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#CoronaHH In Hamburg sind aktuell nur rund 1,5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in Quarantäne

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Schulsenator fordert Studie: Wird die Infektionsgefahr in der Schule überschätzt?

Die Schulbehörde ist Spekulationen über angeblich hohe Quarantänezahlen von Schülerinnen und Schülern sowie Schulbeschäftigten entgegengetreten. „In Hamburg sind derzeit 4.252 Schülerinnen und Schülern sowie Schulbeschäftigte vorbeugend in Quarantäne, weil sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten, das entspricht einer Quote von 1,46 Prozent der insgesamt 290.500 Schülerinnen und Schülern sowie Schulbeschäftigten“, so Schulsenator Ties Rabe. „Es ist gut und vernünftig, dass die Gesundheitsämter auf Nummer sicher gehen und Schüler, Schülerinnen und Schulbeschäftigte in Quarantäne schicken. Doch die Zahlen sind nach wie vor gering. Es ist besser, wenn 1,46 Prozent in Quarantäne sind, als wenn wir für 100 Prozent aller Schülerinnen und Schüler den Unterricht einschränken.“

Schulsenator fordert Studie: Wird die Infektionsgefahr in der Schule überschätzt?

Die Zahl der in Quarantäne befindlichen Schüler, Schülerinnen und Schulbeschäftigten darf nicht mit der Zahl der tatsächlich Infizierten verwechselt werden. In Hamburg sind derzeit 804 Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte mit Corona infiziert, das entspricht einer Quote von 0,28 Prozent. Wer zusätzlich zu den Infizierten in vorbeugende Quarantäne geschickt wird, entscheiden allein die Gesundheitsämter nach einer genauen Überprüfung der Kontakte jedes Infizierten.

Dazu findet an den Schulen nach wie vor eine sorgfältige Kontaktnachverfolgung statt. Alle Hamburger Schulleitungen helfen den Gesundheitsämtern, indem sie für jeden infizierten Schüler die Sitzpläne aller Unterrichtskurse sowie die schulischen Kontakte des betroffenen Schülers sorgfältig auflisten und den Gesundheitsämtern zur Verfügung stellen.

Bundesweit wird von Verbandsvertretern immer wieder behauptet, dass mehr als drei Prozent aller Schülerinnen und Schüler sowie aller Schulbeschäftigten in Quarantäne sind. Senator Ties Rabe: „Diese öffentlich immer wieder behaupteten Zahlen sind mehr als doppelt so hoch wie die Hamburger Quote. Möglicher Weise sind die Zahlen stark übertrieben, sie sollten deshalb dringend überprüft werden.“

Rabe regte zugleich an, die Infektionsgefahren des Schulbetriebes genauer zu untersuchen. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Kultusministerkonferenz bei einem wissenschaftlichen Institut eine Studie in Auftrag gibt, die das Infektionsgeschehen in den Schulen genauer untersucht. Wir kennen zwar die Zahl der mit Corona infizierten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, aber wir wissen nicht, ob sie sich in der Schule oder außerhalb der Schule infiziert haben. Gerade das ist aber entscheidend für alle Diskussionen über die Öffnung oder Schließung der Schulen. Die absolute Zahl der Infizierten sagt nichts über den Ort der Infektion. Die Hinweise verdichten sich, dass sich die meisten Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigten gar nicht in der Schule, sondern außerhalb der Schule in der Freizeit infiziert haben. Es ist wirklich ein unhaltbarer Zustand, dass es zu einem so wichtigen Lebensbereich und politisch umstrittenen Thema kaum Daten und Fakten gibt.“

Die Schulbehörde untersucht immer wieder die Infektionen an den Hamburger Schulen. In den meisten Fällen handelt es sich um Einzelfälle, die ganz offensichtlich außerhalb der Schule infiziert wurden, weil es innerhalb der Schule, der Jahrgangsstufe oder der Klasse gar keinen zweiten Infektionsfall gegeben hat. Häufen sich an einer Schule die Infektionen, wird genauer geprüft. Mit manchmal erstaunlichen Ergebnissen.

So wurden in der letzten Woche die Infektionen von Schülerinnen, Schülern und Schulbeschäftigten an drei Schulen mit höheren Infektionszahlen überprüft. Dort wurden in den letzten zehn Tagen insgesamt 42 Fälle gemeldet. Im Rahmen der Kontaktnachverfolgung wurde ermittelt, dass sich mindestens 16 (38 Prozent) in der Familie oder im privaten Wohnumfeld, mindestens sieben (17 Prozent) bei Freunden und mindestens vier (10 Prozent) im Betrieb infiziert haben. Bei 14 Infizierten (33 Prozent) ist die Nachverfolgung noch abgeschlossen, doch zurzeit gibt es bei keinem einzigen der 42 infizierten Schülerinnen, Schülern und Schulbeschäftigten einen Hinweis auf eine Ansteckung in der Schule.

Kontakt

Peter Albrecht

Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
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