Eine Collage mit unterschiedlichen Motiven aus Hamburgs Kulturlandschaft wie z.B. der Elbphilharmonie oder der im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellten ehemaligen Spiegel-Kantine.
27.11.2020

Moin, 

„Licht am Ende des Tunnels“ – selten hörten wir dieses adventliche Bild so gerne wie heute. Der aktuelle Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder ist dann vielleicht unter kultureller Sicht doch eher ein Teelicht am Ende des Elbtunnels, aber immerhin. In diesem so verkorksten Jahr 2020 wollen wir uns auch über kleine Dinge freuen. 

Nachdem die Kultur im letzten Beschluss noch zusammen mit Bordellen und anderen Freizeiteinrichtungen (…) geschlossen wurde, wird nun doch immerhin der besondere Stellenwert von Kunst und Kultur erkannt und betont. Der Beschluss sagt, dass auf Grund der Bedeutung der Kunstfreiheit, die Kultureinrichtungen wieder öffnen sollen, sobald das Infektionsgeschehen dies zulässt und beauftragt die Kulturminister, „hierfür eine Strategie zu erarbeiten, die den notwendigen Vorlauf und hinreichende Planungssicherheit gewährleistet.“

Wie wir unseren „Kulturminister“ kennen, wird dies nun schnell und gerne zusammen mit den betroffenen Kultureinrichtungen geschehen. 

Neben diesem „Teelicht“ wirken die Nachrichten aus der Impfstoffforschung schon fast wie ein Flutlicht am Ende des Tunnels. Wir drücken den Forscherinnen und Forschern weiter die Daumen und sehen in unseren Träumen schon hoffnungsvoll das Glitzern der ersten sich drehenden Discokugel. 

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Ab sofort kann die sogenannte Novemberhilfe beantragt werden. Sie richtet sich an die Unternehmen, (Solo-) Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen, die von den aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie besonders betroffen sind und im November schließen mussten, beziehungsweise von den Schließungen erheblich betroffen sind. Nach den gestrigen Bund-Länder-Beschlüssen wird die Novemberhilfe zudem in den Dezember verlängert. „Wir werden weiterhin alles tun, dass diese Hilfen zielgerichtet vom Land ergänzt werden und auch über den November hinaus wirken. Dabei ist es wichtig, dass wir möglichst schnell wieder die Produktion von Kunst und Kultur fördern, denn wir brauchen gerade jetzt die künstlerische Intervention", so Kultursenator Carsten Brosda. 

Das Start-up Blockchain My Art wurde im Rahmen des Music WorX Pitch der Hamburg Kreativ Gesellschaft mit dem Music-WorX-Preis für junge, innovative Unternehmen aus der Musikbranche ausgezeichnet. Der Förderpreis, welcher 2020 bereits zum zehnten Mal verliehen wurde, ist mit 5.000 Euro dotiert. Blockchain My Art überzeugte die achtköpfige Fachjury mit ihrem Konzept einer auf Blockchain-Technologie basierenden App, die Produktionsketten und Verteilungsschlüssel bei Kultur-Events transparent macht – und zwar sowohl für Organisatorinnen und Organisatoren als auch für das Publikum. Herzlichen Glückwunsch!

Im Rahmen der Städtepartnerschaft mit der Landeshauptstadt Dresden schreibt die Freie und Hansestadt Hamburg ein Reisestipendium nach Dresden aus. Ziel dieses Artist-in-Residence-Programms ist es, der Stipendiatin/ dem Stipendiaten die Gelegenheit zu bieten, die speziellen Angebote der Grafikwerkstatt Dresden für die künstlerische Arbeit zu nutzen. Es geht aber auch darum, die Kunstszene vor Ort kennenzulernen, Kontakte aufzunehmen und zu vertiefen, Ideen und Anregungen auszutauschen. Bildende Künstlerinnen und Künstler können sich bis zum 8. Januar 2021 für das Stipendium bewerben. Klare Reiseempfehlung!

Mit einer Förderung in Höhe von rund 850.000 Euro unterstützt der Senat private Hörfunkanbieter aus Hamburg, denen während der Corona-Pandemie viele Werbeeinnahmen weggebrochen sind. Die Mittel wurden im Rahmen des Bundesprogramms „Neustart Kultur“ zur Förderung von privaten Hörfunkanbietern zur Verfügung gestellt. Sechs Hörfunkanbieter aus der Hansestadt, die erhebliche Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr nachweisen konnten, haben entsprechende Anträge auf Förderung gestellt und diese bewilligt bekommen. 

Hamburg und Schleswig-Holstein starten im kommenden Jahr das einjährige Tanzprojekt tanz.nord, um gemeinsam neue Publikumsstrukturen und Orte für die Tanzszene zu erschließen. Gefördert wird tanz.nord mit Mitteln aus dem Programm „Neustart“ des Bundes und der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, die je 10.000 Euro beisteuern. Für das Projekt, für das sich Tänzerinnen und Tänzer aus beiden Bundesländern bewerben können, stehen insgesamt 260.000 Euro zur Verfügung. Vier Projektpartner stehen hinter der Idee zu tanz.nord: der Dachverband freie Darstellende Künste Hamburg e.V. (DfdK), das Tanz und Performance Netzwerk Schleswig-Holstein (TuP.SH), K3 – Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg und das Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe (KuB). Wenn die Grenze zu unserem Nachbarbundesland dann auch dauerhaft geöffnet bleibt, steht diesem regen Austausch nichts im Wege! 

Als die Ausstellung „Tattoo-Legenden" am 27. November 2019 im Museum für Hamburgische Geschichte eröffnete, war Corona in Hamburg noch kein Thema. Ach, schön war's! Als die Museen dann im März schließen mussten, schien all die Arbeit, die in die Vorbereitung der Ausstellung floss, umsonst. Das Museum reagierte auf die Veränderungen des Lockdowns mit einem digitalen Rundgang durch die Ausstellung, realisiert von Absolute Reality. Nun wurde der digitale Rundgang durch die Ausstellung mit dem Gold Annual Mutlimedia Award in der Kategorie Events im Internet ausgezeichnet. Und natürlich kann die Ausstellung auch während der aktuellen und leider andauernden Schließung der Museen online besucht werden. ​​​​​​​

Mit dem Cross Innovation Lab schafft die Hamburg Kreativ Gesellschaft im Frühjahr 2021 erstmals einen Experimentierraum, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Kreativen und Unternehmen Lösungen für komplexe Fragestellungen rund um das Thema Klima und Nachhaltigkeit entwickeln. Ziel sind nachhaltige Strategien, Produkte, Prozess- und/oder Serviceinnovationen, um die negativen Auswirkungen unseres Handelns auf das Klima zu verringern. Bis zu sechs Unternehmen werden durch einen mehrmonatigen Innovationsprozess geführt. Sicher nicht ganz uninteressant: Die Leistungen der Kreativschaffenden werden vergütet.

1. In diesen Zeiten als Kulturpolitiker Präsident des Deutschen Bühnenvereins werden. Wie schmerzhaft wird der Spagat? 
Im Bühnenverein sind ja nicht nur die Theater und Orchester über die künstlerische Ebene Mitglieder, sondern auch die Gesellschafter und die Träger. Insofern trägt der Verband diese zwei Rollen in sich. Ich sehe darin vielmehr die Chance, Kultur und Politik wieder näher zusammenzubringen. Eine Nähe, die zum einen gesellschaftlich dringend notwendig ist, um Kunst und Kultur mehr Gehör zu verschaffen und die zum anderen gerade in dieser Zeit hilfreich sein kann, um die vor uns stehenden Herausforderungen, die Kultur möglichst unbeschadet aus dieser Zeit zu bekommen, dringend gebrauchen können. Insofern schmerzen die gegenwärtigen Umstände, nicht aber der Spagat.

2. Worauf kommt es Ihnen in der neuen Aufgabe vor allem an? 
Kurzfristig wird es sehr darum gehen, die Rolle und Bedeutung von Kunst und Kultur in der öffentlichen Debatte und mit Blick auf die derzeit notwendigen Einschränkungen deutlich zu machen. Wenn wir dann wieder über Lockerungen reden, muss klar sein, dass auch aufgrund des besonderen Ranges der Kunstfreiheit in unserer Verfassung Kulturorte vorrangig zu öffnen sind. Mittel- und langfristig stehen viele weitere wichtige Themen auf der Agenda: Wie gehen wir mit Vielfalt um? Wie gehen wir mit der Digitalisierung um? Wie gehen wir mit Machtstrukturen um? Wie schaffen wir eine bessere soziale Sicherung im Kulturbetrieb? Das sind alles Themen, die in den kommenden Jahren nichts an Aktualität und Dringlichkeit verlieren werden.

3. Was möchten Sie im nächsten Newsletter lesen? 
Die ersten Tickets für die vielen wiedereröffneten Kulturorte waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft!  

Gern gesehen:

Schaurig schön! Auf und hinter der Bühne, an bisher unbekannten Orten des Grauens im Deutschen SchauSpielHaus, präsentiert uns das Ensemble Gespenstergeschichten. Die ersten beiden Folgen von "Haus der Geister" sind jetzt online. Mit Charly Hübner, Lina Beckmann und Rosemary Harden... 

Zum Nachschauen:

Am 19. November fand auf Einladung der Behörde für Kultur und Medien unter dem Motto „Bismarck neu kontextualisieren" ein [sehr engagiertes] digitales Podiumsgespräch zum Umgang mit dem Hamburger Bismarck-Denkmal mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Initiativen statt. 


Was außerdem gesagt werden musste:

„Was bei vielen Kol­leg*innen nach PR-Kalkül müffeln würde – zumal in einer Stadt, die sich so gerne als Popstandort in Szene setzt –, wirkt bei Brosda verblüffend glaubwürdig", schreibt Alexander Diehl in der taz zum Podcast „Mit Wenn und Aber" von und mit Carsten Brosda.

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