Behörde für Umwelt und Energie

Dieser Boden erzählt Geschichten Kolluvisol über fossilem Podsol

Nur an wenigen Stellen ist auf der Düne der Boden so erhalten, wie er vor den starken Eingriffen im 19. und 20. Jahrhundert war.

Kolluvisol über fossilem Podsol

Bildergalerie

1 / 1

Zur Erklärung dieses komplizierten Bodens teilen wir ihn, und beginnen mit der unteren Hälfte.

Bodenlehrpfad/ BUE

Bild: Günter Miehlich

So sah der Boden der Düne vor etwa 2.000 Jahren aus. Heute ist er von einer Schicht jüngerer Sedimente [Grundbegriffe Gesteine] überdeckt. Deshalb setzt man in der Bodenkunde ein II vor die Horizontsymbole [Grundbegriffe Boden] des unteren Bodens. Außerdem ist dieser Teil ein Boden, der in früherer Zeit entstanden ist, was durch ein f (für fossil) vor den Horizontsymbolen gekennzeichnet wird.

Bei der Zersetzung von Blättern und Zweigen des damaligen Waldes entstand Humus, der sich im Oberboden anreicherte (IIfAh). Das Wasser, das nach Niederschlägen durch diesen nährstoffarmen Boden sickerte, war sehr sauer. Dies führte dazu, dass unterhalb des Ah-Horizonts Stoffe gelöst und ausgewaschen wurden und nur der helle Sand zurückblieb (IIfAe). Im Bodenhorizont darunter fielen die gelösten Stoffe (vor allem Humus und etwas Eisen) in den Poren des Bodens wieder aus (IIfBhs). Sie färben den Sand braun und machen den Horizont fest bis hart. Die zapfenförmig nach unten reichenden braunen Zonen am unteren Rand des IIfBhs-Horizonts sind im Bereich ehemaliger Baumwurzeln entstanden. Also muss auf der Düne damals Wald gestanden haben. Unterhalb folgt der schwach verwitterte Dünensand (IIfCv). Böden mit diesem Profilaufbau heißen Podsol.

An der Oberfläche dieses ursprünglichen Bodens fanden sich mehrere bearbeitete Feuersteine, die belegen, dass dieser Boden schon in der Jungsteinzeit (6.500 – 5.300 vor heute) die Düne bedeckte.

Bodenlehrpfad/ BUE

Bild: Günter Miehlich

Der obere Teil des Bodens entstand nach einer Entwaldung der Düne, als der Wind offen liegendes Bodenmaterial verwehte und hier und am Geesthang wieder ablagerte. Aus Untersuchungen wissen wir, dass dies vor circa 2.000 Jahren, also in der Eisenzeit geschah. Dieser Teil des Bodenprofils besteht aus mehreren unterschiedlich gefärbten Sandlagen (M), die auf den darunter liegenden Podsol aufgeweht wurden. Böden, die aus Material anderer Böden bestehen, nennt man Kolluvisol. Die vollständige Bezeichnung des Bodens lautet „Kolluvisol über fossilem Podsol“.

Die nicht ganz einfache Geschichte dieses Bodens macht deutlich, dass es Böden gibt, die wichtige Informationen enthalten. Sie können uns zum Beispiel Auskunft zur Landschafts-, Vegetations- und Klimageschichte geben oder Informationen zur Umwelt früherer Kulturen bzw. zur Bodenbearbeitung durch die Landwirtschaft liefern. Sie werden so zu „Archiven der Natur- und Kulturgeschichte“, die nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz vor Veränderungen geschützt werden sollen. Dieser Boden ist ein eindrückliches Beispiel dafür.