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Klimafreundlicher Schulbau Ziel: Bis 2023 rund 100.000 Quadratmeter Photovoltaik-Anlagen auf Hamburgs Schuldächern

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Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm HWSP ermöglicht auch millionenschwere Klimaoffensive und Erweiterung des erfolgreichen Schulbau-Modells auf weitere 19 Immobilien

Auf den Dächern der Hamburger Schulen sollen 100.000 Quadratmeter Photovoltaikanlagen und 200.000 Quadratmeter Gründachfläche gebaut werden. Darauf haben sich die Schulbehörde, die beiden städtischen Schulbauunternehmen Schulbau Hamburg (SBH) und Gebäudemanagement Hamburg (GMH) sowie die Finanzbehörde verständigt. Die Fläche der neuen Photovoltaikanlagen entspricht 15 Bundesliga-Fußballfeldern, die der neuen Gründächer sogar 30 Fußballfeldern. Insgesamt werden allein für diese beiden Maßnahmen rund 27,5 Millionen Euro investiert. Bereits in den letzten Jahren konnte der CO2-Ausstoß der Hamburger Schulgebäude dank der Schulbauoffensive und zahlreicher Sanierungen deutlich gesenkt werden. Mit der steten Intensivierung der klimafreundlichen Maßnahmen wird eine weitere Reduktion von aktuell jährlich rund 95.000 Tonnen CO2 Ausstoß für Hamburgs Schulgebäude auf rund 63.000 Tonnen im Jahr 2030 prognostiziert. Möglich gemacht wird dieser neue Meilenstein beim klimafreundlichen Schulbau u.a. durch einen 90 Mio. Euro Zuschuss durch das Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm HWSP, das von der Finanzbehörde im Zuge der Bewältigung der Corona-Folgen aufgelegt worden war. Weiterer Baustein der durch das HWSP geförderten Maßnahmen ist der Ausbau der Sanierungsstrategie und die Einbeziehung weiterer 19 schulnaher Immobilien in das Erfolgsmodell Schulbau.

Klimafreundlicher Schulbau

Bildungssenator Ties Rabe: „Bis 2030 werden wir 44 neue Schulen bauen, über 120 Schulen erweitern und rund 100 Schulen zusätzlich sanieren. Unser Ziel sind schöne und moderne Schulgebäude, in denen alle Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte gern arbeiten und gut lernen. Schöne Schulen verbessern nicht nur den Bildungserfolg, sondern auch die Aufenthaltsqualität und somit das Wohlbefinden aller Schulbeteiligten.“

Finanzsenator Dr. Andreas Dressel: „Seit der 2012 gestarteten Schulbauoffensive haben wir 3,6 Milliarden Euro in die Hamburger Schulen investiert. Diesen Kurs setzen wir fort: weitere vier Milliarden sind für die kommenden zehn Jahre aktuell vorgesehen. Mit diesen Rekordinvestitionen finanziert Hamburg immer nachhaltigere Schulgebäude, dank klimafreundlicher Bau- und Sanierungsmaßnahmen. Der Hamburger Schulbau war, ist und bleibt damit eine echte Konjunkturlokomotive, das wird mir aus der Hamburger Wirtschaft immer wieder gespiegelt. Insofern kann der Schulbau auch einen guten Beitrag dazu leisten, damit wir in Hamburg auch wirtschaftlich aus der Corona-Krise kommen: 90 Mio. Euro haben wir dafür in unserem HWSP reserviert. Mit der Klimaschutzoffensive leisten wir einen gewichtigen Beitrag, damit Hamburg seine Klimaziele auch wirksam erreichen kann. Unser Modell Schulbau Hamburg ist zudem so erfolgreich, dass wir 19 weitere schulnahe Immobilien in das Modell einbeziehen und damit zusätzliche Investitionen auslösen können. Gute Räume für gute Bildung – an diesem Grundsatz halten wir damit auch in der Corona-Krise fest!“”         

Ewald Rowohlt, Sprecher der Geschäftsführung von SBH und GMH:  „Das Bauen nimmt in der Klimafrage eine bedeutende Rolle ein. Mit der Bewirtschaftung von mehr als 3.000 Gebäuden haben SBH und GMH in Hamburg die Möglichkeit, deutliche Akzente für den Klimaschutz zu setzen. Mit vielseitigen Maßnahmen schaffen wir es, den Bau und die Bewirtschaftung von Schulgebäuden kontinuierlich nachhaltiger zu gestalten. Damit leisten wir gemeinsam mit unseren Partnern einen aktiven Beitrag zur Erfüllung der Hamburger Klimaschutzziele.“

Hamburger Schulbauoffensive

Seit 2012 läuft die Hamburger Schulbauoffensive. Bislang wurden dafür rund 3,6 Milliarden Euro investiert, bundesweit gibt es kein vergleichbares Programm. Bis 2030 werden mindestens weitere vier Milliarden Euro investiert. Ziel ist die Errichtung zahlreicher neuer Schulgebäude sowie die Sanierung der bestehenden Gebäude. Bis 2027 werden sämtliche Schulgebäude auf einen guten Gesamtzustand gebracht und die CO2-Bilanzen der Schulgebäude durch Bau- und Energiesparmaßnahmen erheblich verbessert. Um dieses Ziel zu erreichen, werden jährlich rund sechs Prozent der Hamburger Schulgebäude saniert – das ist dreimal so hoch wie die Sanierungsrate von zwei Prozent, die im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung angestrebt wird.

Hohe und „ausgezeichnete“ Schulbau-Standards

Alle künftigen Schulneubauten werden die gesetzlichen Anforderungen des Klimaschutzes um rund 35 Prozent übertreffen und den Effizienzhaus 40-Standard erreichen. Bei den Sanierungen werden die Anforderungen des Klimaschutzes um rund 30 Prozent übertroffen, die sanierten Schulgebäude werden künftig im Durchschnitt das Effizienzhaus 70-Niveau erreichen.

Mehrere durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifizierte Hamburger Schulgebäude zeugen vom langjährigen Engagement für umweltfreundliches und nachhaltiges Bauen. Inzwischen haben SBH und GMH auf Grundlage der Hamburger Schulbau-Standards ein Basiszertifikat der DGNB erhalten, mit dem zukünftige Neubauten grundsätzlich das so genannte „Gold-Niveau“ für nachhaltiges Bauen erreichen.

Initiative für Photovoltaik und Gründächer

Grundsätzlich soll künftig auf jedem geeigneten Neubau eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden. Darüber hinaus wird derzeit bei 92 bestehenden Schulgebäuden die Möglichkeit geprüft, nachträglich eine Photovoltaikanlage zu installieren. In Kombination mit Wärmepumpen, die durch den selbst produzierten Solarmstrom betrieben werden und Heizenergie aus Luft oder Boden gewinnen, kann ein Schulneubau ohne fossile Brennstoffe auskommen, ein saniertes Gebäude nahezu. Alternativ wird in jedem Bauprojekt der Anschluss an das Fernwärmenetz geprüft.

Energie sparen mit besserer Beleuchtung

Als erfolgreiches Beispiel für die kontinuierliche Optimierung des Bestands gilt die Beleuchtungssanierung der Hamburger Sporthallen: Seit 2014 wurden alte Beleuchtungsanlagen in mittlerweile 57 Hallen durch moderne und energiesparende LED-Leuchten und Regelungssysteme ausgetauscht. Die im Zuge der LED-Förderung insgesamt geleisteten Maßnahmen führen über einen Zeitraum von 20 Jahren zu der Einsparung von insgesamt schätzungsweise 23.000 Tonnen CO2.

Um Ressourcen zu schonen und Energie zu sparen, werden an mehreren Standorten Erfahrungen im Bereich der Gebäudeautomation und der intelligenten Steuerung von Heizungsanlagen gesammelt. In einem weiteren Projekt in Bergedorf messen sogenannte intelligente Zähler („Smart Meter“) den Energieverbrauch der Schulen, um Einsparpotenziale aufzuzeigen und zeitnahe Maßnahmen zu ermöglichen.

Grüne Dächer und naturnahe Schulhöfe

Mittlerweile werden sämtliche Neubauten und einige geeignete Bestandsgebäude mit klimafreundlichen Gründächern ausgestattet. Angestrebt wird eine Gründachfläche von knapp 200.000 Quadratmetern auf den Hamburger Schulgebäuden. Dafür stellt die Finanzbehörde rund 7,5 Mio. Euro zur Verfügung. Allein im Jahr 2020 werden 18 neue Gründächer auf Hamburger Schulgebäuden fertiggestellt. Außerdem stehen SBH und GMH mit der Umweltbehörde im Austausch zu Fassadenbegrünungen, die in Hamburg bereits an zwei Schulstandorten existieren.

Auf den Schulhöfen werden Asphaltflächen sowie andere versiegelte Flächen zunehmend entsiegelt und ökologisch wertig begrünt, etwa mit heimischen Wildpflanzen und Wildblumenwiesen. Die naturnahe Gestaltung verbessert den Regenwasserrückhalt und das Mikroklima auf dem Schulhof und im direkten Umfeld. Gleichzeitig sorgen SBH und GMH für Erhalt und Pflege der geschätzt 80.000 Bäume auf Schulgrundstücken sowie für Neupflanzungen standortgerechter und klimawandel-resistenter Arten. Durch die Mitgestaltung und Pflege der Außenanlagen ergeben sich für die Schulgemeinschaften viele Möglichkeiten für neue Lernerfahrungen und sinnvolle Projekte.

Klimafreundlicher Holzbau

Einen Beitrag zum Klimaschutz leisten SBH und GMH auch durch den verstärkten Einsatz von Holz als Baustoff in neuen Schulgebäuden. Holz wächst nach, ist recyclingfähig, bindet CO2 und lässt sich mit vergleichsweise geringem Energieaufwand verarbeiten. In Hamburg wurden bereits 20 Schulgebäude in Holzbauweise oder hybriden Konstruktionen errichtet. Ein Teil der geplanten Hamburger Klassenhäuser wird durch einen auf Holz spezialisierten Rahmenvertragspartner gebaut.

Darüber hinaus entwickeln SBH und GMH Ansätze der Kreislaufwirtschaft für den Hamburger Schulbau. In der Weiterentwicklung der Baustandards gewinnen Faktoren wie das Recycling von Baustoffen (z.B. R-Beton) und die Wiederverwendung von Abbruchmaterialien kontinuierlich an Bedeutung. Zudem werden im Schulbau eingesetzte Standardbauteile auf Schadstoffarmut geprüft.

Das erfolgreiche Modell Schulbau Hamburg wird ausgeweitet

Weiterer Baustein der durch das HWSP geförderten Maßnahmen ist der Ausbau der Sanierungsstrategie und die Einbeziehung weiterer 19 schulnaher Immobilien in das Erfolgsmodell Schulbau. So waren bei Gründung der Struktur von Schulbau Hamburg 19 spezielle schulnahe Immobilien (fünf Gebäude des Landesbetriebs Hamburger Volkshochschule, neun Gebäude des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung, das Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung, vier Schullandheime (Freiluftschulen) sowie die Staatliche Jugendmusikschule) zunächst im Verwaltungsvermögen der Schulbehörde verblieben, die jetzt – auch als Beitrag zur Schulsanierungsoffensive - ebenfalls in das Mieter-Vermieter-Modell des Schulbaus  überführt werden sollen. Dabei ist wegen akuter, auch konjunkturwirksamer Investitionsbedarfe an bestimmten Standorten Eile geboten. Konkret geht es dabei um das Zentrum für Schulbiologie und Umwelterziehung im Hemmingstedter Weg und die Freiluftschule Wohldorf in der Bredenbekstraße. Insgesamt ist hiermit ein Volumen im zweistelligen Millionen-Bereich vorgesehen.

Das Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP)

Der staatlichen Investitionstätigkeit und Aufgabenerfüllung kommt angesichts der Größe der aktuellen Krise eine besonders wichtige Rolle zu. Deshalb hat der Senat unter Federführung der Finanzbehörde mit der Aufstellung des Doppelhaushalts 2021/2022 ein Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP) mit einer Größenordnung von rd. 900 Mio. Euro aufgelegt. Das Programm soll behörden- und themenübergreifend dabei helfen, die Nachfrage und Konjunktur anzukurbeln sowie die staatliche und private Investitions- und Innovationstätigkeit zu stärken – um damit durch zusätzliche Anstrengungen die hamburgische Wirtschaft über das Haushaltsjahr 2021 hinaus zu stabilisieren und die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Voraussetzung für die Berücksichtigung im Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP) ist, dass die geplanten Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden können, damit sich die stabilisierende Wirkung unmittelbar entfaltet.

Bildmaterial zum nachhaltigen Schulbau hier (unter Nennung der Urheber verwendbar).

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