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19.01.2022

Moin,

wie wundervoll ein Fest trotz Pandemie und einigen Einschränkungen gefeiert werden kann, hat uns vergangene Woche der 5. Geburtstag der Elbphilharmonie gezeigt. Liebeserklärungen kamen nicht nur von Hamburger Prominenten, die auch Teil der Geburtstags-Kampagne „Der 5. Geburtstag ist erst der Anfang" waren, sondern auch internationale Medien berichteten über das noch junge, aber ganz besondere Konzerthaus der Kulturstadt Hamburg. Wir freuen uns auf viele weitere großartige Künstlerinnen und Künstler, wunderbaren Raumklang, ein Spitzenpublikum und berauschende Kulturerlebnisse in der Elbphilharmonie. 

Erfreut hat uns in dieser Woche auch, dass das Dokumentationszentrum denk.mal Hannoverscher Bahnhof einen eigenständigen Standort am Lohsepark in der HafenCity erhält. Mit dieser Lösung wird die Bedeutung von Erinnerungskultur hervorgehoben und gestärkt. Welche Inhalte für das neue Dokumentationszentrum geplant sind, verrät Dr. Oliver von Wrochem, Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme weiter unten in der Rubrik „3 Fragen an...".

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Das Dokumentationszentrum soll in nördlicher Verlängerung des Gedenkortes, der städtebaulichen Fuge, entstehen, die den historischen Gleisverlauf kennzeichnet, von dem aus zwischen 1940 bis 1945 über 8.000 Juden, Roma und Sinti von Hamburg aus deportiert wurden. Ursprünglich sollte das Dokumentationszentrum im Erdgeschoss eines Gebäudes Am Lohsepark, Ecke Steinschanze entstehen. Hieran gab es Kritik, nachdem bekannt wurde, dass der Bauherr die verbleibenden Büroflächen oberhalb des geplanten Dokumentationszentrums an die Wintershall Dea AG vermietet hatte. Im März 2021 hatte darauf die Behörde für Kultur und Medien ein Mediationsverfahren initiiert, in dessen Rahmen nun unter der Leitung der Präsidentin des Hamburgischen Verfassungsgerichts, Birgit Voßkühler, eine einvernehmliche Einigung gefunden worden ist. „Die Lösung bietet die Chance, dass Gedenken an diesem für Hamburg so wichtigen und zentralen Ort zu stärken und so die öffentliche Auseinandersetzung mit den Verbrechen zu fördern, die, wie es in der Ausstellung heißt, in aller Öffentlichkeit begangen wurden“, so Carsten Brosda. 

In zwei Förderrunden unterstützt die Behörde für Kultur und Medien auch im Jahr 2022 genreübergreifend Veröffentlichungen kleiner Hamburger Musiklabels. Anträge für die erste Förderrunde können ab sofort bis zum 1. März 2022 gestellt werden, im Sommer ist eine weitere Antragsrunde vorgesehen. Einzelförderungen belaufen sich zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Die Hamburger Labelförderung stärkt Hamburger Musiklabels. Planungen können mit ihrer Hilfe konkretisiert werden. Mit der Labelförderung können auch solche künstlerischen Produktionen, die aus rein kommerziellen Gesichtspunkten nur wenig Aussicht auf eine Realisierung hätten, umgesetzt und kreative Wagnisse eingegangen werden. Den Labelbetreiberinnen und -betreibern so einen Teil des unternehmerischen Risikos abzunehmen, ist in der derzeit angespannten Lage wichtiger denn je. „Die zahlreichen Musiklabels in Hamburg tragen zur Qualität und Diversität der Musikstadt Hamburg bei und sorgen zudem dafür, dass Musikerinnen und Musiker auch ohne Liveauftritte in diesen Zeiten ihre künstlerische Arbeit zu den Menschen bringen können“, so Carsten Brosda. 

Seit 2019 unterstützt die Kulturbehörde mit dem Stipendienprogramm INTRO geflüchtete Künstlerinnen und Künstler und Personen die in ihren Herkunftsländern professionell im Kulturbereich (z.B. Kulturmanagement, Dramaturgie etc.) tätig waren, diese aber verlassen mussten. Unterstützt werden auch Kulturinstitutionen dabei, eine Künstlerin oder einen Künstler mit Fluchthintergrund mit einer Hospitanz oder längerfristigen Mitarbeit in ihr Haus zu integrieren, um neue interkulturelle Konzepte zu erproben und künstlerisch Neues entwickeln. Ziel ist es ebenso, geflüchteten Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen zu ermöglichen, aktiv in der Hamburger Kulturlandschaft mitzuwirken und sich Netzwerke und Arbeitsperspektiven aufzubauen. „Hier kann man alles machen, (...)", sagt Künstler und Stipendiat Babak Radmehr, der vor zehn Jahren aus dem Iran geflohen ist. Im Kunstverein Harburger Bahnhof bietet er wöchentlich einen Tanzworkshop an, für den man sich gerne anmelden kann: https://t1p.de/l6vp | Zum NDR-Beitrag geht es mit einem Klick auf das INTRO-Bild. 

1. Welche Chance bietet diese neue Lösung für das Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof?
Die neue Lösung ermöglicht eine angemessene Fertigstellung des zentralen erinnerungskulturellen Projekts denk.mal Hannoverscher Bahnhof, das seit der Einweihung des Gedenkorts im Jahr 2017 auch eine hohe internationale Aufmerksamkeit erfahren hat. Es entsteht ein beispielgebender Lernort für die Aufarbeitung und Vermittlung der Deportationen von Jüdinnen und Juden, Sintize und Sinti sowie Romnja und Roma im Nationalsozialismus sowie deren Voraussetzungen und Folgen. Für den Standort am Ericusgraben bzw. an der Ericusbrücke spricht auch, dass er stärker als der bisherige mit dem historischen Geschehen verbunden ist. Er liegt auf historischem Bahnhofsgelände, hier fand die Verladung von Gütern statt. Zudem können Sichtbeziehungen zum Lohseplatz als ehemaligen Bahnhofsvorplatz und zum Gedenkort, aber auch zu den Wegen der Verfolgten durch die Stadt zum Bahnhof hergestellt werden.

2. Was wird es im Dokumentationszentrum zu sehen geben und wie wird es sich in die Gedenkstättenlandschaft in Hamburg einfügen?
Am neuen Standort entsteht auf insgesamt 600 Quadratmetern, davon knapp 500 Quadratmeter auf einer Ebene, eine Dauerausstellung, die für möglichst viele Menschen das Deportationsgeschehen in die Geschichte der NS-Verfolgung einbettet und aufzeigt, dass Ausgrenzung, Verfolgung und Deportationen in aller Öffentlichkeit stattfanden. Zudem werden die Nachgeschichte der Verfolgung und aktuelle gesellschaftliche Zugänge thematisiert. Besuchende können sich an Partizipationsstationen zu den Ereignissen in Beziehung setzen und positionieren. Das Dokumentationszentrum fügt den Gedenkstätten in Hamburg damit wichtige neue Akzente hinzu.

3. Was möchten Sie im nächsten Newsletter lesen?
… dass Hamburg sich der Bedeutung der Erinnerungskultur für die Demokratie bewusst ist und ihre Präsenz in der Stadtgesellschaft (weiter) aktiv fördert und stärkt.

Gern teilnehmen:

An der festlichen Verleihung des Lessing-Preises 2021 an Uwe Timm und Birgit Weyhe im Thalia Theater | Am Sonntag, den 23. Januar um 11 Uhr überreicht Kultursenator Carsten Brosda den mit 10.000 Euro dotierten Lessing-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg an den Schriftsteller Uwe Timm (unter anderem „Morenga“, „Die Entdeckung der Currywurst“, „Am Beispiel meines Bruders“, „Ikarien“) und das mit 5.000 Euro dotierte Lessing-Stipendium an die Comiczeichnerin Birgit Weyhe (unter anderem „Im Himmel ist Jahrmarkt“, „Madgermanes“). Hier erhalten Sie kostenlose Tickets für die Veranstaltung.

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Bei der neuen digitalen Veranstaltungsreihe des MK&G Hamburg „Designblicke" geben Grafikdesignerinnen und -designer Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihr Designverständnis. In einer Mischung aus Vortrag, Dialog und Diskussion werden Designprozesse vorgestellt, aktuelle Diskurse und technische Entwicklungen beleuchtet und über Voraussetzungen und Veränderungen der Disziplin nachgedacht. Den Auftakt am 20. Januar um 18 Uhr via Zoom macht der Informationsgestalter Jan Schmachow.

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Behörde für Kultur und Medien
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Hohe Bleichen 22
20354 Hamburg
pressestelle@bkm.hamburg.de 

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