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Hamburg mehrsprachig Schulen bauen herkunftssprachlichen Unterricht um 27 Prozent aus

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82 zusätzliche herkunftssprachliche Kurse an 30 Schulen, weiterhin hohe Nachfrage bei Türkisch, Konsulatsunterricht rückläufig

Der Ausbau des herkunftssprachlichen Unterrichts seit 2016 geht gut voran: Um insgesamt 82 Kurse an 30 Schulen ist das staatliche Angebot jetzt erweitert. Waren es vor dem Ausbau 2016 noch 296 Angebote an rund 50 Schulen, so sind es im aktuellen Schuljahr bereits 378 herkunftssprachliche Angebote in zwölf Sprachen an insgesamt 84 Schulen – das ist ein Anstieg von über 27 Prozent. Im aktuellen Schuljahr besuchen jetzt über 4.000 Schülerinnen und Schüler herkunftssprachliche Unterrichtsangebote ihrer Schule, das sind 900 mehr als noch 2016. Schulsenator Ties Rabe kündigte an, den Ausbau fortzusetzen. „Ich freue mich, dass so viele Kinder und Jugendliche neugierig und aufgeschlossen Sprachen lernen. Der Erfolg spornt uns an, die Ausbauoffensive fortzusetzen.“

Pressekonferenz zu herkunftssprachlichen Unterricht von links nach rechts: Bilge Yörenç (Landesinstitut/ Stadtteilschule Am Hafen), Banu Grad (Georg-Kerschensteiner-Grundschule), Eric Vaccaro (Schulbehörde), Schulsenator Ties Rabe, Michael Reichmann (Schulbehörde)

Schulen bauen herkunftssprachlichen Unterricht um 27 Prozent aus

Schulsenator Ties Rabe: „Fast 40 Prozent aller Hamburger Kinder wachsen zwei- oder sogar mehrsprachig auf. Sie alle sollen sehr gut Deutsch lernen, aber auch ihre Herkunftssprachen besser lernen. Deshalb haben wir den herkunftssprachlichen Unterricht seit 2016 gezielt ausgebaut. Für eine internationale Metropole mit Handelsbeziehungen rund um den Globus ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler viele Sprachen sicher können. Zugleich nehmen wir den Wunsch von Familien mit Zuwanderungshintergrund ernst, dass ihre Kinder auch die Wurzeln und die Sprache der Eltern kennenlernen. Sprachen bauen Brücken und verbinden Kulturen und Menschen – das tut Hamburg gut.“

Das herkunftssprachliche Unterrichtsangebot der Schulbehörde, also für Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Herkunftssprache als Deutsch, wurde seit 2016 gezielt ausgebaut. Der Fokus lag dabei besonders auf den in Hamburg neben Deutsch am meisten gesprochenen Sprachen Türkisch, Arabisch und Farsi/Dari. 46 zusätzliche Angebote wurden allein für das Fach Türkisch eingerichtet. Zudem entstanden zwölf Angebote in Arabisch und 20 Kurse in Farsi/Dari. Aber auch die Angebote in Italienisch und Spanisch wurden erweitert: So entstanden zentrale Kurse in Italienisch am Emilie- Wüstenfeld-Gymnasium (Eimsbüttel) und ein bilingualer Zweig Deutsch-Spanisch am Albrecht-Thaer-Gymnasium (Stellingen). In Hamburg bietet die Schulbehörde herkunftssprachlichen Unterricht in insgesamt zwölf Sprachen. Neben Türkisch, Arabisch, Farsi/Dari, Italienisch und Spanisch sind das: Albanisch, Bosnisch, Chinesisch, Polnisch, Portugiesisch, Romanes und Russisch. Für besonders seltene Sprachen wie Aramäisch oder Paschtu organisiert ein Träger im Auftrag der Schulbehörde einzelne Kurse.

An den Hamburger Grundschulen wird herkunftssprachlicher Unterricht meistens als freiwilliger zusätzlicher Unterricht erteilt, in der Regel drei Stunden pro Woche. In den weiterführenden Schulen findet herkunftssprachlicher Unterricht oft als Wahlpflicht- oder Fremdsprachenunterricht als reguläre zweite oder dritte Fremdsprache statt. Zudem gibt es herkunftssprachlichen Unterricht an einigen Schulen als bilinguales Unterrichtsangebot: Dann werden auch andere Fächer, beispielsweise Geschichte oder Biologie, in einer Fremdsprache unterrichtet. Dieser Unterricht wird oft in Kooperation mit den entsprechenden Ländern durchgeführt. Gegenwärtig gibt es Kooperationsabkommen mit Spanien, Portugal, Italien und der Türkei. Ab Sommer 2020 wird dann mit dem Deutsch-Französischen Gymnasium Hamburg (Altona-Altstadt) auch das neue Kooperationsabkommen mit Frankreich umgesetzt.

Neben dem herkunftssprachlichen Unterricht der staatlichen Schulen bieten die Konsulate der Türkei, Portugals, Spaniens, Kroatiens und Serbiens eigene Sprachkurse für Schülerinnen und Schüler an. Dieser so genannte Konsulatsunterricht wurde in den 1970er von verschiedenen Staaten als Angebot für die eigenen Auswanderer und ihre Kinder eingeführt. Schulsenator Ties Rabe: „Diese Angebote entstanden in einer Zeit, in der die Schulen in Deutschland keine entsprechenden Angebote hatten. Heute sind wir klüger: Zu einer gelungenen Integration gehört, die eigenen Wurzeln nicht zu verleugnen, sondern sie kennenzulernen und sich im Gespräch mit anderen auszutauschen.“ Die Teilnehmerzahl am Konsulatsunterricht geht offenbar auf Grund des Ausbaus der neuen staatlichen Unterrichtsangebote der Schulbehörde seit 2016 kontinuierlich zurück. So sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler im türkischen Konsulatsunterricht seit 2016 von 737 auf jetzt noch 349 Schülerinnen und Schüler. Auch bei den anderen Konsulaten sind die Zahlen rückläufig.

Grundsätzlich stehen die herkunftssprachlichen Unterrichtsangebote den Schülerinnen und Schülern aus allen Schulen zur Verfügung. Wo immer es möglich ist, findet der Unterricht deswegen an einzelnen zentralen Standorten statt. So werden beispielsweise Arabisch-Kurse an fünf Standorten über die Stadt verteilt angeboten, so dass sie möglichst gut erreicht werden können.

Hamburger Schulen bieten neben dem herkunftssprachlichen Unterricht ein breites Spektrum an Fremdsprachunterricht an. An vielen Schulen gibt es bilinguale Angebote. An sechs Hamburger Grundschulen (Anton-Rée-Schule Allermöhe, Elbinselschule, Rudolf-Roß-Grundschule, Schule An der Gartenstadt, Schule Max-Eichholz-Ring, Schule Vizelinstraße) wird Englisch immersiv unterrichtet. Das heißt, dass jedes Fach außer Deutsch in englischer Sprache unterrichtet wird. Zudem gibt es sechs bilinguale Grundschulen in weiteren Sprachen: Italienisch (Schule Döhrnstraße), Spanisch (Schule Lutterothstraße, Schule Wielandstraße), Portugiesisch (Rudolf-Roß-Grundschule) oder Türkisch (Heinrich-Wolgast-Schule, Schule Lämmersieth). Zumeist ist der Sachunterricht bilingual – auf Deutsch und in der jeweiligen Partnersprache. Dabei nimmt der partnersprachliche Anteil kontinuierlich zu. An 29 Stadtteilschulen und Gymnasien kann dieser Unterricht in bilingualen Zweigen fortgesetzt werden.

Hamburger Schülerinnen und Schüler können zudem in verschiedenen Fremd- und Herkunftssprachen das Abitur ablegen. So kann laut geltender allgemeiner Prüfungsordnung für die allgemeine Hochschulreife (APO-AH) das Abitur in den Sprachen Arabisch, Chinesisch, Englisch, Farsi, Französisch, Griechisch, Italienisch, Japanisch, Latein, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch abgelegt werden.

Broschüre Fremdsprachen Schuljahr 2019/20 (inkl. Übersicht der Sprachen und Schulen): https://t1p.de/j5bc

Rückfragen der Medien
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