Logo Kulturrausch Hamburg in bunten Farben
31.03.2022

Moin,

auf kurze Ohnmacht angesichts der grauenhaften Nachrichten folgt Tatendrang. Was können wir tun, auf welche Weise unterstützen, wie die Hilflosigkeit angesichts des Krieges umwandeln in etwas, das wirklich hilft? Diese Fragen beschäftigt derzeit nicht zuletzt auch die Hamburger Kulturszene. Unter dem Stichwort „Kultur hilft“ wurden deshalb von der Behörde für Kultur und Medien Solidaritätsveranstaltungen digital gebündelt. Auf der Website finden Sie Kulturveranstaltungen und Angebote zugunsten geflüchteter Menschen, wie „LIEBEvoll – Eine Benefiz-Veranstaltung“ des Ohnsorg-Theaters oder das Benefizkonzert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Ensemble Resonanz und dem NDR Vokalensemble in der Elbphilharmonie. Danke für das tolle Engagement! 
Geflüchteten Künstlerinnen und Künstlern Perspektive und eine Stimme geben, das sollen die Residenzprogramme von Kulturbehörde und Hamburger Stiftungen, die morgen an den Start gehen. Das Programm „INTRO – Hamburg residencies for artists at risk“ baut auf das seit 2019 erfolgreich laufende INTRO Programm der Kulturbehörde auf. Angesichts der aktuellen Lage wird es dieses Jahr vorgezogen und auf Residenzen für bis zu 20 Künstlerinnen und Künstler ausgeweitet. Auch mit dem „ART CONNECTS – Hilfsfonds für Projekte mit schutzsuchenden Kulturschaffenden“ wollen Hamburger Stiftungen Kultureinrichtungen mit Künstlerinnen und Künstlern zügig und unbürokratisch zusammenbringen. Gefördert werden die Umsetzung von gemeinsamen Projekten ebenso wie Recherchen und ergebnisoffene Arbeitsprozesse. 
Doch auch ganz andere Wege werden gegangen als Reaktion auf den Ukrainekrieg. So hat der Rat der Europäischen Union – als die Regierungen der Mitgliedsstaaten – die russischen Staatsmedien RT und Sputnik verboten. Auch solche Bemühungen um die Eindämmung von Propaganda und Desinformation brauchen eine klare rechtliche Grundlage und sollten nicht allein von Regierungen getroffen werden, gibt Kultur- und Mediensenator Carsten Brosda zu bedenken. Warum? Der FAZ gab er hierzu ein Interview. In diesem erklärt er: „Wenn wir in einem „Informationskrieg“ sind, wie die EU-Kommission sagt, dann sollten wir auch unseren freiheitlich demokratischen Mitteln in dieser Auseinandersetzung vertrauen. Und das sind Staatsferne, freie Rede und die Möglichkeiten einer jeweils eigenen öffentlichen Kommunikationskultur in den Mitgliedstaaten.“ Lesen können Sie den kostenpflichtigen Artikel hier: Gegen Desinformation helfen Verbote allein nicht (F+).
Taten sprechen lassen also, aber dabei an unseren eigenen Werten festhalten – besonnen, klug und integer handeln.

Herzlich
Ihre Pressestelle

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Die Postmoderne hat als Bewegung in den Sechzigern angefangen. In diesen turbulenten Zeiten ist eine entsprechend vielfältige, widersprüchliche, aber auch innovative Architektur entstanden. Typische Merkmale der postmodernen Architektur waren etwa der Gebrauch von Giebeln, Säulen und Materialmix. 20 Einzeldenkmäler und Ensembles aus dieser Zeit wurden nun unter Schutz gestellt, unter anderem die S-Bahn Haltestelle Hammerbrook, das Verlagsgebäude Hoffmann und Campe sowie die Wolfgang-Borchert-Wohnsiedlung. Dabei wird es jedoch nicht bleiben, denn seit 2020 überprüft das Denkmalschutzamt in einem umfassenden Projekt Objekte aus den Jahren zwischen 1975 bis 1995. Damit wird das Denkmalschutzamt seiner Aufgabe gerecht, nach rund einer Generation den Gebäudebestand auf seine Kulturdenkmäler hin zu prüfen.

Der Aufsichtsrat des Thalia Theaters hat einstimmig die Verlängerung des Vertrages von Joachim Lux als Intendant um ein weiteres Jahr beschlossen. Lux hat die Stelle seit 2009 inne und nach eigenem Bekunden eigentlich eine andere Lebensplanung. Die Verlängerung erfolgt auch auf ausdrücklichen Wunsch der Ensemblevertretung. Diese wünscht sich nach den zwei unruhigen und künstlerisch anspruchsvollen Corona-Jahren die Umsetzung bereits begonnener Projekte. Joachim Lux hat es geschafft, ein stabiles Ensemble aufzubauen, das seine Kreativität in der Gruppe kontinuierlich erarbeitet und stärkt und so die internationale Strahlkraft des gesamten Hauses voranbringt. Um die vorhandene Dynamik zu nutzen und in aller Gründlichkeit eine neue Leitung zu finden, wurde nun die einjährige Verlängerung gewählt. Mit einer jetzt zu installierenden Findungskommission wird der Wechsel auf den Weg gebracht. 

Im neuen Quartier Kolbenhöfe in Ottensen werden Straßen nach Lilly Giordano und Antonia Kozlova benannt. Damit wird an zwei Frauen erinnert,  die besonders unter dem nationalsozialistischen Regime gelitten haben, Verfolgung und Zwangsarbeit erleiden mussten. „Lilly Giordano, Mutter von Ralph Giordano, durfte als Jüdin zuerst ihren Beruf nicht mehr ausüben, überlebte die Luftangriffe auf Hamburg und musste zuletzt Zwangsarbeit leisten. Antonia Kozlova protestierte gegen die unmenschlichen Lebensbedingungen der Zwangsarbeiterinnen in den ehemaligen Kolbenwerken in Ottensen und wurde deshalb ohne Strafverfahren hingerichtet. Mit der Antonia-Kozlova-Straße erinnern wir künftig direkt an dem Ort an diese mutige Frau, an dem ihr und anderen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern so großes Leid zugefügt wurde.“, erläutert Carsten Brosda die Entscheidung.

1. Seit 2020 prüft das Denkmalschutzamt in einem umfassenden Inventarisationsprojekt den Gebäudebestand von 1975 bis 1995 auf seinen Denkmalwert. Was ist besonders und denkmalwürdig an der Architektur, die in dieser Zeit entstanden ist?
Wir befinden uns gegenwärtig in einer hochspannenden Phase, nämlich mitten in der Entdeckung einer neuen Epoche für die architekturhistorische und denkmalkundliche Forschung. Meine Kollegin, Frau Dr. Hansen, welche das Projekt leitet, steht dazu in internationalem Fachaustausch und wir sind gespannt auf weitere neue Erkenntnisse. 
Besonders an der postmodernen Architektur ist, dass sie Bezug nimmt auf Formen und Strukturen der Architektur aus der Vergangenheit und auf die Geschichte der jeweiligen Orte, wo gebaut wurde. Auch der Aspekt der Stadtreparatur spielte eine Rolle. Es wurde in den 1980er und Anfang der 1990er Jahre behutsam erneuert und nicht mehr flächig saniert. Als authentische historische Zeugnisse dokumentiert Hamburgs junge Baukultur unsere städtische Geschichte und bietet uns als Stadtgesellschaft viele Identifikationsmöglichkeiten, indem sie regionale Bezüge zum Hafen, Schiffen und Bäumen am Wasser aufgreift, wie wir es beim Gruner + Jahr-Verlagsgebäude von 1990 oder dem Alten Fährterminal Altona von 1993 sehen. Aber auch der Backstein als traditionsreiches Baumaterial wird aufgegriffen, wie beim Hanseviertel von 1980.

 
2. Aktuell sind Energieeffizienz und energetische Sanierungen bei Gebäuden als Beitrag zum Klimaschutz und zur Kostenersparnis angesichts der steigenden Energiepreise in aller Munde. Wie können diese Anliegen im Einklang mit dem Denkmalschutz stehen? Was ist bei den jüngsten Denkmälern besonders zu beachten? 
Mit dem Inventarisationsprojekt verfolgen wir das Ziel, authentisch überlieferte Bauten in die Denkmalliste aufzunehmen und so den Bestand zu schützen. Ganz wichtig ist aber auch, dass wir unsere Rolle als Beraterinnen und Berater erfüllen und Denkmaleigentümerinnen und -eigentümern zur Seite stehen. Niemand soll mit dem Erhalt seines Denkmals alleine gelassen werden. 
Ich sehe es als wichtig an, zu vermitteln, dass Denkmalschutz den Belangen des Klimaschutzes bereits Rechnung trägt. Im denkmalgeschützten Baubestand ist viel graue Energie gebunden, die für Bau, Herstellung und Transport aufgewendet wurde. Weiter geht es darum, dass wir denkmalgerechte Lösungen für energetische Verbesserungen der Gebäude finden und den Lebenszyklus der Bauten verlängern. Was die Kosten anbelangt: Einen beachtlichen Teil der Investitionen an einem Denkmal können Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer zudem steuerlich geltend machen. 


3. Was möchten Sie im nächsten Newsletter lesen?
Dass dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ein Ende gesetzt worden ist. Der Krieg sorgt für unermessliches Leid und fordert Menschenleben. Damit einher geht, dass das baukulturelle Erbe und somit einen wichtiger Teil der kulturellen Identität der in der Ukraine lebenden Menschen zerstört wird. Dieser Angriff auf das Leben selbst, aber auch auf die Lebensweise und Werte der Menschen in der Ukraine muss aufhören!

Gern vorbeischauen:

Das Deutsche Hafenmuseum Standort Schuppen 50A startet in eine neue Saison! Am 3. April um 10 Uhr geht es wieder los – mit Kinderprogramm, Teeverkostung und Führungen. Auf dem Außengelände laden der Schwimmkran SAATSEE, der Schutendampfsauger IV (was für ein Name…) und die Museumsschute zum Besuch an Bord ein und sogar über die Baustelle der historischen Viermastbark PEKING wird geführt. Wer Hafengeschichte hautnah erleben möchte, ist hier genau richtig.

Gern zuschnappen:

Seit zwei Tagen läuft der Kartenvorverkauf für die Veranstaltungen des 14. Hamburger Theater Festivals, bei dem Künstlerinnen und Künstler uns abermals mit ihrem Spiel Welten aufschließen. Das Festival beginnt am 29. April und endet am 4. Juni. Eingeladen sind sechs Produktionen aus Wien, Köln, Bochum und Berlin, gespielt wird im Schauspielhaus, Thalia Theater, St. Pauli Theater und auf Kampnagel.

Gern reinhören:

Findet das Konzert von morgen in der Virtual Reality statt? Wie steht es um die Magie des Livekonzerts? Darüber wird im neuen Elbphilharmonie Podcast „Offstage“ mit dem jungen Leiter des PODIUM Festivals Esslingen, Joosten Ellée, gesprochen. Dieser reizt sowohl als Musiker als auch Veranstalter immer wieder die Grenzen dessen aus, was ein Konzert sein kann.

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