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Im Interview: Christian Tuchtfeldt, Initiator des Schulprojekts „Wir sind Poppenbüttel“

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Ein Schulprojekt sorgt gerade für viel mediale Aufmerksamkeit. Initiiert hat es Christian Tuchtfeldt, der rund 40 Jahre lang als Journalist beim Springer-Verlag tätig war. Seit März dieses Jahres engagiert er sich in Teilzeit an der Stadtteilschule Poppenbüttel, wo er Deutsch-Förderunterricht für Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassen und in zwei internationalen Vorbereitungsklassen gibt. Mit fünf Schülerinnen hat er nun das journalistische Projekt „Wir sind Poppenbüttel“ auf den Weg gebracht und bis zum Abschluss begleitet. Wir haben mit ihm gesprochen.

Tuchtfeldt Die Projektgruppe „Wir sind Poppenbüttel“: Christian Tuchtfeldt, Virginia Umbelina Maximiliana Talmon Motta, Jannika Hünerbein, Mobina Tawakoli, Raquel Pinto Goes Baptista Lopes und Nilgül Aydogan  

Interview Tuchtfeldt

Newsletter: Herr Tuchtfeldt, handelt es sich um ein Projekt im Rahmen des Unterrichts? Gibt es dafür Noten?

Christian Tuchtfeldt: Nein, das Projekt haben die fünf „Jung-Redakteurinnen“ außerhalb des Unterrichts in ihrer Freizeit umgesetzt. Dauer: rund acht Monate.

 Newsletter: Wie sind Sie auf die Idee für das Projekt gekommen?

 Tuchtfeldt: Die Schulleiterin Frau Wohlers erzählte in unserem ersten Kennenlern-Gespräch, dass Schülerinnen und Schüler aus 66 verschiedenen Nationen an der Stadtteilschule sind. Diese Anzahl an verschiedenen Nationalitäten fand ich extrem hoch für eine Schule in einem eher ruhigen Stadtteil am Hamburger Stadtrand. So war die Idee für dieses Projekt schnell geboren, das ist ein typisch journalistischer Stoff. Ich habe die Idee im Intranet vorgestellt und Interessenten zu einem Infogespräch eingeladen. Fünf Schülerinnen haben sich schließlich gefunden, um das Projekt redaktionell umzusetzen.

Newsletter: Wer steckt hinter der Schülerinnen-Redaktion?

Tuchtfeldt: Fünf Schülerinnen aus der 12. und 13. Klasse: Jannika, eine gebürtige Deutsche, Mobina aus Afghanistan, Raquel aus Portugal, Nilgül aus der Türkei und die Deutsch-Brasilianerin Virginia.

Newsletter: Wie sind die jungen Frauen zusammengekommen?

Tuchtfeldt: Sie kennen sich aus der Oberstufe der Schule, sind teilweise befreundet.

Newsletter: Wie viel Zeit haben die Schülerinnen insgesamt in das Projekt investiert?

Tuchtfeldt: Sie haben acht Monate an dem Projekt gearbeitet, wie gesagt: in ihrer Freizeit. Sie haben vollkommen selbstständig ihre Gesprächspartner ausgesucht, interviewt und die Texte geschrieben. So sind sie schnell auf mehrere Wochenstunden für das Projekt gekommen.

Newsletter: Wie haben die Mitschülerinnen und Mitschüler auf das Projekt reagiert?

Tuchtfeldt: Es war anfangs aufwändig, Schülerinnen und Schüler als Interviewpartner zu finden. Viele waren skeptisch, wollten nur ungern ihre ganz persönliche Geschichte erzählen, noch mehr wollten sich nicht fotografieren lassen. Mit jedem Schüler, der mitmachte, wurde die Arbeit leichter. Das Projekt sprach sich in der Schule herum. Dennoch mussten die Jung-Redakteurinnen bis zum Schluss kämpfen, um die festgelegte Zahl von 50 SchülerInnen zu bekommen. Elf Interviews wurden schließlich für die Mülltonne produziert - die SchülerInnen waren zu gleich zwei Fototerminen nicht erschienen und konnten somit nicht Teil des Projekts werden. Unter der Schüler- und auch Lehrerschaft hat das Projekt großen Anklang gefunden, man könnte tatsächlich sagen: Viele sind stolz, dabei zu sein.

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