Virtuelle Ausbildung Werkfeuerwehrklasse im digitalen Einsatz

Virtuelles Training im neuen Ausbildungsraum der Beruflichen Schule Gelutec

Mit VR-Brille vor Augen und Controller in der Hand lernen die angehenden Werkfeuerwehrleute an der Beruflichen Schule Gesundheit, Luftfahrt und Technik (Gelutec; BS 10). In diesem Schuljahr ist der erste Jahrgang mit 41 Auszubildenden im neuen Ausbildungsberuf in Hamburg gestartet. Beim Einsatztraining per Virtual Reality löschen sie Brände und reflektieren anschließend mittels Videodokumentation ihren Einsatz. Das VR-Training ist nur eines der vielen neuen Unterrichtsmittel im Multifunktionsraum für die Auszubildenden. Die Schule verfolgt damit konsequent den Weg der Hamburger berufsbildenden Schulen, die Schülerinnen und Schüler mittels praxisnaher Unterrichtseinheiten bestmöglich auf ihr Berufsleben vorzubereiten.

Zwei männliche Auszubildende mit VR-Brillen und Controller üben Löscheinsatz Auszubildende im digitalen Einsatz

Werkfeuerwehrklasse im digitalen Einsatz

Rainer Schulz, Staatsrat der Behörde für Schule und Berufsbildung: „Praxisnahes Lernen an der Berufsschule bedeutet zunehmend digitales Lernen. Deshalb sind neue Technologien und neue digitale Unterrichtsmethoden an unseren berufsbildenden Schulen eine Selbstverständlichkeit. Die Digitalisierung macht vor keinem Beruf halt. Unsere Schulen reagieren darauf mit vielfältigen berufsspezifischen digitalen Lernmitteln. Dazu zählen auch Simulatoren in der Luftfahrttechnik, spezielle Software für Mechatroniker, digitale Medien für medizinische Fachberufe oder eben das VR-Taktiktraining für Feuerwehrleute. Wir wollen in diesem Bereich weitere Impulse setzen. Dies gelingt durch den guten Austausch mit den Unternehmen und konsequente Investitionen in eine zukunftsfähige IT-Infrastruktur an allen Schulen.“

Bernd Herrenkind, Leiter der Feuerwehrakademie Hamburg: „Die Ausstattung des Multifunktionsraums mit der digitalen Technik für ein VR-Feuerwehr-Einsatztraining und das damit verbundene Engagement der Beruflichen Schule Gelutec BS 10 zeigt, dass wir für die Ausbildung unserer Nachwuchskräfte die richtigen Partner gefunden haben. Die virtuellen Trainingsmöglichkeiten sind eine optimale Ergänzung unserer sehr praxisbezogenen Ausbildung der Feuerwehrfrauen und -männer. Für die Feuerwehr Hamburg ist der noch neue Ausbildungsberuf, durch den Schülerinnen und Schüler direkt in die Feuerwehrausbildung einsteigen können, bereits ein Erfolgsmodell. Bisher waren zwei Lehrgänge pro Jahr mit insgesamt 48 Auszubildenden in diesem Beruf geplant. Zukünftig könnten es auch drei Lehrgänge pro Jahr werden.“

Investitionen in zukunftsfähige IT-Infrastruktur

Rund 100 Millionen Euro pro Jahr investiert der Hamburger Senat seit 2014 in Sanierungs- und Bauprojekte an den berufsbildenden Schulen, bis 2027 insgesamt 720 Millionen Euro. Die Gebäude werden in diesem Zuge auch umfassend digital aufgerüstet. Alle 32 staatlichen berufsbildenden Schulen sind an das städtische Glasfasernetz angeschlossen, ein Großteil verfügt über flächendeckendes WLAN, digitale Tafeln, PCs, Notebooks und Tablets. Hinzukommen berufsspezifische digitale Medien, die die Schulen eigenverantwortlich und oft in enger Kooperation mit den ausbildenden Unternehmen anschaffen.

Multifunktionsraum an der Gelutec (BS10)

75.000 Euro investierte die BS 10 in den neuen Multifunktionsraum für die Werkfeuerwehr-Ausbildung. Hier können die angehenden Retter an dem von österreichischen Spezialisten gemeinsam mit der Schule entwickelten VR-Einsatztraining üben. Auch eine Wärmebildkamera steht zur Verfügung. Ihre Bilder werden über WLAN direkt von der Einsatzstelle zur Auswertung an die Schülerinnen und Schüler ins Klassenzimmer übertragen. „Der Multifunktionsraum bietet viele Szenarien aus dem echten Feuerwehrleben. Das ermöglicht uns deutlich bessere Lernsituationen, natürlich auch an exemplarischen Objekten“, sagt Schulleiter Matthias Jürgens.

Denn zusätzlich zur digitalen Ausstattung gibt es klassische Arbeitsmaterialien der Feuerwehrleute, einige sind Sachspenden der Unternehmen Honeywell und Aurubis. So können die Azubis beispielsweise mit einem Spreizer technische Hilfe bei einer eingeklemmten Person leisten. An der Brandmeldeanlage üben die Klassen Wartungsarbeiten. Im „Rauchhaus“ können sie simulieren, wie und unter welchen Bedingungen sich Brandrauch ausbreitet.

Neuer Ausbildungsgang Werkfeuerwehr

Der erste, neu geschaffene Ausbildungsgang für Werkfeuerwehrleute startete im Sommer 2018 mit 41 Auszubildenden. In erster Linie wird der Nachwuchs der Hamburger Berufsfeuerwehr ausgebildet. Seither waren die Azubis in der überbetrieblichen handwerklichen Kompaktausbildung in den Bereichen Elektrotechnik, Sanitär, Holz- und Metallbau an den Ausbildungszentren der Innungen. Ein weiterer Baustein ist die 18-monatige Ausbildung an der Feuerwehrakademie. Ihren berufsschulischen Teil – insgesamt neun Monate – absolvieren die Azubis im Blockunterricht an der BS 10.

Die Berufliche Schule Gesundheit Luftfahrt Technik (Gelutec)

Die Gelutec besuchen rund 1.400 Schülerinnen und Schüler. Die Schule bildet neben den Werkfeuerwehrleuten verschiedene gesundheitstechnische Berufe in den Bereichen Augenoptik, Orthopädietechnik und Zahntechnik aus. In der Flugzeugtechnik besuchen angehende Fluggerätemechaniker sowie Fluggerätelektroniker die Gelutec. Im Bereich Fertigungstechnik werden an der Schule die Berufe Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker unterrichtet. Im Weiterbildungsbereich bietet die Gelutec in Kooperation mit drei weiteren berufsbildenden Schulen die Fachschule Produktionstechnik und Datenmanagement an. Die BS 10 ist federführend engagiert im Entwicklungsnetzwerk für Aus- und Weiterbildung in der zivilen Luftfahrtindustrie der Metropolregion Hamburg, dem Hamburg Centre of Aviation (HCAT). Weitere Informationen unter www.gelutec.hamburg 

Rückfragen der Medien

Hamburger Institut für Berufliche Bildung
Christine Gottlob, Pressereferentin

Telefon: 040 428 31 - 2314
Email: christine.gottlob@hibb.hamburg.de
Internet: www.hibb.hamburg.de/

 

 

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Pressesprecher

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