Unberührter Untergrund Vom Spülfeld zum Grün

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Neben den durch Besiedlung und Sanierung im Laufe der Zeit massiv veränderten Bodenbereichen gibt es im Bereich der Bille-Siedlung noch immer Zonen, in denen der Mensch den Untergrund seit Ende der Aufspülungen in den 1930er Jahren nicht mehr angetastet hat . An ihnen lässt sich heute gut studieren, wie sich der Boden dort allein durch natürliche Einflüsse seitdem verändert hat.

Vom Spülfeld zum Grün

Natur und Nutzung – Raum für beide. Hier floß früher die Dove-Elbe. Blick vom früheren Westdeich der Alten Dove-Elbe nach Südosten: hinten das Vogelschutzgehölz, links davor Golfgelände, links vom Deich ein verschilfter Graben als Rest der Alten Dove-Elbe. Das heutige Vogelschutzgehölz blieb als einziger Teil des alten Spülfelds seit dem Ende des Spülbetriebs in den 1930er Jahren in seinem ursprünglichen Zustand. Dort wurde anschließend weder Boden entfernt noch aufgetragen. Während des Kriegs befanden sich auf dem Areal zunächst militärische Anlagen wie Stellungen für Scheinwerfer- und Flugabwehrkanonen. Es gab dort auch einige Bombentreffer, von denen teilweise noch schwach erkennbare Restkrater zeugen. Seit 1948 ist das Gehölz ein Naturschutzgebiet und wird seitdem weitgehend sich selbst überlassen.

Versauerter ehemaliger Gley aus schlickhaltigem Spülsand

Geländeoberfläche mit dünner Auflage von Blattresten

Bodenlehrpfad/ BSU

1
Beschreibung des Horizonts:
humoser Sand mit Bleichkörnern
Bodenkundliche Einordnung: humoser (h) Oberbodenhorizont (A) aus vom Menschen umgelagerten Material (j)

2
Beschreibung des Horizonts:
schwach humoser Sand mit vielen Bleichkörnern
Bodenkundliche Einordnung: humoser (h) Oberbodenhorizont (A) aus vom Menschen umgelagerten Material (j), gebleicht (e)

3
Beschreibung des Horizonts:
Sand mit Schlick- und Schlackegeröllen
Bodenkundliche Einordnung: ehemals (reliktisch = r) grundwasserbeeinflusster mineralischer Unterbodenhorizont (G) aus vom Menschen umgelagerten Material (j), oxidiert (o), die Beimengungen aus nicht natürlichem Mineral (Schlacke) werden bei dieser Bezeichnung nicht berücksichtigt

4
Beschreibung des Horizonts:
Sand mit viel Schlacke, durch Eisenoxid verkittet.
Bodenkundliche Einordnung: ehemals (r) grundwasserbeeinflusster mineralischer Unterbodenhorizont (G) aus vom Menschen umgelagerten Material (j), oxidiert (o), mit Anreicherung von Sesquiooxiden (s), in diesem Fall Eisenoxid, massiv (m)

5
Beschreibung des Horizonts:
Sand mit einzelnen Schlickgeröllen
Bodenkundliche Einordnung: ehemals (r) grundwasserbeeinflusster mineralischer Unterbodenhorizont (G) aus vom Menschen umgelagerten Material (j), untergeordnet reduziert (r), vorherrschend oxidiert (o).

6
Beschreibung des Horizonts: Schlick mit Sand- und Schwemmtorflagen
Bodenkundliche Einordnung: ehemals (r) grundwasserbeeinflusster mineralischer Unterbodenhorizont (G) aus vom Menschen umgelagerten Material (j), untergeordnet oxidiert (o) , vorherrschend reduziert (r)

Das Profil zeigt vom Spülstrom geschichteten Sand mit Schlick- und Schlackegeröllen, ohne die er von einer natürlichen Flussablagerung nicht zu unterscheiden wäre. Neben etwas Kesselschlacke aus der Dampfschiffzeit ist vor allem Hüttenschlacke mit typischen Fließ- und Abkühlungsgefügen vertreten. Das ist besonders in der mit rjGmso bezeichneten Schicht der Fall.

Eisenreiche Hüttenschlacke hinterlässt Spuren

Der frisch aufgespülte Sand war ursprünglich einheitlich hellgrau, sein heutiges Aussehen verdankt er der anschließenden Bodenbildung. Der Sand war zum Zeitpunkt der Aufspülung zunächst mit Spülwasser gesättigt, in dem sich Eisen aus der eisenreichen Hüttenschlacke löste und seitlich sowie vertikal bis an die Oberfläche ausbreitete. In der Nähe der Oberfläche wurde der Sand durch Wasserstandsschwankungen während des Spülbetriebs zeitweise belüftet, wodurch die gelösten Eisenverbindungen oxidierten. Dadurch entstanden die vielen Rostfarben, die das Profil kennzeichnen. Die an Hüttenschlacke besonders reiche Schicht rjGmso verkittete durch Rostabscheidungen so stark, dass sie sich fast steinartig verfestigte und schwer durchlässig wurde. Früher kaum oder gar nicht belüftete Bodenpartien weisen dagegen deutlich weniger Oxidationsfarben auf.

Nach den Ende des Spülfeldbetriebs verschwand das Spülfeldwasser. Die weitere Bodenbildung verläuft seitdem unter dem Einfluss versickernder Niederschläge. Sickerwasser kann Stoffe im Boden lösen und umlagern. In den sehr nassen Jahreszeiten (vor allem im Winter und Frühling) kann es sich zeitweilig auf der stark verkitteten schlackereichen Sandschicht stauen und dann in den trockenen Perioden (Sommer und Herbst) wieder zu verschwinden. Die gleiche Barrierewirkung für Wasser hat auch die im tiefsten Teil des Profils sichtbare Schlickschicht, bei der es sich übrigens nicht um Hafenschlick, sondern um Material aus natürlichen Klei- und Torfablagerungen handelt.

Wechselspiel zwischen Nässe und Trockenheit

In diesem ständigen Wechselspiel zwischen Nässe und Trockenheit kann der Boden sein Aussehen weiterhin verändern. Zusätzlich dazu beitragen können Wurzeln und alte Wurzelbahnen, etwa in dem sie de Abscheidung von Eisenoxid begünstigen. Das zeigt sich an den zahlreichen steilen Rostmarken im Profil.

Nach dem Ende der Aufspülung Ende der 1930er Jahre glich die Oberfläche des Spülfelds in weiten Teilen zunächst einem typischen Gelände des früheren Gletschervorlands am Ende der Eiszeit. Es war eine unwirtliche, wüstenhafte Gegend. Sie bestand aus von zahlreichen Rinnsalen zerfurchtem Sand, der bei starkem Wind verwehte. Bereits nach wenigen Jahren gedieh auf dem neuen Gelände aber ein erster anspruchsloser Bewuchs aus Gräsern und Weiden, zu denen sich dann nach und nach weitere Arten gesellten. Durch herbstlichen Blattfall und die Reste abgestorbener Pflanzen reicherte sich mit den Jahren Humus im Spülsand an. So bildete sich bereits ein dünner humoser Oberboden aus.

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