Eine Collage mit unterschiedlichen Motiven aus Hamburgs Kulturlandschaft wie z.B. der Elbphilharmonie oder der im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellten ehemaligen Spiegel-Kantine.
07.10.2021

Moin,
first things first, zum Thema der Stunde: Wir wissen auch noch nicht, wer Kanzler wird. Haben da aber so eine Ahnung… 
    

… noch da? Gut, schließlich haben in den vergangenen Wochen nicht nur die Wahlen und deren Ergebnisse die Gemüter in Wallung versetzt. Denn nicht zuletzt durch 2G wird sie immer mehr gestillt: die Sehnsucht nach den rauschhaften Kulturerlebnissen. Es bewegt sich etwas, wir hören wieder so viel mehr als Corona-Updates, Streaming-Dienste und unsere leidigen eigenen Gedanken. Das Hinhören ist nicht immer leicht, zugegeben. Antisemitismus, Rassismus, Misogynie… Alles leider immer noch da, genau wie vor der Pandemie, manches sogar stärker als zuvor. All das kann nun nicht nur, es muss thematisiert werden – wir alle sind wieder wach und mit uns die Kultur! Da ist zum Beispiel das Filmfest Hamburg, das von himmelhoch jauchzend bis zum Tode betrübt kann, oder das Junge SchauSpielHaus, das mit „Making of Sophie Scholl“ seine allererste Premiere am neuen Standort am Wiesendamm feiern konnte. Die Kulturszene bricht wieder auf und es entstehen neue Orte wie das Theaterzentrum in Barmbek, es erwachen Inspiration, Mut und Lebensgeister. Und mit denen sind wir gut dafür gewappnet, die gesellschaftlichen Herausforderungen anzugehen.
Also aufstehen und den Kulturrausch selbst erleben, geimpft oder genesen! 


Auf dem Sprung grüßt Sie herzlich
Ihre Pressestelle!

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Vor drei Jahren wurde sie unter dem Gründungsvorsitz von Carsten Brosda ins Leben gerufen, die Kulturminister-Konferenz. Wichtige Themen hat sie in den letzten Jahren angestoßen und auch gestern wieder die nächsten Schritte zur Aufarbeitung des Kolonialen Erbes beschlossen. Zusammen mit dem Bund und den kommunalen Spitzenverbänden hat man sich zudem darauf verständigt, die Regularien für den Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen flexibler zu gestalten. Künftig soll auch eine freiwillige Beschränkung der Besucherkapazität bei Veranstaltungen als Grundlage für eine Förderung anerkannt werden. Kultursenator Brosda begrüßt diese Flexibilisierung: „Die Antragszahlen zeigen, dass der Fonds einen wichtigen Beitrag dazu leistet, dass Kulturveranstaltungen wieder stattfinden können. Es ist ein wichtiges Zeichen an die Branche, dass es künftig möglich sein soll, auch Hilfen zu zahlen, wenn ein Veranstalter zwar theoretisch eine Veranstaltung zu 100 Prozent auslasten könnte, sich aber auf Grund eines freiwilligen Hygienekonzeptes zu einer Beschränkung entschließt. Dies ist insbesondere für die Veranstalter wichtig, die Rücksicht auf noch immer besorgte Besucherinnen und Besucher nehmen wollen.“

Was Akteurinnen und Akteuren der Freien Musikszene einer dynamischen Musikstadt wirklich hilft, sind oftmals nicht warme Worte, sondern konkrete Unterstützung. Deshalb werden auch dieses Jahr, nun zum fünften Mal infolge, 600.000 Euro zur Verfügung gestellt, um Halt zu geben, Innovation zu befeuern und das kulturelle Leben in der Stadt zu stärken. Gefördert wird die Durchführung von Konzepten und Projekten, die einen professionellen künstlerischen Standard und hohe programmatische Qualität gewährleisten. Künstlerinnen und Künstler erhalten somit die Möglichkeit, ihre Werke durch eine Förderung von 5.000 bis hin zu 55.000 Euro zu erarbeiten und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die 27 Projekte, mittlerweile von einer Fachjury ausgewählt, reflektieren den immensen Facettenreichtum der Musikstadt.

… fragt das Festival, das vom 21. bis zum 24. Oktober stattfinden wird. Es steht für eine diverse Stadtgesellschaft und möchte über das Mittel der Kunst erforschen, wie solidarisches Zusammenleben in Vielfalt gelingen kann. Darüber hinaus sieht sich fluctoplasma als Plattform und Akteur in der Gestaltung eines diversitätssensiblen, postmigrantischen, europäischen Kanons und hat zum Ziel, langfristig an einer Veränderung des europäischen Kulturbetriebs mitzuwirken. Zentrum ist in diesem Jahr das Schlagwort „faultlines“ (Konflikt) und damit die Wut – nicht zuletzt mit Blick auf Hanau, Halle, Black Lives Matter, Corona oder Antiasiatischen Rassismus.

1. 2019 haben Sie mit Ihrer Idee für "Stigma" den von der Kulturbehörde ausgeschriebenen Wettbewerb für eine künstlerische Intervention zum Gedenkort Stadthaus gewonnen. Welche Reaktionen erhoffen Sie sich?
Stigma begegnet den Passant*innen der Stadthausbrücke unerwartet im Alltag. Sie betreten das Bodenrelief unwillkürlich beim Gang über die Brücke; sie sehen und spüren die Veränderung des Bodens im selben Moment. Die Arbeit drängt sich so als Erfahrung auf und führt unweigerlich zur Frage über den Sinn oder Unsinn der Bruchspur: Warum fand genau hier eine offensichtlich mutwillige Zerstörung statt, die als Narbe sichtbar bleibt? Warum tritt diese verstörende Narbe ausgerechnet im gerade elegant fertig restaurierten Stadtraum vor den Stadthöfen auf? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen führt mitten hinein in die Geschichte des Stadthauses und die Geschichte des Umgangs mit seiner NS-Vergangenheit.


2. Anders als zunächst geplant, soll Stigma jetzt von der Ecke Stadthausbrücke/Neuer Wall bis zur Brücke über den Bleichenfleet entstehen und nicht über die Brücke führen. Welche Auswirkungen hat das auf das Mahnmal?
Ursprünglich sollte sich die Arbeit vom Neuen Wall bis zum Lesesaal in den Stadthöfen hinstrecken. Der Umstand, dass wir das Brückenbauwerk aus technischen Gründen leider nicht in derselben Form bearbeiten können wie den restlichen Weg, hat zur Neukonzeption und Präzisierung des Entwurfs geführt. Wir haben das Bodenrelief auf den markantesten und einen der historisch brisantesten Eingänge des ehemaligen Stadthauses hin ausgerichtet: den Eingang zum Palaishof und das Turmgebäude am Neuen Wall. Kunstwerk und Gebäude und Geschichte treten in dieser Version klarer und entschiedener in den Dialog.


3. Was möchten Sie im nächsten Newsletter lesen?
Da wir ja erst am Anfang des Kunstwerkprozesses stehen, der sich über die nächsten zwei Monate hinziehen wird und der übrigens von den Passant*innen öffentlich verfolgt werden kann, möchten wir vor allem lesen, dass die Arbeit große Fortschritte macht. Und dass sie weiterhin irritiert, strittig bleibt und reichlich Anlass für Diskussionen gibt!

Gern besuchen:

Oh, wie schön ist das Museum für Kunst und Gewerbe! Besonders jetzt, mit der Ausstellung zu Janoschs Lebenskunst. Der Zeichner, Illustrator und Autor ist im März dieses Jahres neunzig Jahre alt geworden und zu seinen Ehren wurden alle versammelt. Vom kleinen Tiger über Günter Kastenfrosch bis hin zu Onkel Poppoff… Es wird mit ungewöhnlichen Möbeln und Räumen zu einem humorvollen Dialog mit Janoschs Werk eingeladen – und eine Geburtstageinladung ausschlagen macht man nicht.
PS: Genau hinhören, wer da Emil Grünbär vorliest!

Wo sich ein - digitaler - Besuch ebenfalls lohnt:

Beim Youtube-Kanal des Hamburger Senats. Auf diesem ist nämlich unter anderem das Video zum 3. Workshop zur Neu-Kontextualisierung des Bismarck-Denkmals im Alten Elbpark zu finden. International renommierte Künstlerinnen und Künstler, Kunstkollektive und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gingen im Workshop den Fragen nach, welche künstlerischen Interventionen in Bezug auf genanntes Denkmal möglich, notwendig und angemessen wären wie ein dekolonisierendes Vermittlungskonzept für das Monument aussehen könnte. Die Aufzeichnung all dessen finden Sie hier.

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Hohe Bleichen 22
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