Brexit Das Veterinär- und Einfuhramt (VEA)

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Das Veterinär- und Einfuhramt (VEA)

Sofern kein Austrittsabkommen mit dem Vereinigten Königreich zustande kommt und ein ungeregelter Brexit erfolgt, würde das Vereinigte Königreich ab dem Austrittszeitpunkt als Drittland gelten. Alle Lebensmittel tierischen Ursprungs, tierische Nebenprodukte und lebende Tiere, die aus einem Drittland in die EU eingeführt werden, müssen bei Eingang in die EU an einer veterinärrechtlichen EU-Grenzkontrollstelle kontrolliert werden. Dies beinhaltet eine Verpflichtung zur Voranmeldung der Sendung und eine Dokumentenprüfung, aber auch eine Kontrolle der Ware bzw. der Tiere selbst. Unser Veterinär- und Einfuhramt übernimmt diese Kontrollen im Hafen und am Hamburger Flughafen. Im Falle eines ungeregelten Brexit müssten folglich auch alle Lebensmittel tierischen Ursprungs, tierische Nebenprodukte und lebende Tiere, die aus dem Vereinigten Königreich in Hamburg eintreffen werden, beim Veterinär- und Einfuhramt angemeldet und kontrolliert werden. 

Im Veterinär- und Einfuhramt wird aller Voraussicht nach die Anzahl der zu kontrollierenden Sendungen zunehmen, da dann auch die Waren aus dem Vereinigten Königreich einer Kontrollpflicht unterliegen. Neue Verfahren werden jedoch nicht etabliert werden müssen, da Sendungen aus dem Vereinigten Königreich dann ebenso wie Sendungen aus allen anderen Nicht-EU-Ländern (sogenannten Drittländern) zu kontrollieren sind, was für die betroffenen Abfertigungsstellen zu den täglichen Routineaufgaben gehört. In welchem Maße die Anzahl der zu kontrollierenden Sendung aus dem Vereinigten Königreich ansteigt, ist momentan schwer abzuschätzen. Hinzu kommt, dass sich die Warenströme auch verändern werden, sobald die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs auf die neue kontrollrechtliche Situation reagiert. Es ist damit zu rechnen, dass es in der Zeit unmittelbar nach einem ungeregelten Brexit insbesondere bei der Dokumentenprüfung zu Problemen kommen könnte, wenn nicht die bei der Einfuhr vorgeschriebenen Dokumenten vorgelegt werden können. Insofern wird es einen erhöhten Beratungsbedarf geben, weil viele Unternehmen keine Erfahrungen mit dem Handel mit einem Drittland haben. 

Hinsichtlich der Einfuhr lebender Tiere ist zu beachten, dass die Grenzkontrollstelle im Hamburger Hafen keine und die Grenzkontrollstelle am Hamburger Flughafen nur eine sehr begrenzte Zulassung für die kommerzielle Einfuhr von lebenden Tieren haben. So können zum Beispiel weder Pferde noch Klauentiere aus Drittländern über Hamburg in die EU eingeführt werden. Hingegen können im Reiseverkehr auch zukünftig Heimtiere wie zum Beispiel Hunde, Katzen und Frettchen aus dem Vereinigten Königreich sowohl über den Hamburger Flughafen sowie den Hafen eingeführt werden, sofern sie die Einfuhrbestimmungen erfüllen und einer Kontrolle am Einreiseort unterzogen worden sind. In diesem Bereich wird mit einem deutlichen Anstieg des Kontrollaufwandes gerechnet. 

Zum Thema Ausfuhr folgender Hinweis: Kontrollen von Ausfuhren von Lebensmitteln tierischen Ursprungs, tierischen Nebenprodukten und lebenden Tieren in Drittländer sind grundsätzlich nicht vorgesehen. Ob das Vereinigte Königreich neue eigene Importvorschriften erlassen wird, die dann von deutschen Exporteuren berücksichtigt werden müssen, ist gegenwärtig nicht bekannt. 

In welchem Umfang eine personelle Aufstockung erforderlich sein wird, wird gegenwärtig noch geprüft. Eine bauliche Ausweitung der Kapazitäten ist nicht geplant.

Weitere Informationen: Veterinär- und Einfuhramt Hamburg

Weiterführende Links zum Thema Tiere und Lebensmittel

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