Eine Collage mit unterschiedlichen Motiven aus Hamburgs Kulturlandschaft wie z.B. der Elbphilharmonie oder der im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellten ehemaligen Spiegel-Kantine.
11.11.2020

Moin,

Solidarität – die ist in diesen Tagen wieder ganz besonders gefordert. Und die ist in Hamburg zum Glück sehr lebendig und hat ein starkes Herz für die Kultur!

Am Tage vor den neuerlichen Schließungen taten sich viele Akteure und Akteurinnen aus der Kultur (derzeit verboten) mit bischöflicher Unterstützung der Kirche (derzeit erlaubt) im Thalia Theater zusammen, um einen ersten und leider auch zunächst letzten gemeinsamen Gottesdienst der Künste miteinander zu feiern. Erstaunlich wie gut Kirche und Kultur mit kultursenatorablen Fürbitten und bischöflichem Segen auf der Theaterbühne zusammenpassen! Vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die zwischen Senator Brosda und Bischöfin Fehrs auch gleich in einer gemeinsamen Podcastfolge vertieft wurde.

Schon sehr geübt ist in Hamburg die Solidarität zwischen der Kulturszene und Mäzenen. Bereits zum zweiten Mal unterstützen Dorit und Alexander Otto die Kultur in der Corona-Zeit. Dieses Mal mit einer Million Euro für den Hilfsfonds „Kultur hält zusammen“, der vom 13. bis 20. November über www.kulturstiftung-hh.de beantragt werden kann. „Dorit und Alexander Otto leisten mit ihrer Unterstützung einen wichtigen Beitrag, um die kulturelle Vielfalt in Hamburg zu erhalten“, freut sich Carsten Brosda über die großartige Unterstützung.

Und was war sonst? Viel Leere auf den Bühnen, in den Kinos und in den Museen und umso mehr Tatendrang bei den Künstlerinnen und Künstlern und in den Kultureinrichtungen, von dem wir Ihnen auch hier wieder erzählen wollen.

Bleiben Sie solidarisch!

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Kunst und Kultur befinden sich seit Anfang November wieder in einem weitgehenden Lockdown. Um zumindest die finanziellen Folgen abzumildern, hat der Bund mit der Novemberhilfe ein umfangreiches Hilfspaket beschlossen. Antragsberechtigt sind direkt von den temporären Schließungen betroffene Unternehmen, Betriebe, (Solo-)Selbständige, Vereine und Einrichtungen. Sie können Zuschüsse in Höhe von bis zu 75 Prozent des durchschnittlichen Umsatzes im November beantragen. Solo-Selbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen. Die Anträge sollen nach Angaben des Bundes zeitnah über die bundeseinheitliche IT-Plattform der Überbrückungshilfe gestellt werden können (www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de). Detaillierte Informationen gibt es auf der Website des Bundesfinanzministeriums.

Foto: Christiane Freilinger

Manchmal braucht man einen langen Atem! Vor sieben Jahren haben sich die Länder unter anderem auf Initiative Hamburgs auf den Weg gemacht, den alten Rundfunkstaatsvertrag durch einen neuen Medienstaatsvertrag zu ersetzen, der berücksichtigt, dass wir nicht mehr nur in Röhrenfernseher schauen, sondern heute Medien vor allem über das Internet rezipieren. Jetzt ist der neue Vertrag in Kraft getreten. Carsten Brosda: „Mit dem neuen Medienstaatsvertrag sichern wir die Freiheit der Medien und schaffen zugleich mehr Transparenz für einen aufgeklärten Umgang mit der Medienvielfalt.“

Wie hast du’s mit der Religion? Und wie mit der Musik? In der dritten Folge unseres Podcasts „Mit Wenn und Aber“ spricht Carsten Brosda mit Bischöfin Kirsten Fehrs über Kunst, Kirche und Kommunikation. Wir lauschen einem Choral aus dem 17. Jahrhundert: „Wie soll ich dich empfangen“, getextet von Paul Gerhardt. „Wie soll ich dich empfangen und wie begegn‘ ich dir?“ heißt es hier – das kann sich auf Gott beziehen, muss es aber nicht. Vielmehr stellen wir uns die Frage tagtäglich selbst, wenn wir auf andere Menschen treffen und unsicher sind ob der Begrüßung. Eine solche Unbeholfenheit – die auch entsteht, wenn derweil beim Abendmahl ein Equipment aus Spuckschutz und Gebäckzange nicht fehlen darf – schafft jedoch auch Nähe. „An der Grenze entsteht Erkenntnis“ sagt Kirsten Fehrs. Und die geteilte Erkenntnis dieses Jahr ist wohl unumstritten, welch ein Segen reale Begegnungen sind.

Aktives Erinnern und Gedenken – das ist ab Freitag in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit einem neuen, aktiven Denkmal möglich. Angehörige ehemaliger Häftlinge haben den „Ort der Verbundenheit“, einen internationalen Erinnerungsort zur Mitwirkung für Angehörige, zusammen mit dem Studio Experimentelles Design an der Hochschule für bildende Künste Hamburg entwickelt. Mit individuell gestalteten Plakaten erzählen sie die Geschichten ihrer verfolgten Familienmitglieder und laden dazu ein, die Plakate vor Ort zu vervielfältigen und so die Erinnerung lebendig zu halten. „Dieser sich stetig weiter entwickelnde Ort lebendigen Erinnerns kann Besucherinnen und Besucher anregen, sich die weiterhin spürbaren Auswirkungen von Hafterfahrungen auf nachfolgende Generationen zu vergegenwärtigen“, sagt der Leiter der KZ-Gedenkstätte Oliver von Wrochem. „Eine großartige Initiative und ein wichtiges gesellschaftliches Zeichen!“


Foto: Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte

„Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum - besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“ Weise Worte, die Willy Brandt 1992 fand. Und leider passen sie nur zu gut ins Heute. So wird sich beim 21. Ratschlag Stadtteilkultur, der vom 9. bis zum 13. November stattfindet, in diesem verzwickten Jahr zum brandaktuellen Thema „ON/OFF und dazwischen“ ausgetauscht – online. Worin steckt die Kraft der Stadtteilkulturzentren, welche Antworten müssen jetzt gefunden werden? Wie gelingt Öffnung wenn alles geschlossen ist? Welche Strategien sind auf der Höhe der Zeit? 15 Sessions und vier Keynotes sind insgesamt am Start, eine davon von Carsten Brosda. 

Am 13. November startet das Internationale Festival des deutschen Film-Erbes, cinefest, unter dem Titel „Kino, Krieg und Tulpen. Deutsch-Niederländische Filmbeziehungen“. In Windeseile haben die Organisatoren ein digitales Programm ausgebrütet. Kleiner als das Programm, das eigentlich im Metropolis Kino stattgefunden hätte, aber oho! Eine dichte Auswahl an Exil-Filmperlen aus den 1930er Jahren wird dank der Kooperation mit dem Eye Filmmuseum in Amsterdam ab dem 13. November online frei verfügbar sein. Auch der Internationale Filmhistorische Kongress findet dieses Jahr online statt. Hier ist eine Vorab-Akkreditierung erforderlich. Wir wünschen ein gelukkig Festival!

"Ich will euch nur sagen, dass es gefährlich ist, zu lange zu schweigen“, sagte schon Pippi Langstrumpf. „Die Zunge verwelkt, wenn man sie nicht gebraucht."  Was dagegen hilft? Vorlesen zum Beispiel! Am 20. November steigt wieder Deutschlands größtes Vorlesefest. Der bundesweite Vorlesetag setzt jedes Jahr ein Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens und begeistert kleine und große Leserinnen und Leser für Geschichten. Mitmachen ist ganz einfach: Alle, die Spaß am Vorlesen haben, schnappen sich einen Text und lesen anderen etwas vor. Für kleine Hamburger Leserinnen und Leser in den Grundschulen hat die Autorin Andrea Schomburg eigens ein Mitmach-Gedicht verfasst, zum Lesen, Reimen und Weiterdichten. Ein Vorgeschmack: „Am Vorlesetag, am Vorlesetag/da liest man vor, wie’s jeder mag.“  Das ganze Gedicht steht ab dem 17. November online auf www.lesefest-seiteneinsteiger.de.

1. Sie haben sich bereits zu Beginn der Pandemie an dem Hilfsfonds „Kultur kennt keinen Shutdown“ beteiligt. Nun unterstützten Sie nochmal mit einer Million Euro den Hilfsfonds „Kultur hält zusammen“ in Kooperation mit der Hamburgischen Kulturstiftung. Was bedeutet Ihnen gerade in dieser Zeit die Kultur in Hamburg?
Kultur bereichert mit ihrer großen Angebotsvielfalt nicht nur unser aller Leben. Sie übernimmt auch wichtige gesellschaftliche Funktionen in Bezug auf Identifikationsstiftung, Wertevermittlung, Integration, Inklusion und einen lebendigen Dialog. Umso wichtiger ist es, dass wir in dieser herausfordernden Zeit Künstlerinnen und Künstlern helfen, dass sie ihrer Arbeit weiter nachgehen können und wir Möglichkeiten schaffen, die Arbeiten einem Publikum zugänglich zu machen. Wir möchten mit unserer Aktion „Kultur hält zusammen“ helfen, dass Kultur nicht verstummt, sondern eine starke Stimme behält. Das ist wichtig für die Künstlerinnen und Künstler, genauso aber für unsere ganze Gesellschaft.

2. An wen richtet sich der neue Hilfsfonds?
Unsere Hilfsaktion „Kultur hält zusammen“ richtet sich an freie Künstlerinnen und Künstler aller Sparten, die aufgrund ihrer Einkommenssituation im Zuge der Corona-Pandemie in ihrer Existenz bedroht sind und in Hamburg leben oder schwerpunktmäßig hier arbeiten. Dazu zählen Soloselbstständige, die eine freie künstlerische oder kulturschaffende Tätigkeit ausüben. Gern können sich auch Künstlerinnen und Künstler mit Projekten bewerben, die gemeinsam an einem Vorhaben arbeiten. Einzelkünstlerinnen und -künstler erhalten 2.000 Euro, Gruppen 4.000 Euro. Wir freuen uns über jede Idee, suchen aber insbesondere Projekte, die auch Menschen erreichen, welche beispielsweise sozial benachteiligt sind oder isoliert leben müssen.

3. Was würden Sie gerne im nächsten Newsletter lesen?
Nur zu gern würde ich lesen, dass sich die Situation für die Kultur deutlich entspannt hat. Schön wäre aber auch, wenn unsere Hilfsaktion zum Optimismus in der Kulturszene beiträgt, die Kultur mehr Aufmerksamkeit als zuletzt findet und noch mehr Förderer die Kultur unterstützen.

Gern gelesen:

„Denn wer Kultur mit Unterhaltung und Zerstreuung gleichsetzt, zerstört jene Fundamente, auf die demokratische offene Gesellschaften gegründet sind“, schreibt Senator Carsten Brosda zu den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern für November in einem Gastbeitrag für Zeit online.

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