Eine Collage mit unterschiedlichen Motiven aus Hamburgs Kulturlandschaft wie z.B. der Elbphilharmonie oder der im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellten ehemaligen Spiegel-Kantine.
20.10.2021

Moin,

leider können wir uns nicht immer aussuchen, wer neben uns sitzt. Das gilt bei Hochzeitsfeiern und im deutschen Bundestag gleichermaßen. Bleibt nur, das Beste daraus zu machen und bei einer von beiden Zusammenkünften den Weg des diplomatischen Smalltalks zu wählen. Nicht, dass der komische Onkel einen noch zum Tänzchen in Form eines Demokratie-Limbos auffordert. 

Wie dem auch sei, für ein gelingendes Aufeinandertreffen im öffentlichen Raum braucht es jedenfalls alle drei Ampelphasen. Mal ermöglicht das System den anderen Vorfahrt, mal ist man selbst am Zug. Klar, manchmal hat man auch trotz gut gemeinter Ampelschaltungen keine freie Fahrt, weil einfach zu viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterwegs sind.
Freie Sicht auf Kunst und Kultur hingegen gibt es am 31. Oktober in über 30 Hamburger Museen und Ausstellungshäusern. Am Tag der Reformation heißt es in diesem Jahr wieder #seeforfree. Nachdem der Aktionstag 2020 coronabedingt nicht stattfinden konnte, sind die Hamburgerinnen und Hamburger in diesem Jahr erneut eingeladen, Stadtgeschichte, Kunst und Kultur in den Museen, Ausstellungshäusern und Gedenkstätten der Stadt bei freiem Eintritt zu entdecken und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Wahrnehmen, zuhören, austauschen und neugierig bleiben. Für die Teilnahme am Straßenverkehr vielleicht ein bisschen zu viel verlangt. Schadet aber auch nicht.


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Mit Triennale Expanded wird im Rahmen der 8. Triennale der Photographie Hamburg eine Plattform für die lokale Hamburger Fotografie-Szene geschaffen. Ziel des Programms ist, die Hamburger Fotoszene in all ihrer Vielfalt für das lokale, aber auch das nationale und internationale Publikum sichtbar zu machen und einen temporären Raum für den Austausch und die Begegnung mit Fotografie in und aus Hamburg zu schaffen. Künstlerinnen und Künstler mit Arbeits- und Lebensmittelpunkt sowie Wohnsitz in Hamburg können sich bis zum 1. Dezember auf eine Förderung bewerben. Gesucht und ausgewählt werden Projekte, die sich innovativ mit dem Medium Fotografie auseinandersetzen und Bezug auf das zentrale Thema „Currency“ nehmen. Ausstellungen, aber beispielsweise auch interdisziplinäre, performative oder diskursive Veranstaltungsformate können eingereicht werden. Die Projekte sollen im Zeitraum des Festivals, also vom 2. bis zum 6. Juni 2022, stattfinden, können aber auch darüber hinaus präsentiert werden. Die maximale Fördersumme beträgt 3.500 Euro pro Projekt.

Morgen Abend, 21. Oktober, findet im Museum für Hamburgische Geschichte eine Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 40. Jahrestags der Eröffnung des „Dokumentenhaus Neuengamme“ statt. „Mit dem 1981 eröffneten ‚Dokumentenhaus‘ wurde die Grundlage für eine lebendige, arbeitende Gedenkstätte am Ort des ehemaligen KZ Neuengamme geschaffen. Gerade auch vor dem Hintergrund des aktuellen Rechtsextremismus wollen wir daran erinnern, dass Gedenkstätten keine Selbstverständlichkeit sind, sondern mühsam erkämpft und verteidigt werden müssen“, so Dr. Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Das Programm des Abends macht die Bedeutung des Dokumentenhauses für die Entwicklung der Hamburger Erinnerungskultur deutlich und lässt im Rahmen eines Podiumsgesprächs Zeitzeuginnen und Zeitzeugen der Gründungsphase und Erinnerungsaktivistinnen und -aktivisten zu Wort kommen. Eine Anmeldung zur 2G-Veranstaltung ist erforderlich und hier möglich: https://t1p.de/4wdj.

Nach mehr als zwei Jahren intensiver Planung und öffentlicher Diskussion hat der Senat am Dienstag den Rahmenplan für das rund 80 Hektar umfassende Gebiet, das sich von der nördlichen Veddel über das westliche Rothenburgsort bis ins südliche Hammerbrook erstreckt, angenommen. Rund um die Billhorner Brückenstraße sieht der Rahmenplan neue Quartiere vor, die künftig vor allem von innovativem Gewerbe sowie von Kultur- und Kreativwirtschaft geprägt werden sollen. Auf der nördlichen Veddel ist die Weiterentwicklung des Veddeler Marktplatzes vorgesehen, mit Erhalt des denkmalgeschützten Zollhallen-Ensembles. 
Alle Details erfahren Interessierte auch in einer digitalen, öffentlichen Informationsveranstaltung zum neuen Rahmenplan am Montag, 22. November, ab 19 Uhr. Weitere Infos: www.hamburg.de/stadteingang-elbbruecken. 

1. Vor 40 Jahren wurde das „Dokumentenhaus Neuengamme“ eröffnet, ein Ort, an dem sich Besucherinnen und Besucher in einer Ausstellung über die Geschichte des Lagers informieren konnten, Überlebenden eine Anlaufstelle geboten wurde und eine rege Forschungs-, Vermittlungs- und Vernetzungstätigkeit begann. Wie hat sich die KZ-Gedenkstätte seitdem entwickelt?
Seit Eröffnung des „Dokumentenhaus Neuengamme“ am 18. Oktober 1981 hat sich die KZ-Gedenkstätte Neuengamme zu einem international bekannten, lebendigen Ort der Vermittlung entwickelt. Sie ist heute eine Bildungs- und Forschungseinrichtung mit Archiv, Bibliothek, fünf Dauerausstellungen, einem Haus des Gedenkens, zahlreichen Bildungsangeboten für vielfältige Gruppen aus dem In- und Ausland und unterschiedlichsten, auch digitalen, Projekten. Mit den weiteren Gedenkstätten in Trägerschaft der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen stellt sie heute einen wichtigen Teil der Hamburgischen und deutschen Erinnerungskultur dar.

2. Am 25. Oktober 2021 findet um 16 Uhr am Gedenkort denk.mal Hannoverscher Bahnhof im Lohsepark eine Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Deportation norddeutscher Jüdinnen und Juden nach Litzmannstadt /Lodz, Minsk und Riga statt. Künftig soll auch hier im neu geschaffenen Dokumentationszentrum an die Verbrechen der NS-Zeit erinnert werden. Wie kann/muss Erinnerungskultur Ihrer Meinung nach vor dem Hintergrund gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen und der Tatsache, dass zukünftig immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ihre Geschichte erzählen können, gestaltet werden?
Im geplanten Dokumentationszentrum denk.mal Hannoverscher Bahnhof soll das Deportationsgeschehen in die Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung eingebettet werden. Im Zentrum stehen die mehr als 8000 jüdischen Verfolgten, Sinti, Sintize, Roma und Romnja, die über Hamburg in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert wurden. Das Dokumentationszentrum wird die regionalen und transnationalen Aspekte der Verfolgung und die globalgeschichtlichen Folgen der NS-Gewalt darstellen und vielschichtig, inklusiv und für eine breite Öffentlichkeit aufzeigen, weshalb die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit auch und gerade in einer Zeit relevant ist, in der die Überlebenden der NS-Verbrechen nicht mehr selbst berichten können.

3. Was möchten Sie im nächsten Newsletter lesen?
Ich fände es sehr schön, wenn im nächsten Newsletter die Themen kulturelle Teilhabe und Vielfalt der Hamburgischen Gesellschaft anhand von konkreten Projekten aus dem Kulturbereich dargestellt werden und dabei auch Perspektiven auf das nationalsozialistische und koloniale Erbe miteinander verknüpft werden.

Gern gelesen:

Aby Warburg gilt als Schöpfer des Bilderatlas Mnemosyne, doch das Projekt war echtes Teamwork. Vor allem Frauen unterstützten Warburg bei der Umsetzung. Seine engste Vertraute: die Philosophin Gertrud Bing. Für Halle 4, das Online-Magazin der Deichtorhallen Hamburg, zeichnet Gunthild Kupitz die Zusammenarbeit nach. Die Ausstellung ABY WARBURG: BILDERATLAS MNEMOSYNE. DAS ORIGINAL ist bis 31. Oktober 2021 in der Sammlung Falckenberg zu sehen. Der Deichtorhallen-Podcast Das ist Kunst widmet Aby Warburg ebenfalls eine Episode.

Gerne mitdenken:

Hamburg denkt sein Welterbe weiter: Die Speicherstadt und das Kontorhausviertel mit Chilehaus sind seit 2015 auf der Liste der UNESCO als Welterbe eingetragen. Im Rahmen des EU-Forschungsprojekts ARCH wird nun erarbeitet, wie das historische Gebiet zwischen Elbphilharmonie, HafenCity und Innenstadt besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet werden kann. Bei einer öffentlichen Umfrage können Interessierte bis zum 7. November Probleme benennen, Entwicklungspotenziale identifizieren und Themenschwerpunkte setzen. Neben dem Klimawandel und der veränderten Nutzung von Innenstadträumen werden in der Umfrage auch Themen wie Sicherheit, Verkehr und Tourismus mitgedacht. Eine Auswertung der Umfrage wird voraussichtlich ab Januar 2022 auf den Internetseiten des ARCH-Projekts und des Hamburger Welterbes veröffentlicht. Die Ergebnisse der Umfrage bilden die Grundlage für eine Überarbeitung des UNESCO Management Plans, die ebenfalls für 2022 geplant ist. 

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