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Beym Quäckerberg Blick von der Palmaille auf die Elbe

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Aquarell mit Altonaer Szenerie von drei Künstlern signiert

Die Entstehung dieses romantisch anmutenden Blicks von der Palmaille über die heute nicht mehr existierende Straße „Beym Quäckerberg“ auf die gegenüberliegende Seite der Elbe hat einen besonderen Hintergrund. Das Blatt zeigt eine sonntägliche Szenerie. Auf der rechten Seite des Bildes sind ein Ehepaar mit ihren fein herausgeputzten Kindern abgebildet. Sie beobachten offensichtlich am Rande eines Spaziergangs das Treiben auf der Elbe. Auf der linken Seite sind drei weitere Kinder abgebildet. Eins von Ihnen, ein junges Mädchen, ritzt etwas in die Rinde eines dicken Baums. Es sind die Initialen J B, die auf den Künstler Jess Bundsen hinweisen, sowie die Jahreszahl 1823. Zur Information sei hier vorweggenommen, dass das Aquarell von gleich drei Künstlern signiert worden ist. 

Die kolorierte Federzeichnung, im typischen Stil des Biedermeier, steht in engem Zusammenhang mit dem zu Anfang des 19. Jahrhunderts gegründeten Altonaer Kunstverein. Dieser hatte sich zum Ziel gesetzt, den Gemeinschaftssinn der dortigen Künstler untereinander zu stärken, die Künstler zu fördern sowie deren Kunst dem Publikum näher zu bringen. Diesem Verein ist es zu verdanken, dass Altona im norddeutschen Raum die erste Stadt war, in der überhaupt Kunstausstellungen stattfanden. Die drei Künstler Jess Bundsen, Anton Carl Dusch und Friedrich Rosenberg, die das Blatt signiert haben, spielten in der Vereinsarbeit von Anfang an eine herausragende Rolle. In seinen Aufzeichnungen berichtet Bundsen über die bereits 1812 bestehende Verbindung von Künstlern und Kunstfreunden, dass man sich regelmäßig im Degetauschen Gasthaus in der Kleinen Mühlenstraße traf. Hier wurden von Mitgliedern gefertigte Gemälde und Zeichnungen besprochen und gemeinsam begutachtet. Obligatorisch waren dort auch Vorlesungen zur Kunst. Nach den Anfängen die von großem Engagement der Mitwirkenden geprägt war geriet die Kunstszene, nicht zuletzt bedingt durch die Wirren der französischen Besatzung, fast in Vergessenheit. 

Erst im Jahre 1819 wurde der Kunstverein, auf Betreiben des vermögenden Leinenhändlers und Kunstsammlers Jürgen Groth, wiederbelebt. Im gleichen Jahr veranstaltete der Verein eine umfassende Ausstellung im Auditorium des Christianeums. Mehrere Studien in Jess Bundsens Skizzenbüchern vermitteln uns einen Eindruck von der Gestaltung solcher Ausstellungen. Es waren immer große Räume, in dem Stühle und Bänke für die Betrachter der Ausstellung aufgestellt waren. Die Wände waren im wahrsten Sinne des Wortes  „gepflastert“ mit Kunstwerken. Eine seiner Skizzen zeigt auch einen Tisch in der Mitte des Raumes auf dem ein großer Stapel Zeichnungen und auch ein gebundenes Buch auf Kunstinteressierte warteten. Bei der ersten Ausstellung wurden hundert Ölgemälde und unzählige Zeichnungen präsentiert. Bei später Ausstellungen waren es weit mehr Kunstobjekte.

In der Blütezeit des Vereins zwischen 1822 und 1824 hatte man das Ziel, gemeinsam die Kunstszene im damals noch dänischen Altona auf ein möglichst hohes Level zu heben. Man traf sich regelmäßig im Gasthaus von Grünbein in Ottensen und zeichnete dort gemeinsam nach bewährter Art. Manchmal nach Gips- und manchmal auch nach lebenden Modellen. Sicherlich wurde während der Zusammenkünfte in dem Lokal auch das ein und andere geistige Getränk zu sich genommen und so dürfte es zumindest manchmal recht ausgelassen zugegangen sein. Unschwer kann man sich vorstellen, wie die drei Künstler, Bundsen, Dusch und Rosenberg das Blatt, in launiger Stimmung, gemeinsam gestaltet haben. Der eine hat vielleicht die Bäume und das Gebäude rechts im Bild gemalt . Der Andere fügte möglicherweise den Hintergrund und die Schiffe auf der Elbe hinzu. Jess Bundsen hat allerdings mit Sicherheit die Figuren integriert und das nicht nur weil das Mädchen seine Initialen in den Baum ritzt, sondern auch weil die Gestaltung der Figuren ganz seinem Stil entsprechen.

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