Behörde für Umwelt und Energie

Mal trocken, mal nass Pseudogley

Der Bodentyp Pseudogley (auch Stauwasserboden genannt) bildet sich, wenn durch dichte Unterböden das Niederschlags- oder wie hier das Oberflächenwasser nicht ausreichend versickert, sondern im Boden gestaut wird, und der deshalb im Frühjahr nass und im Herbst trocken ist.

Pseudogley

Bodenlehrpfad/ BUE

Bild: Günter Miehlich

Auf den humosen Oberboden (Ah) folgt ein zeitweilig nasser, heller Horizont mit braunen Rostflecken und Eisen-Konkretionen (Sw). Im Wechsel zwischen feucht und trocken wandert das Eisen in diesem Horizont seitlich wenige Millimeter oder Zentimeter und bildet Rostflecken und kleine, braune, harte Knoten aus Eisenverbindungen, die Konkretionen genannt werden. Die Konzentration des Eisens in Flecken und Konkretionen bedingt eine Aufhellung des übrigen Oberbodens. In 40 cm geht der Sw-Horizont in den dichten, wasserstauenden Unterbodenhorizont (Sd) über.

 

Bodenlehrpfad/ BUE

Bild: Günter Miehlich

Im Detailbild aus dem Sw-Horizont sind die braunen Flecken und Konkretionen (K) zu sehen.

Pseudogleye werden wegen ihres problematischen Wasserhaushalts oft als Forst genutzt. Als Ackerstandort müssen sie meist mit Drainrohren entwässert werden.

Im Naturschutzgebiet sind sie als sehr junge, lehmige und kalkhaltige Böden Standorte vieler geschützter Pflanzen [Geschützte Pflanzen auf den Flächen des ehemaligen Lehmabbaus].