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Brexit Die Auswirkungen des Brexit auf die Hamburger Wirtschaft

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Die Auswirkungen des Brexit auf die Hamburger Wirtschaft

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union wird weitreichende wirtschaftliche Folgen haben. Zwar sind die Bemühungen auf europäischer Ebene groß, nach dem Austrittsabkommen auch ein Freihandelsabkommen zu vereinbaren, welches die weiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit abfedern würde. Sollten sich die Europäische Union und das Vereinigte Königreich nicht auf ein Abkommen einigen können, käme es zu einem ungeregelten „harten“ Brexit, dessen politische und wirtschaftliche Folgen kaum absehbar sind. 

Um zumindest die unmittelbaren Folgen eines "harten" Brexit für das Wirtschaftsleben abzumildern, planen die Europäische Kommission und die Bundesregierung eine Reihe von Notfallmaßnahmen. Diese dienen nicht dazu, ein mögliches Austrittsabkommen zu ersetzen, sondern sollen zeitlich begrenzt die grundlegende Funktionsfähigkeit des Wirtschaftsverkehrs zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich sicherstellen. Die Europäische Kommission hat insoweit Rechtsakte erlassen, die im Bereich der Finanzmärkte übergangsweise insbesondere den Derivatehandel weiter ermöglichen. Im Bereich des Luftverkehrs sollen Überflug-, Start- und Landerechte übergangsweise weiter gewährleistet bleiben. Dies gilt auch für den Güterverkehr. Im Bereich des Umweltrechts werden Übergangsregelungen für den Handel mit Emissionszertifikaten sowie zum In-Verkehr-Bringen von Fluorchlorkohlenwasserstoff (FCKW) getroffen. Visafreie Kurzaufenthalte auch für Geschäftsreisen sollen möglich bleiben. Die Bundesregierung hat Gesetzentwürfe vorgelegt, die zur Stabilisierung der Finanzmärkte und zur Verhinderung steuerlicher Nachteile durch den Brexit dienen sollen. Im Bereich des Gesellschaftsrechts wird das Umwandlungsgesetz dahingehend angepasst, dass für die etwa 8.000 bis 10.000 Limited Companies (Ltds.) (englische Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung) der Wechsel in eine deutsche Rechtsform mit beschränkter Haftung ermöglicht werden soll, da diese Gesellschaften mit dem Brexit ihre Niederlassungsfreiheit verlieren würden und somit nach deutschem Recht zu behandeln wären, was unter anderem zu einer persönlichen Haftung ihrer Gesellschafter führen würde. Neben gesetzgeberischen Maßnahmen bereitet sich die Exekutive, insbesondere im Bereich des grenzüberschreitenden Güterverkehrs, intensiv auch auf einen "harten" Brexit vor.

Erwartete Auswirkungen auf die Hamburg Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen der Hansestadt Hamburg und dem Vereinigten Königreich sind traditionell eng. Die Hamburger Wirtschaft wird daher durch den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union in vielfältiger Hinsicht betroffen sein. 

Nach Angaben des Statistikamts Nord (Stand: 22. Februar 2019) lag das Vereinigte Königreich im Jahr 2018 bei den Exporten auf Rang 3 und den Importen auf Rang 6 der wichtigsten Handelspartner Hamburgs. Das Vereinigte Königreich ist einer der wichtigsten Handelspartner des Hamburger Hafens. Im Jahr 2018 wurden Güter im Wert von insgesamt rund 4,2 Milliarden Euro aus Hamburg in das Vereinigte Königreich exportiert und Güter im Wert von rund 2,3 Milliarden Euro importiert. Das Exportvolumen stieg damit gegenüber 2017 um rund 120 Millionen Euro, während das Importvolumen im Vorjahresvergleich um etwa 150 Millionen Euro fiel. 

Nach Angaben der Handelskammer Hamburg unterhalten etwa 1.000 Hamburger Unternehmen Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich. Davon sind rund 200 Unternehmen permanent mit einer Niederlassung, über ein Joint Venture, eine Vertretung oder eine Produktionsstätte vor Ort präsent. Umgekehrt haben rund 70 britische Firmen in Hamburg einen Sitz. Nahezu alle Branchen sind im Großbritanniengeschäft engagiert – von der Industrie über die Banken bis hin zu Logistik und Außenhandel. Fast vier Milliarden Euro haben Firmen aus dem Vereinigten Königreich in Hamburg investiert. Das sind rund 13 Prozent aller Auslandsinvestitionen in Hamburg. Hamburger Firmen haben im Vereinigten Königreich über 7,5 Milliarden Euro angelegt (20 Prozent der Hamburger Auslandsinvestitionen). 

Ein vom Ausschuss der Regionen der EU in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass 17,5 Prozent der Hamburger Wirtschaftsleistung im produzierenden Gewerbe potenziell vom Brexit betroffen sind. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die bisher ausschließlich innerhalb der Europäischen Union (inkl. Vereinigtem Königreich) Geschäftsbeziehungen unterhalten haben und weiter Geschäftskontakte zum Vereinigten Königreich pflegen wollen, könnte der Brexit hart treffen, weil sie erstmalig ein spezielles Knowhow in der Zollabwicklung etc. aufbauen müssten.

Auswirkungen des Brexit auf die Hamburger Wirtschaft Hinweis: „Sonstige Ausfuhren“ bezeichnet die Summe aller weiteren Warengruppen mit niedrigeren Volumina (≤ 3%).


 

Vorbereitung der Wirtschaftsakteure

Grundsätzlich sollte sich aber jedes Unternehmen auf Veränderungen einstellen, insbesondere im Bereich des Warenverkehrs. Diese Vorbereitungen können umfangreich sein, abhängig unter anderem vom künftigen Engagement in Großbritannien, von der Unternehmensgröße und der Branche. Unternehmen sollten beispielsweise Verträge durch geeignete Klauseln ergänzen, ihre Lieferketten analysieren, Notfallpläne für einen harten Brexit aufstellen. Eine im Jahr 2020 von der IHK Nord durchgeführte Umfrage zum Vorbereitungsstand der Unternehmen auf den Brexit ergab im Wesentlichen, dass sich knapp die Hälfte der Unternehmen „sehr gut“ bzw. „eher gut“ vorbereitet sah, weniger als 10 % jedoch „eher schlecht“ oder „schlecht“ vorbereitet. Gleichzeitig beurteilten 64 % der Befragten die Entwicklung der künftigen Geschäftstätigkeiten im VJ als „eher ungünstig.“ Die Umfrageergebnisse sind auf der Website der IHK Nord abrufbar.

Die Handelskammer hat im September ebenfalls die Ergebnisse einer Umfrage zum Vorbereitungsstand der Hamburger Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Großbritannien auf den Brexit veröffentlicht: Der überwiegende Teil der Hamburger Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen nach Großbritannienfühlt sich gut auf den Brexit vorbereitet. Dabei ist besonders positiv, dass dies auch für die kleinen und mittleren Unternehmen gilt. Informationen dazu finden Sie auf der Website der Handelskammer Hamburg.



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