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Nachlass Martin Stock Grußkarte zum "Wunder von Bern"

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Grußkarte zum "Wunder von Bern" im Staatsarchiv

Am 4. Juli 1954 wurde die deutsche Nationalmannschaft unter ihrem Trainer Sepp Herberger erstmals Fußball-Weltmeister. Sportgeschichte schrieb vor allem der dramatische Verlauf des Endspiels gegen die ungarische Nationalmannschaft, das sogenannte „Wunder von Bern“: Das 3:2 durch Helmut Rahn fiel erst sechs Minuten vor Spielende und brachte dem damaligen Außenseiter Deutschland die entscheidende Wende zum Titelgewinn. In den Folgemonaten gaben die Fußballspieler unzählige Autogramme; eine von allen elf Spielern und dem Bundestrainer gemeinsam unterschriebene Grußkarte wurde hingegen seltener vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verschickt. Eine dieser begehrten Karten – sogar mit Mannschaftsfoto - erhielt der am 20. August 1892 in Hamburg geborene Fußballspieler und langjährige DFB-Funktionär Martin Abraham Stock. Stock war seit seiner Jugend begeisterter Fußballspieler und aktives Mitglied in der Altonaer Spielervereinigung. Dazu begann er eine Tätigkeit als Schiedsrichter und übernahm eine Funktion im Norddeutschen Fußball-Verband (NFV). Nach der NS-Machtergreifung durfte er seine Tätigkeit als Fußball-Funktionär aufgrund seiner jüdischen Vorfahren nicht mehr ausüben. Eine Emigration ins Ausland lehnte er ab; im November 1941 wurde er nach Minsk deportiert. Bis zu seiner Befreiung im April 1945 überlebte er mehrere Konzentrationslager. 1950 war er das erste DFB-Vorstandsmitglied jüdischen Glaubens und wurde Leiter des Spielausschusses und damit auch Mitglied im Vorstand des DFB. Martin Stock starb am 21. September 1970 in Hamburg. Die Unterlagen dieses Nachlass-Splitters, der nur aus zwei Archivalien besteht, die unter anderem die besagte Grußkarte enthalten, gelangten auf Veranlassung seines Biografen Arthur Heinrich im Juli 2019 in das Staatsarchiv.

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