Prüfungsaufgaben Mathematik-Abitur: Klausur war zu schwierig

Bestimmte Aufgaben-Konstellationen können zu Überforderung führen

Aktuelle Zwischenergebnisse bestätigen die Einschätzung der Hamburger Schulbehörde, dass zwei der vier in Hamburg eingesetzten Mathematik-Abiturklausuren zu schwer waren. Hamburg setzt seit drei Jahren in Mathematik ausschließlich Aufgaben ein, die von einer Kommission auf Bundesebene entwickelt wurden. Bislang gab es dabei keine Auffälligkeiten: Hamburgs Schülerinnen und Schüler erzielen bei den neuen Bundes-Abiturprüfungen Durchschnittsnoten zwischen 3,1 und 3,4 – nicht schlechter und nicht besser als die anderen Länder. In diesem Jahr aber führen die Bundesaufgaben in bestimmten Zusammensetzungen bei den Klausuren auf grundlegendem Niveau (Grundkurs) zu einer Überforderung der Schülerinnen und Schüler. Das hat das für die Bundesaufgaben zuständige Institut für Qualität im Bildungswesen (IQB) gegenüber der Hamburger Schulbehörde jetzt bestätigt. Deshalb soll der Bewertungsmaßstab für diesen besonderen Fall angepasst werden. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das, dass ihre Klausuren besser bewertet werden als ursprünglich geplant.

Mathematik-Abitur zu schwierig

Hamburger Schulleitungen und Mathematik-Lehrkräfte hatten in der letzten Woche bereits auf die Unwucht in den Klausuren hingewiesen. Während die Klausuren auf erhöhtem Niveau (Leistungskursniveau) im Großen und Ganzen angemessen waren, waren die Klausuren auf grundlegendem Niveau in der zur Verfügung stehenden Zeit kaum zu schaffen. Vor diesem Hintergrund hat die Schulbehörde hierzu den Austausch mit den Schulleitungen der weiterführenden Schulen gesucht und das KMK-Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB Berlin) um eine Überprüfung und ggf. Zulassung einer Anpassung des Bewertungsmaßstabes für die Mathematik-Klausur auf grundlegendem Niveau gebeten. Das IQB Berlin ist den Hinweisen Hamburgs gefolgt, hat eine Überprüfung vorgenommen und empfiehlt den Ländern in diesem besonderen Fall eine Anpassung des Bewertungsschlüssels für das Mathematikabitur auf grundlegendem Niveau (Prüfungsdatum 3. Mai 2019).

Die Schulbehörde wird nun umgehend eine entsprechende Anpassung des Bewertungsschlüssels vornehmen. Alle Stadtteilschulen und Gymnasien wurden entsprechend informiert und werden ihrerseits jetzt die betroffenen Schülerinnen und Schüler ansprechen und beraten. Auch weiterhin besteht die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler, die die Mathematik-Abiturprüfung auf grundlegendem Niveau abgelegt hatten, ihre Note im Rahmen einer mündlichen Prüfung verbessern können.

Hintergrund: KMK-Abitur-Aufgabenpool

Seit 2017 entnehmen die Bundesländer Aufgaben für die schriftliche Mathematik-Abiturprüfung aus dem bundeseinheitlichen Pool. Diese Pool-Aufgaben werden von Experten aller Bundesländer zusammen mit Wissenschaftlern des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) auf der Basis von Vorschlägen der Bundesländer entwickelt. Sie entsprechen den zwischen allen Bundesländern vereinbarten Bildungsstandards und dienen dazu, die Abiturprüfungen vergleichbarer zu machen. Jedes Land entscheidet selbst, wie viele Pool-Aufgaben und wie viele landesspezifische Aufgaben bzw. Aufgabenteile in den landesspezifischen Abiturprüfungen eingesetzt werden. Hamburg entnimmt seit 2017 für die schriftlichen Mathematik-Abiturprüfungen alle Aufgaben aus dem bundeseinheitlichen Pool und setzt keine eigenen Landesaufgaben mehr ein.

Kontakt

Peter Albrecht

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Schule und Berufsbildung
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
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