Behörde für Schule und Berufsbildung

Schülerboom Sieben neue Schulen für Harburg, Neugraben und Altona

Schülerzahl wächst – Senat stellt weitere Pläne vor

Um rund 15.000 ist in den letzten sieben Jahren die Anzahl der Schülerinnen und Schüler an Hamburgs allgemeinbildenden Schulen gewachsen, allein um über 2.300 im letzten Jahr. Bildungssenator Ties Rabe: „Hamburg ist für viele Menschen zu einer Hoffnungsstadt geworden. Das ist eine gute Entwicklung. Wir wollen, dass alle Kinder in Hamburg gute Schulen besuchen können. Wir haben deshalb die Investitionen in den Schulbau mehr als verdoppelt und werden in Harburg, Neugraben und im Altonaer Innenstadtbereich sieben neue Schulen bauen. Zudem wird eine Reihe bestehender Schulen erweitert. Das ist eine großartige Aufgabe für die Schulbehörde, Schulbau Hamburg, die Bezirke und die Schulen, über die ich mich freue.“

Sieben neue Schulen für Harburg, Neugraben und Altona

Senator Rabe weiter: „Damit setzen wir unsere Politik fort: Statt Schulschließungen gründen wir neue Schulen. Und zwar nicht nur in Neubaugebieten wie der Hafencity, sondern auch in bestehenden Wohnquartieren.“ In der Amtszeit von Senator Rabe entstanden so unter anderem die Stadtteilschule Rissen, die Ilse-Löwenstein-Stadtteilschule (Uhlenhorst), die Stadtteilschule Meiendorf oder das Gymnasium Hoheluft (Eimsbüttel). Vor kurzem stellte Senator Rabe außerdem die Pläne für zwei neue Grundschulen im Eimsbütteler Kerngebiet vor. Ties Rabe: „Wohnungsbau und der Bau zusätzlicher Schulen gehen Hand in Hand. Wir wollen auch für die Zukunft sicherstellen, dass es immer genügend schöne Schulen für Hamburgs Kinder gibt.“

Deshalb hat der Senat die Investitionen in den Schulbau mehr als verdoppelt. Während in der Zeit von 2000 bis 2010 jährlich durchschnittlich rund 150 Millionen Euro investiert wurden, sind es seit 2012 im Jahr durchschnittlich rund 350 Millionen Euro, im Jahr 2017 sogar rund 460 Millionen Euro.

Die neuen Schulbaupläne für das Altonaer Kerngebiet und den Bezirk Harburg umfassen den Neubau von vier Grundschulen (drei in Altona, eine in Harburg), zwei Gymnasien in Altona und einer Campus-Stadtteilschule in Neugraben sowie die Erweiterung von acht Grundschulen und einem Gymnasium. Insgesamt entstehen zusätzliche Schulangebote für rund 3.000 Grundschulkinder sowie 4.300 Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen.

Altonaer Kerngebiet

Die Schülerzahl im Kerngebiet von Altona ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. 2012 wurden rund 900 Erstklässler in 42 erste Klassen in den umliegenden Grundschulen eingeschult, im kommenden Schuljahr werden es bereits rund 1.150 in 58 Klassen sein. Ab 2021 rechnet die Schulbehörde mit jährlich zwischen 1.300 und 1.600 Erstklässlern. Das liegt einerseits am Bau zusätzlicher Wohnungen, andererseits an der deutlich verbesserten Wohn- und Lebensqualität mit Kitas, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und Kulturangeboten, aber auch verkehrsberuhigten Straßen: „Junge Familien mit Kindern ziehen nicht mehr wie in den vergangenen Jahrzehnten aus Altona an den Stadtrand, sondern bleiben in der Stadt. Wir freuen uns darüber und handeln entsprechend“, so Bildungssenator Ties Rabe.

Die Schulbehörde will deshalb bis zum Jahr 2022/2023 drei neue Grundschulen mit jeweils vier Parallelklassen im Altonaer Kerngebiet bauen, davon eine Grundschule im nördlichen Bahrenfeld (Trabrennbahn), eine im Grenzbereich Bahrenfeld / Ottensen und eine im Grenzbereich Ottensen / Othmarschen. In Abstimmung mit dem Bezirksamt werden aktuell mehrere Flächen für Grundschulstandorte geprüft. Zusätzlich werden die Grundschulen Rothestraße (Ottensen), Mendelssohnstraße (Bahrenfeld) und die Loki-Schmidt-Schule (Othmarschen) zu fünfzügigen (fünf Parallelklasse pro Jahrgang) und nach der Verlagerung der Holstenbrauerei die Theodor-Haubach-Schule (Altona-Nord) zur siebenzügigen Grundschule erweitert.

Die drei neuen Grundschulen und die Schulerweiterungen bieten zusammen 16 zusätzliche Parallelklassen für rund 350 Erstklässler oder  rund 1.700 Grundschüler.

Auch das Schulangebot an weiterführenden Schulen wird ausgebaut. Das bereits laufende Bauprogramm umfasst den Neubau von zwei Gymnasien und den Ersatzbau einer Stadtteilschule sowie die Erweiterung bestehender Schulen. So laufen bereits die Planungen und demnächst die Bauarbeiten für das neue Altonaer Struensee-Gymnasium an der S-Bahn Königstraße und das neue Deutsch-Französische Gymnasium auf dem gleichen Schulgelände. Für diese beiden Gymnasien startet der hochbauliche Wettbewerb in den nächsten Wochen, so dass sukzessive bis 2023 insgesamt sieben weitere Gymnasialzüge zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird in diesem Jahr die Vergrößerung des Gymnasiums Allee in der Max-Brauer-Allee fertiggestellt.  Darüber hinaus startet noch in diesem Jahr auf dem Gelände des stillgelegten Altonaer Güterbahnhofs in der „Neuen Mitte Altona“ der Bau des neuen Schulgebäudes für die bisherige Kurt-Tucholsky-Stadtteilschule in Altona-Nord mit bis zu sechs Parallelklassen pro Jahrgang.

Die Schulbehörde nimmt den verstärkten Wohnungsbau im Altonaer Kerngebiet zum Anlass, diese bereits laufenden Ausbaupläne noch einmal zu erweitern und zusätzlich zwei neue weiterführende Schulen zu bauen. So soll das eigentlich zur Schließung vorgesehene alte Schulgebäude der Kurt-Tucholsky-Stadtteilschule nach dem Umzug der Stadtteilschule in die Neue Mitte Altona (s.o.) nicht wie ursprünglich geplant aufgegeben werden, sondern erhalten bleiben. Nach gründlicher Renovierung soll dort ein neues zusätzliches Gymnasium entstehen. Darüber hinaus wird ein weiteres zusätzliches Gymnasium an der Trabrennbahn Bahrenfeld mit mindestens vier Zügen geplant.

Die beiden neuen Gymnasien, der beginnende Bau der bereits geplanten beiden Gymnasien und die Erweiterungen der bestehenden Schulen im Altonaer Kerngebiet summieren sich auf 18 Parallelklassen und bieten rund 3.200 Schülerinnen und Schülern schöne neue Schulen.

Liane Melzer, Bezirksamtsleiterin Altona: „Schulen stellen für den Bezirk Altona einen besonders wichtigen Standortfaktor dar. Gemeinsam mit der Behörde für Schule und Berufsbildung werden wir weiterhin nach geeigneten neuen Schulstandorten suchen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir diese auch finden werden.“

Harburg und Süderelbe

Die Schülerzahl im Kerngebiet von Harburg ist in den letzten Jahren ebenfalls deutlich gestiegen. 2012 wurden rund 750 Erstklässler in 39 Klassen eingeschult, 2018 werden es über 1.000 in 48 Klassen sein. Für das Schuljahr 2020/21 geht die Schulbehörde von über 1.100 Erstklässlern aus. Nach den vorliegenden Einwohnerdaten wird sich diese Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen.

Die Schulbehörde will deshalb vier Grundschulen im Harburger Kerngebiet erweitern. So sollen die Schulen in der Alten Forst, Kapellenweg, Kerschensteinerstraße und Marmstorf um jeweils einen Zug für die Eingangsklassen 2018/19 ausgebaut werden. Zudem wird im Kerngebiet „Am Soldatenfriedhof 21“ eine  neue Grundschule mit vier Zügen entstehen. Dieser Neubau war eigentlich als Ersatzbau für die Grundschule Kerschensteiner Straße vorgesehen, die zurzeit übergangsweise das Schulgebäude Baererstraße nutzt. Da diese Lösung aber außerordentlich gut funktioniert, soll die Grundschule in der Baererstraße bleiben. Der geplante Neubau Am Soldatenfriedhof wird dadurch frei für eine ganz neue Grundschule.

Die geplanten Erweiterungen und die neue Grundschule bieten insgesamt acht neue Grundschulzüge für rund 170 Erstklässler und insgesamt rund 850 Grundschüler.

Für die weiterführenden Schulen der Region wurden bereits mit dem Schulentwicklungsplan 2012 die Voraussetzungen für ein bedarfsgerechtes Schulangebot geschaffen. Diese Maßnahmen sind teilweise bereits umgesetzt (Baumaßnahmen oder Nutzung ehemaliger Berufsschulflächen an den Gymnasien), stehen kurz vor der Fertigstellung (Lessing-Stadtteilschule) oder sind derzeit in der Realisierungsphase (Goethe-Schule Harburg).

Süderelbe

Den geplanten Wohnungsbau in der Region Süderelbe begleitet die Behörde für Schule und Berufsbildung mit einem Ausbauprogramm für Schulen. „Kurze Beine – kurze Wege“ bedeutet für die Grundschulversorgung, dass vor allem dort ausgebaut wird, wo die neuen Wohnungen entstehen. Derzeit wird angesichts des Wohnungsbaus von fünf weiteren Grundschulzügen ausgegangen, die in den kommenden Jahren fertigzustellen sind. Geplant sind der Ausbau der Grundschule am Johannisland (Neugraben-Fischbek) von 3,5 auf fünf Züge, der Ausbau der Grundschule Ohrnsweg (Neugraben-Fischbek) um zwei auf fünf Züge und der Ausbau der Grundschule Neugraben um einen auf fünf Züge.

Die geplanten Erweiterungen bieten insgesamt 4,5 neue Grundschulzüge für rund 100 Erstklässler und insgesamt rund 490 Grundschüler.

Zusätzlich soll in der Region Neugraben eine neue weiterführende Schule gebaut werden. Da Eltern nach der Grundschulzeit frei entscheiden können, ob ihr Kind ein Gymnasium oder eine Stadtteilschule besuchen soll, rechnet die Schulbehörde mit einem Bedarf von vier Zügen. Gymnasium und zwei Zügen Stadtteilschule im Jahrgang 5. Zusätzlich muss bei der Schulplanung berücksichtigt werden, dass nach Jahrgang 7 eine Reihe von Schülerinnen und Schülern das Gymnasium verlässt, das heißt, dass der Bedarf an der Stadtteilschule steigen wird. Vor diesem Hintergrund plant die Schulbehörde eine sechszügige Campusschule mit 2-3-zügiger Stadtteilschule und 3-4-zügigem Gymnasium. Ähnliche Schulen wie zum Beispiel die Heinrich-Hertz-Schule oder die Gyula-Trebitsch-Schule erfreuen sich größter Beliebtheit. Aktuell prüft die Behörde für Schule und Berufsbildung in enger Abstimmung mit dem Bezirk Harburg die möglichen Standorte.

Die geplante neue Campus-Stadtteilschule bietet insgesamt sechs neue Züge für rund 150 Fünftklässler und insgesamt rund 1.100 Schüler.

Dierk Trispel, stellvertretender Bezirksamtsleiter Harburg: „Wir freuen uns, dass es in Harburg eine ergänzende Grundschule und in Neugraben-Fischbek einen zusätzlichen Standort für eine weiterführende Schule geben wird. Dies sind wichtige Bausteine für die Infrastruktur in Harburg und Süderelbe, die zur positiven Entwicklung der Quartiere für Familien beitragen werden.“

Weitere neue Schulen

Bereits im Februar hatte die Schulbehörde bekannt gegeben, dass im Eimsbütteler Kerngebiet in der Nähe der Lutterothstraße zwei neue Grundschulen gegründet werden: Die neue Wolfgang-Borchert-Schule in der Schwenckestraße 91 soll im August 2019 die Türen öffnen, die Grundschule Telemannstraße 10 voraussichtlich zwei Jahre später. Beide Schulen sollen zusammen Platz für rund 700 Grundschülerinnen und -schüler bieten. Die Schulbehörde rechnet mit Investitionskosten zwischen 15 und 20 Millionen Euro. Auch in Hamburgs jüngstem Stadtteil, der Hafencity, sind mit der Grundschule Baakenhafen auf dem Kleinen Grasbrook sowie der weiterführenden Schule „Schulcampus Hafencity“ mit Stadtteilschule und Gymnasium zwei weitere Schulen geplant.

vergrößern Grundschulen nach Bezirken sortiert (Bild: Behörde für Schule und Berufsbildung)

Hamburgs Grundschulen: www.hamburg.de/grundschulen
Hamburgs Weiterführende Schulen: www.hamburg.de/weiterfuehrende-schulen
Schulinfosystem: www.hamburg.de/schulinfosystem 

 


Rückfragen der Medien:

Bezirksamt Altona
Martin Roehl, Pressesprecher
Tel. (040) 42811-1512
E-Mail: pressestelle@altona.hamburg.de

Bezirksamt Harburg
Bettina Maak, Pressesprecherin
Tel. (040) 42871-4010
E-Mail: Pressestelle@harburg.hamburg.de


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