Lehrernachwuchs Neue Referendare: 764 Bewerbungen auf 414 Plätze

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Rekordzahl: Bildungssenator begrüßt erstmals mehr als 400 neu eingestellte Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst

Für Hamburgs Schulsystem starten die 20er Jahre mit einem Rekord: 414 neue Referendarinnen und Referendare beginnen am 1. Februar mit der nach dem Studium zweiten Phase der Lehrerausbildung. Das ist die höchste Zahl der letzten 30 Jahre. Aufgrund des hohen Lehrkräftebedarfs hatte Bildungssenator Ties Rabe die Zahl der Ausbildungsplätze um über 40 Prozent von 570 auf 810 pro Jahr erhöht. Künftig sollen deshalb zwei Mal pro Jahr jeweils mindestens 405 junge Lehrkräfte für den Vorbereitungsdienst eingestellt werden. Ties Rabe: „Die Schülerzahl wächst, trotzdem wollen wir die kleinen Klassen und die hohe Qualität des Unterrichts beibehalten. Deshalb brauchen wir erheblich mehr Lehrkräfte, entsprechend haben wir die Zahl der Ausbildungsplätze dramatisch erhöht. Angesichts des Lehrermangels in vielen Bundesländern waren wir sehr gespannt, ob es gelingen wird, diese hohe Zahl von Ausbildungsplätzen zu besetzen. Ich freue mich sehr, dass uns das gelungen ist. Hamburgs Schulsystem genießt bei vielen Bewerberinnen und Bewerbern einen guten Ruf.“

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Neue Referendare: 764 Bewerbungen auf 414 Plätze

Seit rund zehn Jahren lag die Ausbildungskapazität in der zweiten Phase der Lehrerausbildung bei jährlich rund 570 Lehrkräften im Vorbereitungsdienst. Seit Februar 2019 wurde diese Zahl in vier Halbjahresschritten auf den neuen Rekordwert von 810 Plätzen angehoben. Rabe: „In vielen anderen Bundesländern herrscht seit Jahren dramatischer Lehrermangel. In Hamburg haben wir bisher Glück gehabt, weil die Stadt attraktiv ist und weil viele junge Menschen das Hamburger Schulsystem als attraktives Berufsumfeld entdeckt haben. Aber die Situation wird nicht leichter. Deshalb haben wir die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich erhöht.“

Gegenüber dem Vorjahr (Februar 2019) ist die Zahl der Bewerbungen zwar auf 764 zurückgegangen (-202), liegt aber immer noch deutlich höher als die Zahl der Ausbildungsplätze. Die Einstellungsquote lag damit bei 54 Prozent. Die Bewerbungen verteilen sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Lehrämter. Am begehrtesten waren wie schon in den vergangenen Jahren die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt an Gymnasien. Den 133 Plätzen standen 371 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, das entspricht einer Einstellungsquote von 36 Prozent. Für die 157 Plätze für das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe I gab es 230 Bewerbungen (Einstellungsquote 68 Prozent), für die 64 Plätze für Berufsschullehrkräfte 87 Bewerbungen (Einstellungsquote 74 Prozent) und für die 60 Plätze für Sonderschullehrkräfte 76 Bewerbungen (Einstellungsquote 79 Prozent).

Senator Ties Rabe: „Die Zahl der Bewerbungen sinkt seit Jahren. Dennoch ist Hamburg im Vergleich zu anderen Bundesländern, in denen viele Plätze unbesetzt bleiben und zum Teil mehr als ein Drittel der Plätze mit Quereinsteiger besetzt werden, noch in einer komfortablen Situation. Nur 5,5 Prozent aller Plätze im Vorbereitungsdienst (23 von 414 Plätzen) wurden mit Quereinsteigern besetzt.“ Als Quereinsteiger gelten in Hamburg Bewerberinnen und Bewerber, die wie alle anderen auch ein komplettes Masterstudium mit zwei Unterrichtsfächern vorweisen können, aber in ihrem Studium nicht das Fach Pädagogik studiert haben. Dieser Mangel wird in der zweiten Phase der Lehrerausbildung durch intensive Begleitung behoben. Quereinsteiger werden in Hamburg nur dann eingestellt, wenn für bestimmte Schulformen und Unterrichtsfächer zu wenig reguläre Bewerbungen vorliegen. Das gilt seit Jahren beispielsweise für das Unterrichtsfach Elektrotechnik an Berufsschulen.

Das Durchschnittsalter der neuen Nachwuchslehrkräfte liegt stabil bei 30,8 Jahren (August 2019: 30,8, Februar 2019: 31,5). Ebenfalls gleichgeblieben ist der Anteil an männlichen Neueinstellungen: Nur 29 Prozent der Referendare sind Männer. Den höchsten Anteil an männlichen Lehrkräften im Vorbereitungsdienst verzeichnet das Lehramt für Sonderpädagogik mit 40 Prozent, gefolgt von den Gymnasien mit 38 Prozent. Am wenigsten männliche Referendare gibt es an für das Lehramt an Grundschulen (16,6 Prozent).

Bildungssenator Ties Rabe: „Es ist für mich nach wie vor unverständlich, warum verhältnismäßig wenig Männer Lehrer werden wollen. Der Beruf bietet eine anspruchsvolle und spannende Aufgabe mit guten Karrierechancen, ist im Vergleich zu anderen Berufen kündigungssicher und zudem sehr gut bezahlt. Bereits im ersten Berufsjahr erhalten Lehrkräfte nach Abzug der privaten Krankenversicherung mindestens rund 3.000 Euro Nettoeinkommen im Monat, wer mit Mitte 30 verheiratet ist und zwei Kinder hat, erzielt bereits rund 4.000 Euro netto im Monat. Ich fürchte, dass der Grund für die immer geringere Zahl männlicher Lehrkräfte eher die klassischen Rollenvorstellungen von „Männerberufen“ und „Frauenberufen“ sind. Für eine erfolgreiche Bildung und Erziehung von Jungen und Mädchen ist es jedoch ganz wichtig, dass sie an den Schulen gleichermaßen von Männern und Frauen ausgeübt und vorgelebt werden.“

Die Leistung der neu Eingestellten kann sich sehen lassen: Der Notendurchschnitt beträgt 1,72. Am besten sind die Durchschnittszensuren der neuen Referendare an den Gymnasien mit 1,61. Wie bereits in den letzten Jahren werden auch diesmal 14 Lehrkräfte in den Vorbereitungsdienst aufgenommen, die im Ausland eine in Deutschland nicht anerkannte Lehramtsqualifikation abgeschlossen haben. Sie haben die Möglichkeit, durch den Hamburger Vorbereitungsdienst ohne ein erneutes Studium eine Zulassung für ein Lehramt in Deutschland zu bekommen.

Parallel zum Ausbau der Ausbildungsplätze hat die Schulbehörde auch das Bewerbungsverfahren geändert. In der Vergangenheit wurden nur 60 Prozent der Ausbildungsplätze an die besten Bewerberinnen und Bewerber vergeben, rund 40 Prozent wurden dagegen nur nach Wartezeit und sozialer Lage vergeben. Das führte immer wieder dazu, dass Bewerberinnen und Bewerber mit Spitzennoten von 1,1 oder 1,2 keinen Ausbildungsplatz in Hamburg bekamen und in andere Bundesländer abwanderten. Seit dem letzten Jahr werden die Kriterien „Abschlussnote im Studium“ und „Wartezeit“ sowie das neue Kriterium „Berufserfahrung in Schule“ nach einem bestimmten Schlüssel bei jeder Bewerbung berücksichtigt. Schulsenator Ties Rabe: „Das neue Verfahren begünstigt Bewerberinnen und Bewerber mit einem guten Studienabschluss und mit Berufserfahrung an Schulen, die Bedeutung der Wartezeit wurde dagegen deutlich abgeschwächt. Dadurch können wir jetzt die besseren Kandidaten gewinnen.“

Lehrerausbildung am LI: www.li.hamburg.de/lia/

Anpassungsqualifizierung für Lehrkräfte mit ausländischer Berufsqualifikation: www.li.hamburg.de/anpassungsmassnahme/

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Peter Albrecht

Pressesprecher

Freie und Hansestadt Hamburg
Behörde für Schule und Berufsbildung
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Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
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