Behörde für Schule und Berufsbildung

Zuwanderung Unterricht in der Erstaufnahme

Flüchtlingskinder lernen in jahrgangs­übergreifenden Gruppen

Unterricht in der Erstaufnahme

Flüchtlingskinder, Asylbewerber und andere Zuwanderer ohne Bleiberecht werden in Hamburg zunächst in der Zentralen Erstaufnahme (ZEA) in der Harburger Poststraße oder in einer der zurzeit sechs Zweigstellen in ganz Hamburg untergebracht. Jeden Tag kommen neue Flüchtlinge in die Einrichtungen, darunter viele Familien mit Kindern. Insgesamt leben zurzeit 1.300 junge Flüchtlinge in Hamburg – Tendenz steigend. In den Erstaufnahmestellen der Stadt leben zurzeit 506 schulpflichtige Asylbewerber (Stand: 2.2.2015), die in Begleitung ihrer Eltern oder anderer Bezugspersonen nach Hamburg gekommen sind. In den Erstversorgungseinrichtungen des Kinder- und Jugendnotdienstes und anderen Einrichtungen der Jugendhilfe sind außerdem weitere 490 minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung über die Grenze gekommen sind, untergebracht (Stand: 18. Februar 2015). Allein 2014 sind insgesamt 856 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge nach Hamburg eingereist, das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 75 Prozent.

Für alle Kinder im schulpflichtigen Alter gilt in Hamburg die Schulpflicht. In den Zentralen Erstaufnahmen unterrichten speziell geschulte Lehrkräfte und Sozialpädagogen die Kinder und Jugendlichen in jahrgangsübergreifenden Lerngruppen. Der Unterricht erfolgt in zwei Blöcken, einem Block zwischen Frühstück und Mittagessen und einem am Nachmittag. Inhaltlich steht der Spracherwerb im Vordergrund: In fünf bis sechs Schulstunden täglich werden den Kindern Grundkenntnisse vermittelt, und sie bekommen eine erste Orientierung für das Leben in Deutschland. Nach einem Aufenthalt von durchschnittlich drei Monaten in der ZEA wird den Familien in der Regel eine Wohnunterkunft zugewiesen. Für die Kinder und Jugendlichen erfolgt an dieser Stelle der Wechsel auf eine allgemeinbildende Schule. Die meisten Flüchtlingskinder werden eine IVK besuchen, einzelne aber auch in eine Basisklasse gehen oder gleich in die Regelklassen der allgemeinbildenden Schulen. Während die Einstufung in die unterschiedlichen Klassen bislang ausschließlich über das Schulinformationszentrum (SIZ) erfolgte, soll das Verfahren jetzt umgestellt werden: Künftig entscheiden die Lehrkräfte der ZEAs darüber, welche Schulform und Jahrgangsstufe die passendste für die Flüchtlingskinder ist, da sie diejenigen sind, die engen Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern halten und diese deshalb am besten beurteilen können. Die einzelnen Bewertungen werden in einem sogenannten ZEA-Bogen festgehalten, der die Grundlage für die spätere Zuweisung in eine Basis-, IV- oder Regelklasse sein wird.

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