Schule in Zahlen Schuljahr 2018/19 startet mit mehr Schülerinnen und Schülern und zusätzlichen Lehrkräften

Schulbau 2018-2020: Fertigstellungen von über einer Milliarde Euro

Ab Donnerstag, 16. August startet für rund 199.200 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen in Hamburg das neue Schuljahr. Davon werden 14.666 Erstklässler und 14.433 Fünftklässler ab dem 21. August an ihrer neuen staatlichen Schule eingeschult. Schulsenator Ties Rabe:  "Die Schülerzahl steigt weiter, im Vergleich zum letzten Jahr rechnen wir an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen mit einem Anstieg um 2.170 auf 199.200, rund 18.000 Schüler mehr als 2010. Trotz dieses Wachstums wollen wir die Qualität unserer Schulen weiterhin durch mehr Pädagogen und erhebliche Investitionen in den Schulbau verbessern. Die Zahl der Pädagogen an den staatlichen allgemeinbildenden Schulen erreicht jetzt mit 15.799 Vollzeitstellen einen neuen Rekordstand, rund 370 mehr als im letzten Jahr. Für den Schulbau investiert der Senat von 2018 bis 2020 rund eine Milliarde Euro, mehr als doppelt so viel wie früher.“

Schuljahresauftakt

14.666 neue Erstklässler (Vorjahr 14.253) und 14.433 neue Fünftklässler (Vorjahr 13.682) werden nach den Sommerferien an den staatlichen Schulen eingeschult, 1.164 Schüler mehr in den Eingangsklassen als im letzten Jahr. Trotz des Schülerrekords und der freien Schulwahl ist es der Schulbehörde und den Schulleitungen gelungen, dass rund 95 Prozent der Erstklässler und ebenfalls 95 Prozent der Fünftklässler an ihrer Wunschschule eingeschult werden können. Möglich wurde das unter anderem durch das Schulbauprogramm der letzten Jahre.

An den 58 staatlichen Stadtteilschulen werden 6.710 Schülerinnen und Schüler in 298 neue Klassen eingeschult (2017/18: 6.110). An den 61 Hamburger Gymnasien werden 7.582 Schülerinnen und Schülern in 274 neue Klassen eingeschult (Vorjahr: 7.503). Auf Basis des Gastschulabkommens besuchen auch 155 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein Hamburgs staatliche weiterführende Schulen (Vorjahr 217). 182 weitere Schülerinnen und Schüler werden acht fünfte Klassen an 6-jährigen Grundschulen besuchen.

370 zusätzliche Pädagogen für bessere Unterrichtsqualität

Senator Rabe: "Wir werden weiterhin zahlreiche neue Lehrkräfte und Pädagogen einstellen. Die Zahl der Vollzeitstellen für Lehrkräfte und weitere Pädagogen an staatlichen allgemeinen Schulen steigt im Vergleich zum Vorjahr um 370 auf 15.799 Vollzeitstellen, darunter 13 .975 Lehrkräfte und 1.824 weitere Pädagogen. Davon sind im kommenden Schuljahr 1.421 Stellen ausschließlich für Aufgaben in der Inklusion (Vorjahr 1.326) vorgesehen, das allein ist ein Zuwachs von 207 Stellen. Für die Aufgaben im Ganztag werden im kommenden Schuljahr rund 1.103 Stellen zugewiesen. Mit den zusätzlichen Pädagogen können die hohen Standards der Hamburger Schulen aufrechterhalten und sogar noch ausgebaut werden. Im bundesweiten Vergleich investiert Hamburg damit pro Schülerin und Schüler weiterhin mit die höchsten Finanzmittel, wie erst jüngst der Bildungsmonitor ermittelt hat.“

Zahl der Ausbildungsplätze für Lehrkräfte in Hamburg wird deutlich erhöht

Um den wachsenden Bedarf nach zusätzlichen Lehrkräften zu erfüllen, wird die Schulbehörde die Zahl der Ausbildungsplätze für Lehrkräfte in den kommenden Jahren deutlich um rund 15 Prozent beziehungsweise 135 Plätze anheben. Darüber hinaus werden in Zukunft Bewerber stärker begünstigt, die gute Studiennoten und zusätzlich auch schon Berufserfahrung an Schulen gesammelt haben. Rabe: „In vielen anderen Bundesländern herrscht seit Jahren dramatischer Lehrermangel. In Hamburg haben wir bisher Glück gehabt, weil die Stadt attraktiv ist und viele junge Lehrkräfte auch das Hamburger Schulsystem als attraktives Berufsumfeld entdeckt haben. Aber die Situation wird nicht leichter. Deshalb haben wir jetzt eine Reihe von Maßnahmen eingeführt, um zusätzliche Lehrkräfte zu bekommen.“

Senat investiert von 2018 bis 2020 eine Milliarde Euro  in den Schulbau

Damit die neuen Schüler auch künftig in schönen Schulen lernen können, investiert die Schulbehörde in den kommenden drei Jahren von 2018 bis 2020 rund eine Milliarde Euro in den Schulbau der allgemeinbildenden Schulen. Schulsenator Ties Rabe: „Mehr Schüler, das bedeutet auch immer größere und bessere Schulgebäude. Deshalb investieren wir in die Schulen mit einem sehr ambitionierten Schulbauprogramm.“

Drei Stadtteilschulen profitieren besonders: Die stark gewachsene Stadtteilschule Lurup bekommt eine ganz neue Schule für rund 35 Millionen Euro. Nach jahrelanger Durststrecke in schlechten Altbauten bekommt auch die Stadtteilschule Am See in Steilshoop den langersehnten Neubau für rund 30 Millionen Euro. In Sanierung und Neubau der Stadtteilschule Wilhelmsburg investiert die Schulbehörde 26 Millionen Euro.

Senator Rabe: „Von 2011 bis 2017 wurden bereits insgesamt 2,4 Milliarden Euro in den Schulbau investiert. 2011 hat der Senat ein großes Schulbauprogramm beschlossen, um den jahrelangen Sanierungsstau zu überwinden, die Qualität der Schulgebäude deutlich zu verbessern und zugleich die Schulen auszubauen. Obwohl die Schülerzahl in den letzten sieben Jahren um 18.000 gestiegen ist, ist die Raumsituation heute besser als damals. Das zeigt, dass der Senat seine Aufgabe sehr ernst nimmt - und auch in Zukunft für alle Schülerinnen und Schüler gute Schulen bauen wird.“

Statt Schulschließungen gründet der Senat neue Schulen, und zwar nicht nur in Neubaugebieten wie der Hafencity, sondern auch in bestehenden Wohnquartieren. Seit 2011 entstanden so unter anderem die Stadtteilschule Rissen, die Ilse-Löwenstein-Stadtteilschule (Uhlenhorst), die Stadtteilschule Meiendorf, das Gymnasium Hoheluft (Eimsbüttel) und das Struensee-Gymnasium (Altona). Vor kurzem stellte Senator Rabe die Pläne für sechs neue Grundschulen, zwei Gymnasien und einer Stadtteilschule sowie die Erweiterung von acht Grundschulen und einem Gymnasium in Eimsbüttel, Harburg und Altona vor. Ties Rabe: "Wohnungsbau und der Bau zusätzlicher Schulen gehen Hand in Hand. Wir wollen auch für die Zukunft sicherstellen, dass es schöne Schulen für Hamburgs Kinder gibt."

Vier zusätzliche Unterrichtsstunden an Stadtteilschulen

Zum neuen Schuljahr bekommen die Schülerinnen und Schüler an Stadtteilschulen in den Schulklassen 5-8 jeweils eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche. Damit sollen die Kernfächer Deutsch und Mathematik gestärkt und mehr Zeit zum Üben, Wiederholen und Vertiefen zur Verfügung gestellt werden. Schülerleistungsstudien wie zuletzt der IQB-Bildungstrend 2016 hatten Hamburg insgesamt deutlich bessere Ergebnisse bestätigt. Doch ein Vergleich der Stundenpläne der Bundesländer hatte ergeben, dass Hamburg bei der Zahl der Unterrichtsstunden an Stadtteilschulen Nachholbedarf hat. Dank der zusätzlichen Unterrichtsstunden liegt Hamburg künftig in der Spitzengruppe der westdeutschen Bundesländer. Mit den zusätzlichen Stunden und aufgrund weiterer Verschiebungen in der Stundentafel sollen die Schulen künftig in allen Klassenstufen 5-10 jede Woche durchschnittlich 8,7 statt bisher 7,7 Deutsch- und Mathestunden erteilen.

Rechtschreibung soll besser werden - neue Maßnahmen zum Schuljahr 2018/19

Um die Rechtschreibung weiter zu verbessern, werden im kommenden Schuljahr mehrere Reformen eingeführt. Ein Musterlehrplan regelt künftig deutlich genauer als bisher, welche Rechtschreibphänomene in welchen Klassenstufen der Grundschule unterrichtet werden müssen. Für Rechtschreib-Aufgaben werden den Lehrkräften Beispiele und Anregungen zur Verfügung gestellt. Erstmals wird ein Mindestumfang an Rechtschreibunterrichtsstunden festgelegt. Zudem werden in den Klassenstufen 3 bis 8 künftig pro Jahr sechs statt der bisherigen vier Deutsch-Klassenarbeiten geschrieben. Die beiden zusätzlichen Klassenarbeiten sollen sich ausschließlich mit dem Thema Rechtschreibung befassen. Eine erste Rechtschreib-Klassenarbeit soll bereits in der zweiten Jahreshälfte von Klasse 2 geschrieben werden. Schrittweise werden computergestützte Übungsarbeiten eingeführt, die den Lehrkräften helfen, die individuellen Probleme, Stärken und Schwächen ihrer Schüler besser zu diagnostizieren. Und schließlich wird ab Klasse drei für alle Fächer eine „Korrekturpflicht“ von Rechtschreibfehlern eingeführt.

Förderung begabter  Schülerinnen und Schüler durch das Projekt „Begabungspiloten“

Im kommenden Schuljahr nehmen zwölf Hamburger Schulen aus allen drei Schulformen an der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ teil. Unter anderem werden zusätzliche Kurse für begabte Schülerinnen und Schüler entwickelt und angeboten. Experten aus 16 Hochschulen und Instituten werden die Schulen in der Entwicklung ihrer Förderkonzepte begleiten. Zudem wird 2019 eine Aufbauqualifizierung der Fachlehrkräfte für Begabtenförderung beginnen, für die sich auch Lehrkräfte aus weiteren Schulen bewerben können.

Ganztag: Teilnahmequote erreicht mit 83,9 Prozent neuen Höchststand

Alle Hamburger Grundschulen bieten kostenlose Ganztagsangebote – und fast 84 Prozent der Grundschulkinder nehmen jetzt am Ganztag teil, 2.100 Kinder mehr als im Vorjahr. Für den Ganztag an den Grundschulen haben sich 54.244 Schülerinnen und Schüler angemeldet (Vorjahr 52.136). Die Teilnahmequote stieg damit auf 83,9 Prozent an (Vorjahr 82,7 Prozent). 29.972 (46,4 Prozent) Kinder nutzen zudem die Ganztagsbetreuung in den Ferien und werden dort durchschnittlich 5,4 Wochen im Jahr betreut. Die Ganztagsangebote in den Randzeiten vor 8 und nach 16 Uhr nutzen 4.074 (Frühbetreuung) beziehungsweise 5.640 Kinder (Spätbetreuung).

Stabiles Schulsystem: 371 staatliche und 97 private Schulen

Das staatliche Schulwesen umfasst insgesamt 371 Schulen: 191 selbständige Grundschulen, 58 Stadtteilschulen (davon 13 mit eigenen Grundschulabteilungen), 61 Gymnasien, 13 Sonderschulen, 13 Regionale Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ), 32 Berufsbildende Schulen und drei Schulen der Erwachsenenbildung. Darüber hinaus gibt es 97 Privatschulen: 31 Grundschulen, 27 Stadtteilschulen (einschließlich acht Rudolf-Steiner-Schulen), zwölf Gymnasien, fünf Sonderschulen sowie 21 Berufsbildende Schulen. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler an nicht-staatlichen allgemeinbildenden Schulen wird voraussichtlich bei rund zehn Prozent liegen und damit stabil gegenüber den Vorjahren sein.

Schulen in Hamburg im Schuljahr 2018/19 

 

staatliche Schulen

nicht staatliche Schulen

Gesamt

Sonderschulen

13 (13)

5 (5)

18 (18)

ReBBZ

13 (13)

- (-)

13 (13)

Grundschulen

191 (191)

31 (30)

222 (222)

Stadtteilschulen

58 (58)

27 (27)

85 (85)

Gymnasien

61 (61)

12 (11)

73 (72)

Erwachsenenbildung

3 (3)

1 (1)

4 (4)

berufsbildende Schulen

32 (32)

21 (21)

53 (53)

 

Insgesamt

 

371 (371)

 

97 (95)

 

468 (466)


Schülerprognosen

Wie in den Vorjahren veröffentlicht die Schulbehörde für die Schülerzahl des kommenden Schuljahres Planungszahlen, die auf der Anmelderunde aus dem Frühjahr basieren. Aufgrund von Umzügen und Umentscheidungen der Sorgeberechtigten können die tatsächlichen Schülerzahlen des kommenden Schuljahres davon abweichen. Der exakte Schülerbestand wird daher erst nach der Einschulung im Rahmen der Schuljahresstatistik genau erfasst.


Voraussichtliche Zahl der Schülerinnen und Schüler1)2)

 

 

Plan 2018/19 3

 

Differenz 

Plan 2018/

 Plan 2017

Absolut

Differenz

in %

Staatliche Allgemeinbildende Schulen

VSK

 

8.800

 

+500

+6,0

Grundschulen Klassen 1-4

 

57.800

 

+1.000

+1,8

Grundschulen Klassen 5-6

 

400

 

-30

-7,0

Stadtteilschulen Sek I

 

43.900

 

+400

-1,0

Gymnasien Sek I

 

40.700

 

+600

+1,5

Stadtteilschulen Sek II

 

10.300

 

-100

-1,0

Gymnasien Sek II

 

11.500

 

-300

-2,5

Erwachsenenbildung5

 

1.400

 

-

-

ReBBZ

 

2.100

 

-

-

Andere Sonderschulen

 

1.900

 

+100

+5,5

Summe

 

178.800

 

+ 2.170

+1,2

Berufliche Schulen

 

50.700

 

-800

+1,0

Zusammen

 

229.500

 

+1.370

+0,6%

Nicht staatliche Schulen

Allgemeinbildende Schulen

 

20.400

 

-100

-0,5

Berufliche Schulen4

 

(2.500)

 

-

-

Zusammen

 

(22.900)

 

-

-

Insgesamt

 

(252.400)

 

-

-

  1. Inklusive Schülerinnen und Schüler, die ins Ausland beurlaubt sind.
  2. Inklusive Schülerinnen und Schüler in Basis-/Internationen Vorbereitungsklassen und beruflichen Bildungsgängen für Migranten.
  3. Basis ist die Schülerprognose auf Basis der Schuljahresstatistik 2017 und der 13. KBV-W2, korrigiert durch die Anmeldezahlen in den Eingangsklassen der staatlichen Schulen (Stand: Personalorganisationskonferenz 4. Juni 2018).
  4. Basis ist die Schülerprognose auf Basis der Schuljahresstatistik 2016 und der 13. KBV-W2, korrigiert durch die Anmeldezahlen in den Eingangsklassen der staatlichen Schulen (Stand: Personalorganisationskonferenz 31. Mai 2017).

Voraussichtlich kleinste und größte staatliche Schulen im Schuljahr 2018/19

Kleinste Grundschulen

Schule

Schüler/innen im Schuljahr 2018/19

Schuljahreserhebung 2017

Inselschule Neuwerk

2

1

Schule Cranz

86

90

Ganztagsschule an der Elbe (Altona-Altstadt)

91

103

Größte Stadtteilschulen

Schule

Schüler/innen im Schuljahr 2018/19

Schuljahreserhebung 2017

Goethe-Schule-Harburg

1.688

1.691

Julius-Leber-Schule (Schnelsen)

1.654

1.714

Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg

1.618

1.581

Größte Gymnasien

Schule

Schüler/innen im Schuljahr 2018/19

Schuljahreserhebung 2017

Gymnasium Ohmoor (Niendorf)

1.263

1.239

Gymnasium Grootmoor (Bramfeld)

1.244

1.225

Gymnasium Lohbrügge

1.097

1.102



Kontakt

Peter Albrecht

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Schule und Berufsbildung
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22083 Hamburg
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