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Kritisch und konkret: Angeregte Diskussion über die Zukunft der Bildungspläne in Hamburg

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An zwei Nachmittagen am 3. und 11. Mai waren Vertretungen von rund 150 Institutionen aus dem Schulkontext eingeladen, mit den Fachleuten der Schulbehörde über die Entwürfe der Bildungspläne zu diskutieren. Leider waren nur jeweils rund 25 Personen der Einladung gefolgt und ergriffen die Gelegenheit, Kritik zu äußern, Vorschläge für Ergänzungen zu machen und Wünsche zur Weiterentwicklung der Pläne vorzutragen. Neben der Kritik gab es auch Lob.

Diskussion über die Zukunft der Bildungspläne

Kritisch und konkret: Angeregte Diskussion über die Zukunft der Bildungspläne in Hamburg

Nach der Vorstellung des neuen Allgemeinen Teils der Bildungspläne, der künftig für alle Klassenstufen und Schulformen gelten soll, meldeten sich die Besucherinnen und Besucher zu Wort. Einer bemängelte etwa, dass in diesem Teil Leistung und Fachinhalte eine zu kleine Rolle spielten. Eine Lehrerin fragte sich, woher sie die Zeit nehmen solle, „neben den Kernlehrplänen noch alle Leitperspektiven ansprechend und interessant [zu] vermitteln“. Die drei Leitperspektiven „Digitalisierung“, „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und „Wertebildung“ sowie die „Sprachbildung“ sollen künftig wie ein roter Faden in allen Fächern berücksichtigt werden. Für diese jetzt auch schriftlich festgehaltene Werteorientierung gab es überwiegend zustimmende Kommentare, allerdings komme „die Inklusion deutlich zu kurz“, bemängelte einer der eingeladenen Elternvertreter.

Es war ein sportliches Vorhaben, über insgesamt 101 Rahmenpläne zu diskutieren. „Wie sollen normale Eltern das alles lesen und verstehen?“ fragte sich ein Elternvertreter. Sicherlich hat nicht jede und jeder alle Pläne gepaukt, viele Vertreterinnen und Vertreter waren zu den Foren eher mit allgemeinen, übergreifenden Rückmeldungen gekommen. Nur die Fachlehrkräfte fielen durch detaillierte fachliche Anmerkungen auf. Hier war auf beiden Seiten Geduld gefragt, aber das ist bei einem offenen Forum wohl kaum zu vermeiden.

Die etwas stärkere Konzentration auf schriftliche Klassenarbeiten und Klausuren wurde eher skeptisch aufgenommen: „In manchen Fächern, wie in Musik, fehlen künftig wertvolle Unterrichtsstunden zur Vermittlung der Inhalte, wenn eine Klausur geschrieben werden muss“, kritisierte eine Lehrkraft die geplante Regelung. Etwas versöhnlicher könnte die Neuerung im Bereich der Digitalisierung stimmen: So soll künftig in jedem Halbjahr ein Teil der Klausuren ab Klassenstufe 5 unter Einbeziehung des Computers geschrieben werden. Dann wären natürlich auch Open-Book-Klausuren oder digitale Formate denkbar, die weiterhin die schriftlichen Kompetenzen und eine gute Prüfungsvorbereitung fördern, aber darüber hinaus auch die Möglichkeit bieten zusätzliche Fähigkeiten zu trainieren, wie Recherche, digitale Kompetenzen und Analyse.

Die Entwürfe der Bildungspläne sind im Internet» veröffentlich worden. Schriftliche Stellungnahmen der Interessenvertretungen werden noch bis 30. Juni 2022 entgegengenommen.

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