Behörde für Schule und Berufsbildung

Abschlussprüfungen Mathe-Abitur wird gewertet – aber Schülerinnen und Schüler können sich mündlich prüfen lassen

Hamburg folgt Empfehlung der Kultusministerkonferenz (KMK)

Die schriftlichen Mathematik-Abiturprüfungen haben bundesweit zu Schülerprotesten und Diskussionen geführt. Nach Rücksprache mit Lehrkräften aller Schulen und ersten Korrekturen zeigt sich, dass die Hamburger Abiturklausur auf erhöhtem Niveau („Leistungskurs-Niveau“) angemessen war, die Klausur auf grundlegendem Niveau („Grundkurs-Niveau“) dagegen im Vergleich zu den Klausuren der letzten Jahre relativ schwer. Die Hamburger Schulbehörde hat deshalb entschieden, dass alle Abitur-Klausuren in Mathematik normal gewertet werden. Schülerinnen und Schüler, die die Klausur auf grundlegendem Niveau geschrieben haben, bekommen jedoch die Gelegenheit, im Rahmen einer mündlichen Prüfung ihre Note zu verbessern.

Mathe-Abitur

Hamburg verwendet seit 2017 in den schriftlichen Mathematik-Abiturprüfungen nur noch Aufgaben aus dem so genannten „bundesweiten Aufgabenpool“, die von Mathematik-Experten aller Bundesländer gemeinsam erarbeitet wurden. Hamburgs Schülerinnen und Schüler erzielen dabei in der Regel einen Notendurchschnitt zwischen 3,1 und 3,4 auf der 6er-Zensurenskala. In diesem Jahr bilden zwei der vier unterschiedlichen Hamburger Mathematik-Abiturklausuren allerdings Ausnahmen: Lehrkräfte bestätigten im Rahmen einer Befragung, dass die Aufgaben dieser Klausuren für sich betrachtet anspruchsvoll, im Niveau wohl noch angemessen, jedoch in der Summe und Zusammenstellung für die Bearbeitungszeit zu umfangreich waren. Es sei damit zu rechnen, dass diese Klausuren eine Note schlechter ausfallen. Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler würde sich dadurch die Abitur-Gesamtnote um 0,083 verschlechtern. Wer beispielsweise mit einem Notendurchschnitt von 2,30 gerechnet hatte, würde dann einen Schnitt von 2,38 erzielen.

Von den rund 2.600 Mathematik-Abiturklausuren sind rund 1.200 betroffen. Um die Schülerinnen und Schüler, die diese Abiturklausuren geschrieben haben, nicht zu benachteiligen, können alle Betroffenen, wenn sie es wollen, eine mündliche Prüfung machen und auf diesem Wege versuchen, ihre Mathematiknote zu verbessern. Mündliche und schriftliche Prüfung fließen jeweils zu 50 Prozent in die Endnote ein. Alle Stadtteilschulen und Gymnasien sind entsprechend informiert worden und werden jetzt die betroffenen Schülerinnen und Schüler ansprechen. Nach allen Erfahrungen wird rund die Hälfte der Betroffenen diese Chance wahrnehmen. Die Zahl der mündlichen Prüfungen wird sich dadurch von rund 9.600 um gut sechs Prozent auf rund 10.200 erhöhen. Schulen und Lehrkräfte bekommen für die zusätzliche Arbeit der Lehrkräfte einen Ausgleich.

Die Schülerproteste aus elf Bundesländern waren auch Anlass für Beratungen der KMK. Dabei zeigte sich, dass die Bundesländer in diesem Jahr in ganz unterschiedlichem Maße bundeseinheitliche Poolaufgaben und Landesaufgaben eingesetzt haben. Nur Hamburg hat alle Pool-Aufgaben übernommen, die meisten Länder haben nur einen Teil ihrer Aufgaben aus dem Pool entnommen. Weil sich die Klausuren insofern deutlich unterscheiden, differieren auch die zu erwartenden Ergebnisse. Um Schülerinnen und Schüler nicht zu benachteiligen, empfiehlt die KMK den Ländern, im Falle einer deutlichen Abweichung der Klausurergebnisse vom langjährigen Mittel zur Sicherung der – auch langjährigen – Vergleichbarkeit länderspezifische Maßnahmen zu ergreifen. Mit der Möglichkeit einer mündlichen Nachprüfung setzt Hamburg diese Empfehlung um.