Eine Collage mit unterschiedlichen Motiven aus Hamburgs Kulturlandschaft wie z.B. der Elbphilharmonie oder der im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellten ehemaligen Spiegel-Kantine.
10.12.2020

Moin,

Glühwein, Eierpunsch und was sich sonst noch so an Alkohol erhitzen lässt, darf nun also auch nicht mehr verkauft werden. Wer diese Ausschanksbeschränkungen Corona-konform umgehen will, der befülle sich zu Hause seine Thermoskannen und Flachmänner mit Kinderpunsch „to go“ und lasse den menschlichen Hindernisparcours in Alsternähe hinter sich. Es gibt da eine wunderbare Alternative in Form einer neuen Podcast-Folge von „Denkmal im Wandern" im gründerzeitlichen Generalsviertel, die einen erkenntnisreichen Aufenthalt an der frischen Luft verspricht. Es geht dann dieses Jahr auch mal ohne beschwingte Glühwein-Hotspots. 

Nicht verzichten kann unsere demokratische Gesellschaft allerdings auf einen qualitativ hochwertigen und attraktiven öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Schon klar, manch ein Tatort und volksmusikalische Weihnachtsshows gefallen nicht allen, aber die Welt ist bunt und bei den Sendern passiert ja auch so viel mehr. Mit Blick auf den „ungeheuerlichen Vorgang“ in Sachsen-Anhalt spricht sich Mediensenator Carsten Brosda derweil erneut für ein Neu-Denken der Finanzierung des Rundfunksystems aus. 

Ohne Literatur geht in der kalten Jahreszeit sowieso nichts. Daher empfehlen wir wärmstens die Gewinnerinnen und Gewinner der Hamburger Literaturpreise 2020.

Klar ist, es geht leider weiter mit der gemeinsamen Kraftanstrengung und den kulturellen Entzugserscheinungen, das hat die Bundeskanzlerin erneut sehr deutlich gemacht. Um klare Botschaften geht es auch in der neuen Podcast-Folge von „Mit Wenn und Aber". Carsten Brosda und Frank Spilker von den „Sternen" widmen sich hier dem Mangel an Fragen und dem Überfluss an Ausrufezeichen. 

Hoffentlich geht das Corona-Virus in den Weihnachtsurlaub (und steht nicht so auf besinnliche Festtage).

Herzliche Grüße
Ihre Pressestelle 

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In der neuen Podcast-Folge geht es um die große Frage: Wie ist etwas gemeint? Wollen zum Beispiel Songs wie „Du musst gar nichts“ oder „Was hat dich bloß so ruiniert“ auf eine klipp und klare Botschaft hinaus? Nein. Kunst gibt keine strenge Richtung vor, sondern öffnet Interpretationstüren. Damit kennt sich nicht nur Frank Spilker formidabel aus, sondern auch Friedrich Holländer, dessen „Jroschenlied“ wir in dieser Folge hören. Musik balanciert zwischen Unterhaltung und Tiefsinn. Es geht dabei oft darum, auf kluge Art und Weise Mainstream herzustellen. So ähnlich wie in der Politik, die vernünftig nach Mehrheiten strebt. Kunst aber darf Fragen stellen, ohne sie beantworten zu müssen. Fürwahr, das ist in der Politik nicht gerade zu begrüßen. Und dennoch gilt für Carsten Brosda: Wir haben einen Mangel an Fragen und zu viele Ausrufungszeichen. Wir müssen uns als Gesellschaft immer wieder damit auseinandersetzen, wie wir mit der Vielfalt, die uns umgibt, umgehen.

Sechs Autorinnen und Autoren, drei Übersetzerinnen und Übersetzer und eine Comic-Zeichnerin wurden von der Kulturbehörde für ihre herausragenden literarischen Arbeiten in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik – Drama – Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic, Buch des Jahres sowie Literaturübersetzungen ausgezeichnet. „Buch des Jahres" ist Benjamin Maacks „Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein", in dem er von seinem Leben mit Depressionen berichtet. „Die zahlreichen Bewerbungen für die Hamburger Literaturpreise zeigen, wie wichtig diese Preise sind, mit denen wir sowohl etablierte Autorinnen und Autoren auszeichnen als auch noch zu entdeckende Stimmen. Die Preise helfen Autorinnen und Autoren, ihre Verlage zu finden – und umgekehrt", so Kultursenator Carsten Brosda. 

Wo sieht Hamburg noch aus wie vor 100 Jahren? Was ist der Unterschied zwischen einem Einzeldenkmal und einem Denkmal-Ensemble? Und was hat Denkmalpflege eigentlich mit Fahrradständern und Mülltonnen zu tun? In dieser Folge geht Kristina Sassenscheidt vom Denkmalverein Hamburg mit Christoph Bartsch spazieren, der im Hamburger Denkmalschutzamt die Städtebauliche Denkmalpflege betreut. Der einstündige Rundgang durch das gründerzeitliche Generalsviertel beginnt und endet am Café "Ufer", Bismarckstraße 151 und ist weitgehend barrierefrei.

Im Interview mit SPIEGEL online plädierte Mediensenator Carsten Brosda schon vor einiger Zeit dafür, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und seine Finanzierung ganz neu gedacht werden müssen. „Wir brauchen auch in Zukunft einen qualitativ hochwertigen und attraktiven öffentlich-rechtlichen Rundfunk als eine starke Säule unseres Mediensystems", so Carsten Brosda. Gemeinsam mit den Ländern müsse sichergestellt werden, dass alle ihrer Verantwortung für eine demokratische Medienordnung gerecht werden. „Der Vorschlag für eine moderne Flexibilisierung des Auftrags, eine maßvolle Budgetierung des Finanzbedarfs und eine moderate Indexierung des Beitrags liege auf dem Tisch. Er hätte die Situation in Sachsen-Anhalt verhindern können", so Brosda zur aktuellen Situation.  Schade, dass der Vorschlag seinerzeit gescheitert ist.

1. Ein Buch über seine eigenen Depressionen zu schreiben erfordert Mut. Wann fiel die Entscheidung, dass aus den Notizen, die während Ihres Aufenthalts in der Klinik entstanden sind, ein Buch werden soll? 
Als ich nach zehn Wochen im Krankenhaus und zwei Monaten Tagesklinik wieder nach Hause kam, war ich noch immer schwer depressiv. Ich konnte mich so wenig leiden, dass ich vor meinen beiden Kindern und meiner Frau in die Werkstatt im Keller floh. Dort schreibe ich auch. Aber am Anfang waren die zwei Stahltüren zwischen mir und der Familie wichtiger. So wie ich war, wollte ich mich ihnen nicht antun. Um irgendwas zu tun, begann ich meine Notizen aus der Klinik in ein Word-Dokument zu schreiben. Irgendwann traute ich mich dann, zu denken, dass darin vielleicht ein Text steckt.

2. Ihr Arbeitszimmer ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Werkstatt. Was bedeutet dieser Ort für Sie, gerade während einer weltweiten Pandemie?
Als Autor bedeutet er für mich: Schreiben ist Handwerk. Ein total komplexes, faszinierendes, manchmal verstörendes Handwerk. Aber keine Zauberei und nichts Besonderes. Jetzt während Corona bin ich oft mit den Kindern in der Werkstatt. Die können viele Freunde und Freundinnen nicht treffen. Deshalb gehen wir manchmal runter und machen dort irgendeinen schönen Quatsch, nageln irgendwas zusammen, basteln Ritterschwerter. Quatsch machen – ist ja auch eine Sache, die beim Schreiben ungeheuer wichtig ist.

3. Was möchten Sie im nächsten Newsletter lesen?
Dass ab Februar ein Festival stattfindet, bei dem jeden Abend andere KünstlerInnen für eine faire Gage einen Auftritt in ihrem Wohnzimmerauftritt streamen. Hamburger MusikerInnen aus Pop, Indie, Rock, HipHop, Klassik. Hamburger AutorInnen, TänzerInnen und SchauspielerInnen. Und alle KünstlerInnen, die ich grad vergessen hab. Jeden Abend um eine feste Uhrzeit. Für einen festen Eintritt. Bis die Corona-Beschränkungen überstanden sind.

Gern gesehen:

Am Sonntag, den 13. Dezember um 16 Uhr lädt das Fundus Theater seine Gäste in den virtuellen Theatersaal ein. Gezeigt wird „Tri Tra Trullala – Kasperl Melchior Balthasar", ein derb-lustiges Krippenspiel an dem auch fromme Nonnen nicht ganz unbeteiligt sein sollen. Also, in den eigenen vier Wänden mit Heißgetränken & Weihnachtskeksen gemütlich machen und besinnlich drauf los streamen! 


Was gesagt werden musste:

„Kommt er bei einer Veranstaltung an, fehlt im das ,Hoppla-hier-komm-ich!´, das viele Politiker pflegen. Carsten Brosdas Ausstrahlung ist dezent, freundlich, unaufdringlich. Er wirkt wie einer, der lieber am Rand steht und anderen zuschaut, die performen. Bis er sprechen darf. Dann blüht der Mann auf. Da wird kein Bogen um das Entschiedene gemacht, sich stets positioniert." So schreibt es Till Briegleb im Porträt über Carsten Brosda in der Süddeutschen Zeitung. 


Was außerdem gesagt werden musste:

„Erfahrungsgemäß sinken mit zunehmendem Alkoholkonsum die Bereitschaft und die Fähigkeit, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.“ Begründen die erfahrungsgemäß großartigen und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen der für die Bezirke zuständigen Wissenschaftsbehörde das diesjährige Ende des Glühweinverkaufs. 

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