bewerben. 

1. Seit 2007 begleitet das Buchstart Projekt die einjährigen Kinder bei den ersten Schritten in die wunderbare Welt der Bücher. Mit Buchstart 4 ½ wird das Projekt nun weiterentwickelt. Was begeistert Sie an dem Projekt? 
Wir Seiteneinsteigerinnen lieben Bücher und halten sie für unverzichtbar für eine gute persönliche Entwicklung. Dass wir mit Hilfe der Stadt sowie weiteren wichtigen Förderern Bücher in nahezu jede Hamburger Familie bringen können, unabhängig von Herkunft und sozialem Status – das begeistert uns wirklich sehr. Gemeinsam können wir so einen unendlich wichtigen Beitrag zur Bildungs- und Chancengleichheit der Hamburger Kinder leisten. 

2. Gerade findet das 16. Lesefest „Seiteneinsteiger“ statt. Welche Änderungen gibt es in diesem Jahr und vor welchen Herausforderungen steht die „Freie und Lesestadt Hamburg“ aktuell? 
Coronabedingt konnten wir 2020 nur wenige Präsenzveranstaltungen realisieren und haben uns deshalb völlig neue Veranstaltungsformate wie „1 Klasse liest 1 Buch“, „Ab an die frische Luft!“, „Hamburg liest!“, „WORT-Expedition“ oder „Schul(hof)lesungen“ ausgedacht. Die bisherigen Rückmeldungen sind sehr positiv, bestimmt werden wir auch nach Corona einige der Formate beibehalten. 2021 blicken wir mit gemischten Gefühlen entgegen und hoffen, dass die Stadt auch in schwierigen Zeiten Wege findet, bestehende kulturelle Bildungskonzepte abzusichern.

3. Was würden Sie im nächsten Newsletter gerne lesen? 
Dass sich am 20. November, dem bundesweiten Vorlesetag, alle 223 Hamburger Grundschulen an unserer Vorleseaktion beteiligen – und die Kinder beim Mitmach-Gedicht der Hamburger Autorin Andrea Schomburg (das wir demnächst an die Schulen verschicken) lauthals & lustig mitreimen!

Gern gesehen:

Ob Hamburgs Planetarium, die Laubenganghäuser in Dulsberg oder die Jarrestadt - Klinker im Hamburger Format prägen das Stadtbild. Einblicke in die Arbeit der Menschen, die sich für den Erhalt von Hamburgs rotem Erbe einsetzen, bietet die NDR nordstory. Für diese fundierte und mitreißend erzählte Reportage erhält "nordstory"-Autor Uli Patzwahl den Journalistenpreis des Deutschen Preises für Denkmalschutz.


Was außerdem gesagt werden musste:

"Wer sich jetzt für die Kulturbranche echauffiert - prima. Noch besser: kauft Bücher, Musik, Tickets für digitales Streaming, Merch, liked ihre Pages & sagt weiter, was Euch gefällt. Bezahlt Kreativität, damit sie zukünftig erhalten bleibt u zwar mit Geld, nicht nur mit Worten", twittert Karla Paul (@Buchkolumne).


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