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Tag des offenen Denkmals 2018 "Entdecken, was uns verbindet"


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"Entdecken, was uns verbindet"

Unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ fand am 9. September 2018 bundesweit der Tag des offenen Denkmals statt. Vom 7. bis 9. September 2018 öffnen auch zahlreiche Hamburger Denkmäler ihre Türen. Den Besucherinnen und Besuchern bietet sich ein vielfältiges Programm aus Rundgängen, Vorträgen sowie Kultur- und Familienangeboten.

Eröffnet wurde der Denkmaltag in Hamburg am Freitag dem 7. September mit der Auftaktveranstaltung „Was uns verbindet – in Hamburg internationale Kulturgeschichte entdecken“. Gemeinsam mit den Veranstaltern des Denkmaltags lud Hamburg Wasser ein in sein Konferenzgebäude CCR im historischen Pumpwerk von William Lindley. Vorträge und Präsentationen stimmten auf das Motto des Denkmaltags ein und erinnerten zugleich an den 210. Geburtstag des englischen Ingenieurs, der Hamburg im neunzehnten Jahrhundert maßgeblich geprägt hat. Neben Planung und Bau der ersten Hamburger Eisenbahnlinie ab 1838 hatte Lindley nach dem Großen Brand von 1842 für moderne Stadtstrukturen gesorgt und die erste moderne Wasserver- und -entsorgung auf dem europäischen Festland realisiert.

Im Beisein von Nachkommen und Freunden der Familie Lindley aus Deutschland, England und Polen stellten Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums Klosterschule ihre Lindley-Forschungen vor, die in einer gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt herausgebrachten Publikation vorliegen. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften gab einen Ausblick auf die Lindley-App, die sie im Kulturerbejahr gemeinsam mit dem Denkmalschutzamt entwickelt und die die Bedeutung Lindleys für die Hamburger Stadtentwicklung im 19. Jahrhundert zeitgemäß mit „Augmented Reality“ digital vermittelt.  

Am Wochenende konnten Besucherinnen und Besucher dann bei Rundgängen, Führungen, Vorträgen und einem Kultur- und Familienprogramm die Hamburger Denkmallandschaft in ihrer ganzen Vielfalt erleben:

Schon am Freitag öffnete erstmals das von Semmy Engel 1896 errichtete Etagenhaus Moorweidenstraße 18 und zum wiederholten Mal auch das Siel-Einstiegshaus am Baumwall. Außerdem war die Ausstellung „Gustav Oelsner – Emigration eines Architekten und Bausenators aus Altona in die Türkei“ im LAB-Hamburg (Bunsenstraße 2) zu sehen.

Am Sonnabend gab es ebenfalls ein vielfältiges Programm. Zum ersten Mal öffneten die Galerie im ehemaligen Polizeipräsidium der „Neuen Caserne“ in Altona, die Karl-Schneider-Halle in Farmsen-Berne, die ehemalige Schlachterei in der Münzburg und die Bundesbank von 1981 in der Willy-Brandt-Straße. Beim Nikolaifleet-Fest findet ein Treffen der Museumsschiffe statt. Mit Musikbegleitung wurde in der Kapelle 6 auf dem Friedhof Ohlsdorf eine Ausstellung eröffnet. Angeboten wurden am Sonnabend auch die Radtour „Entdecken was uns verbindet … in Harburg“, ein Rundgang durch die Colonnaden und eine Führung am ehemaligen Tempel Poolstraße.  

Neu dabei am Sonntag waren unter anderem die Villa Max-Brauer-Allee 79, das Schulhaus Am Brink in Bergedorf, die ehemalige Schule Lienaustraße von Fritz Schumacher, das Zollhaus Ericus 1, die Dreifaltigkeitskirche in Hamm, das Friedrich-Ebert-Gymnasium in Heimfeld und das Bieberhaus am Hauptbahnhof. Das Stadtteilarchiv Ottensen bot erstmals einen Rundgang entlang des ehemaligen Bahngeländes der „Mitte Altona“ an und die Geschichtsgruppe Dulsberg den Rundgang „DENK-MAL?!- Was verbindet uns?“ Das Jenisch Haus ludt ein zu einem Vortrag über die Kopenhagener Kunstakademie und die Evangelisch-Lutherische Kirche Stellingen zum Orgelkonzert.

Zusätzlich bot ein Kulturprogramm die Möglichkeit, ausgewählte Denkmäler auf neue Weise zu erleben. Unter anderem zeigte die Filmreihe „Flexibles Flimmern“ „Andrej Rubeljow" in der Kirche des Hl. Johannes von Kronstadt zu Hamburg (ehemalige evangelisch-lutherische Gnadenkirche in Hamburg, Tschaikowskyplatz 1). Das Team von „A Wall is a Screen“ zeigte in seiner bewährten Kombination von Stadtführung und Open-Air-Kino Kurzfilme an verschiedenen Orten der Stadt und orientierte sich dabei oberirdisch am Schellfischtunnel. Die Künstler Katrin Bethge und John Eckhardt präsentierten eine Licht- und Klangperformance im Dampfboot-Wartezimmer und im daran anschließenden Oberhaupt des Alsterdükers unter der Lombardsbrücke.

Für Familien gab es ebenfalls ein besonderes Programm: Familienrallyes führten über die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe und durch das ehemalige Hannoversche Amtshaus Wilhelmsburg. Hof Eggers in der Ohe lud ein zum Hoffest, Bastel- und Malangebote machten die Zentralbibliothek am Hühnerposten, die Fritz-Schumacher-Kapelle in Finkenwerder, die Dreifaltigkeitskirche Harburg, die Windmühle Johanna, das Museum für textile Techniken und der Portalkran am Lotsekai. Familienführungen boten das Christianeum und das Hufnerhaus Moorfleeter Deich 483. Das „Kleine Hafenpatent“ konnte beim Nikolaifleet-Fest erworben werden.

Auch historische Verkehrsmittel waren am Sonntag wieder unterwegs: Ein historischer Schnellbus erschloss Bergedorfer Denkmäler im Ringverkehr. Ein Traditionszug des Vereins Historische S-Bahn verkehrte quer durch Hamburg und ein Barkassen-Shuttle zwischen Hamburger Hafen und Harburger Binnenhafen.

Zum Abschluss des diesjährigen Tags des offenen Denkmals hielt Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, am Sonntag, 9. September 2018, 19 Uhr, im Museum am Rothenbaum ein Grußwort im Rahmen eines Empfangs der Stiftung Denkmalpflege.

Organisiert wird der „Tag des offenen Denkmals“ in Hamburg gemeinsam von der Stiftung Denkmalpflege Hamburg und dem Denkmalschutzamt. Bundesweit wird der Denkmaltag von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er steht als Teil der „European Heritage Days“ unter der Schirmherrschaft des Europarats und findet jedes Jahr europaweit im September statt.

Rückblicke:
Tag des offenen Denkmals 2017

Tag des offenen Denkmals 2016
Tag des offenen Denkmals 2015

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