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Juli 2015 Steigerung der Ausfallsicherheit des Hamburger Digitalfunks

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Die Zentralstelle Digitalfunk Hamburg hatte nach der Überführung aus dem Projektstatus in eine Linienorganisation, zunächst mit der Neu-Strukturierung der eigenen Amtsgeschäfte, Arbeitsprozesse und der Abwicklung des ehemaligen Projektes BOS Digitalfunk zu tun.Währenddessen wurden bereits neue Themen vorangebracht. Zum einen das Thema Netzhärtung, darunter versteht man die Sicherung der Sende- und Empfangsstationen gegen einen längerfristigen Stromausfall. Zum anderen um die Sicherung des Funkbetriebes durch einen Notbetrieb bei Ausfall der Vermittlungsstelle.

Steigerung der Ausfallsicherheit des Hamburger Digitalfunks

Dazu gehört auch die Einrichtung eines sogenannten Notfunkringes, der im Falle eines großflächigen Ausfalles der Digitalfunkversorgung, dafür sorgt, dass die Einsatz­kräfte auch weiterhin funken können. Hierfür werden in einem ersten Arbeitsschritt, einige, für die Funkversorgung wichtige Basisstationen aus ihren bisherigen Ringen gelöst und zu einem neuen „Notfunkring“ mit der Vermittlungsstelle verbunden.

In einem weiteren Arbeitsschritt, werden diese Standorte hinsichtlich ihrer Ausfallsicherheit besonders “gehärtet“, das heißt zusätzlich gegen Umwelteinflüsse, wie z.B. Unwetter, Sturmfluten und Hochwasser geschützt. Das bedeutet, dass die Basistationen und deren Leitungen auch in Katastrophen bzw. bei größeren Schadens­ereignissen sicher funktionieren. Dies erreicht man z.B. bei der Stromversorgung der Basistationen durch Netzersatzanlagen (NEA) oder durch Unterbrechungsfreie Strom­­ver­sor­gungen (USV), die einen Stromausfall für einen längeren Zeitraum abdecken können.

Die Ausfallsicherheit der Datenleitungen wird u.a. dadurch erhöht, dass man die bisherigen Übertragungsleitungen zwischen den Basisstationen, die aufgrund ihrer Repeater auf eine Stromversorgung  angewiesen sind, durch Übertragungs­technik ersetzt, die auf die Notstrom­versorgung der Basisstationen zurückgreift.

Das könnten zukünftig Glasfasern sein. Dabei handelt es sich um eine Lichtwellenleitung (LWL), die zwei Standorte von direkt miteinander verbindet, ohne dass eine Energieversorgung dazwischen erforderlich ist.

Zum anderen könnten das aber auch Richtfunkanbindungen sein. Die Abstrahlung und der Empfang der elektromagnetischen Wellen erfolgt bei Richtfunkverbindungen durch Paraboantennen mit großer Richtwirkung, so dass ebenfalls eine direkte Verbindung der Standorte erfolgt.

Durch diese Maßnahmen wird man zukünftig von den bisherigen Übertragungs­leitungen unabhängig sein.

Derzeit wird geprüft, ob eine zukünftige  Anbindung  des Notfunkringes an eine andere

Vermittlungsstelle erfolgen kann, so dass auch bei Ausfall der Vermittlungsstelle für den Hamburger Netz­­­ab­schnitt, weiterhin eine zuverlässige Funkversorgung gewähr­leistet werden kann.

Die Fertigstellung des ersten Arbeitschrittes, also die geplante Fertigstellung des Notfunkringes wird noch vor dem Jahresende zum 3. Quartal erwartet.

Ein weiteres Thema ist die Neukonzeption der Leitstellenanbindungen. Die beiden großen Hamburger Leitstellen der Polizei und der Feuerwehr sind Bestandteil des digitalen Funknetzes der Stadt. Diese Leitstellen sind über einen drahtgebundenen Übertragungsweg mit der Vermittlungsstelle verbunden.  Diese Übertragungswege sind redundant abgesichert, das bedeutet, bei Ausfall eines drahtgebundenen Übertragungsweges, die zweite Anbindung automatisch die Übertragung übernimmt.

Sollte im Rahmen eines größeren Schadensereignisses die drahtgebundene Anbindung gestört sein, so stehen der Leitstelle weiterhin die luftgebundenen Übertragungswege über Funkgeräte zur Verfügung. Der digitale Sprechfunk steht den Einsatzkräften und der Leitstelle weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung.

Sollte es jedoch zu einem Verlust der Vermittlungsstelle kommen,  ist mit größeren Einschränkungen der Leitstelle und des digitalen Funkverkehrs zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Autorisierte Stelle in Zusammenarbeit mit den Leitstellenbetreibern eine Neu-Konzeption der Leitstellenanbindungen. Das Ziel ist es, die Auswirkungen eines Verlustes der Vermittlungsstelle so gering wie möglich zu halten.

Dazu wird eine Gefahrenverteilung vorgenommen, in dem die Hälfte der Leitstellen­arbeitsplätze fest an die Vermittlungs­stelle des Netzabschnittes und die andere Hälfte an eine weiter entfernt gelegenere Vermit­tlungs­stelle angebunden wird. Dadurch erreicht man eine 50%-ige Ausfallsicherheit, bei der im Falle des Verlustes der Vermittlungsstelle die Dienste weiterhin verwendet werden können.

In einem späteren Ausbauschritt werden dann die Vermittlungsstellen über Digitalfunk-Gateways, mit den Leitstellen verbunden. Damit lassen sich die Kapazitäten der Vermittlungsstelle optimiert nutzen.

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