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Zahlenverhältnis Vorrang des unterrepräsentierten Geschlechts

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Interessieren Sie sich für die Verteilung von Frauen und Männern im schulischen Bereich? Möchten Sie den Begriff der Unterrepräsentanz besser verstehen?

Vorrang des unterrepräsentierten Geschlechts

Im Allgemeinen heißt Unterrepräsentanz:
Gemessen an der Gesamtheit von Personen (hier: eines einzelnen Bereichs) ist eine Gruppe von Personen (hier: Geschlechtsgruppe) unangemessen schwach vertreten.

Was heißt Unterrepräsentanz nach dem HmbGleiG?

In einer Dienststelle liegt der Frauen- oder der Männeranteil in einem Bereich unter 40 % (§ 3 Abs. 1 HmbGleiG). Bei der Festlegung des Grenzwertes wurde die Tatsache berücksichtigt, dass es Dienststellen bzw. auch Bereiche mit sehr geringer Größe (< 5) gibt.

Gibt es im schulischen Bereich Ausnahmen?

Ja. Bei der Festlegung der weiblichen Unterrepräsentanz wurden durch die Dienststelle  Ausnahmen entschieden.
Sie gelten, wenn der festgestellte Frauenanteil bei allen Lehrkräften der betroffenen Schulform deutlich (d. h. mehr als 10 %-Punkte) über dem Frauenanteil bei diesen Funktionskräften liegt.
Z.B. lag der Frauenanteil bei den Schulleitungen A 14 in den Grundschulen Ende 2016 bei 64,7 %. Der Frauenanteil bei den Lehrkräften in Grundschulen lag dagegen bei 87,9 %.

Was ist eine Dienststelle?

Dienststelle ist im HmbGleiG im Sinne von § 6 des Hamburgischen Personalvertretungsgesetzes (HmbPersVG) definiert, also hier: jede einzelne Schule.

Was ist ein Bereich?

Mit Bereichen sind keine organisatorischen Bereiche wie Fachbereiche oder Themenbereiche gemeint. Es handelt sich hierbei um eine eigene gesetzliche Definition (Legaldefinition).
Bereiche befinden sich grundsätzlich in einer Dienststelle. Ein Bereich definiert sich generell nach den Kriterien Laufbahn bzw. Fachrichtung und Bezahlungsgruppe (jeweilige Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe) sowie ggf. zusätzlich nach dem Kriterium Führungsfunktion (Vorgesetzten- und Leitungsfunktionen). Auszubildende bilden grundsätzlich einen eigenen Bereich (§ 3 Abs. 3 HmbGleiG).
Die Unterscheidung der Berufsgruppen wie z. B. Sozialpädagogik fällt unter das Kriterium Fachrichtung, Abteilungsleitung unter das Kriterium Führungsfunktion.

Wozu dient die Feststellung der Unterrepräsentanz?

In Auswahlverfahren müssen Unterrepräsentanzen verpflichtend berücksichtigt werden, um langfristig eine annähernd gleiche Verteilung von männlichen und weiblichen Beschäftigten zu erreichen.
D. h.: Bei jeder Stellenausschreibung hat die Dienststelle auf der Grundlage ihrer Personalstrukturdaten im Vorwege zu überprüfen, ob ein Geschlecht in dem Bereich, für den die Stelle ausgeschrieben wird, unterrepräsentiert ist.

Wie wird die Unterrepräsentanz ermittelt?

Beispiel: Eine Dienststelle (hier: Schule) schreibt eine Stelle in der Laufbahn/Fachrichtung Lehramt an Grundschulen der Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe A12/E12 aus. Alle Stellen in der Dienststelle (hier: Schule), die diese Kriterien erfüllen, ergeben den Bereich.  Wichtig: Hierbei müssen Personen gezählt werden und nicht Vollzeitstellen.

Was ist, wenn es weniger als 5 Beschäftigte innerhalb eines Bereiches sind?

Dies geschieht durch Zusammenfassung von Bereichen („Clustern“).  
In der Dienststelle wird der betroffene Bereich solange mit der oder den darunter liegenden Besoldungs- und Entgeltgruppen zusammengefasst, bis die Summe der Beschäftigten fünf – einschließlich der zu besetzenden Position – übersteigt (§5 (2) HmbGleiG).

Der Grund ist, dass eine Bezugsgröße für Beförderungs- und Auswahlentscheidungen von zu geringer Beschäftigtenzahl innerhalb eines Bereiches nicht geeignet ist.
Dienststellenübergreifende Zusammenfassung von Bereichen ist in Ausnahmefällen möglich. In der Begründung zum Gesetz wird der Bereich der Schulsekretärinnen und Schulsekretäre als Beispiel für diese Ausnahmeregelung genannt.

Wann greift die Vorrangregelung für das unterrepräsentierte Geschlecht im Auswahlverfahren?

Nach  Artikel 33 Absatz 2 des Grundgesetzes hat das Leistungsprinzip Vorrang. Deshalb muss die Dienststelle alle leistungsbezogenen Vergleichsinstrumente und -kriterien heranziehen, wenn Sie Bewerberinnen und Bewerber auswählt.
Nach § 5 Absatz 1 HmbGleiG sind bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung  Personen des unterrepräsentierten Geschlechts vorrangig zu berücksichtigen.
Somit müssen die sich Bewerbenden alle Auswahlschritte durchlaufen, bevor die Dienststelle das unterrepräsentierte Geschlecht bevorzugen kann. Es ist nicht zulässig, Bewerberinnen und Bewerber des überrepräsentierten Geschlechts von Anfang an auszuschließen.

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Danke für Ihr Interesse!

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