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Referendariat 398 neue Nachwuchslehrkräfte starten am 1. August

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Trotz bundesweitem Lehrermangel gibt es in Hamburg fast doppelt so viele Bewerbungen wie Ausbildungsplätze

Nach ihrem Studium starten am 1. August 398 neue Referendarinnen und Referendare mit der zweiten Phase der Lehrerausbildung. Während der Lehrermangel bundesweit teils dramatisch zunimmt, kann sich die Hansestadt sogar über einen leichten Anstieg der Bewerberzahlen freuen: 732 junge Menschen haben sich für die 398 Ausbildungsplätze beworben, beim vorherigen Einstellungstermin im Februar 2022 waren es 694 Bewerbungen. Damit gibt es in Hamburg trotz einer Steigerung der Ausbildungsplätze um mehr als 40 Prozent immer noch fast doppelt so viele Bewerbungen wie Ausbildungsplätze. Die Einstellungsquote liegt aktuell bei 54,4 Prozent. Die neuen Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst werden nun 18 Monate lang im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) und in den Schulen ausgebildet.​​​​​​​

398 neue Nachwuchslehrkräfte starten am 1. August

Bildungssenator Ties Rabe: „Angesichts des Lehrermangels in vielen Bundesländern freue ich mich sehr, dass es uns wieder gelungen ist, diese hohe Zahl von Ausbildungsplätzen zu besetzen. Unsere Stadt und unsere Schulen genießen bundesweit große Anerkennung.“

Seit rund zehn Jahren lag die Ausbildungskapazität in der zweiten Phase der Lehrerausbildung bei jährlich rund 570 Lehrkräften im Vorbereitungsdienst. Ab Februar 2019 wurde diese Zahl in vier Halbjahresschritten auf insgesamt 810 Plätze angehoben. Rabe: „In vielen anderen Bundesländern herrscht seit Jahren dramatischer Lehrermangel. In Hamburg haben wir bisher Glück gehabt, weil die Stadt attraktiv ist und weil viele junge Menschen das Hamburger Schulsystem als attraktives Berufsumfeld entdeckt haben. Aber die Situation wird nicht leichter. Deshalb haben wir die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich erhöht. Es ist schön, dass Hamburg weiterhin viele junge Nachwuchslehrkräfte anzieht. Das stärkt unser Bildungssystem und gibt zugleich Rückenwind für Hamburgs Schulen.“

Die Bewerbungen verteilen sich sehr unterschiedlich auf die einzelnen Lehrämter. Am begehrtesten waren wie schon in den Vorjahren die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt an Gymnasien. Den insgesamt 165 Plätzen standen 356 Bewerberinnen und Bewerber gegenüber, die Einstellungsquote liegt bei 46,3 Prozent. Für die 88 Plätze für das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe I gab es 141 Bewerbungen (Quote 62,1 Prozent), für die 43 Plätze für Berufsschullehrkräfte gab es 68 Bewerbungen (Quote 63,2 Prozent) und für die 62 Plätze für Sonderschullehrkräfte 86 Bewerbungen (Quote 72,1 Prozent). Für die 40 Plätze des neuen, erst zum vierten Mal ausgeschriebenen Lehramts an Grundschulen liegt die Einstellungsquote bei 49,4 Prozent (81 Bewerbungen).

Der Anteil an Quereinsteigern ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Während in anderen Bundesländern mangels Bewerbungen inzwischen zum Teil mehr als die Hälfte der Plätze mit Quereinsteigern besetzt werden, wurden in Hamburg lediglich sieben Prozent aller Plätze im Vorbereitungsdienst (27 Personen) mit Quereinsteigern besetzt (Februar 2022: acht Prozent) – unter anderem auch deshalb, weil es für einzelne Unterrichtsfächer wie beispielsweise das Fach „Theater“ zurzeit noch gar keine Lehramtsstudiengänge gibt. Als Quereinsteiger sind in Hamburg nur solche Bewerberinnen und Bewerber zugelassen, die wie alle anderen auch ein komplettes Masterstudium mit zwei Unterrichtsfächern vorweisen können, aber in ihrem Studium nicht das zusätzliche Fach Pädagogik studiert haben. Dieser Mangel wird in der zweiten Phase der Lehrerausbildung durch intensive Begleitung behoben. Quereinsteiger werden in Hamburg nur dann eingestellt, wenn für bestimmte Schulformen und Unterrichtsfächer zu wenig reguläre Bewerbungen vorliegen. 

Das Durchschnittsalter der frisch eingestellten Nachwuchslehrkräfte ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken und liegt derzeit bei 29,5 Jahren (August 2021: 30 Jahre; August 2020: 30,6 Jahre). Die älteste neu eingestellte Lehrkraft ist 55 Jahre alt, die drei jüngsten sind 23 Jahre alt. Betrachtet man das Geschlechterverhältnis über alle Schulformen hinweg, sind die Frauen deutlich in der Überzahl: Nur 27,8 Prozent der neu Eingestellten sind Männer (August 2021: 29,4 Prozent). Bei den einzelnen Schulformen ergibt sich ein anderes Bild: Mit 43,5 Prozent ist der Anteil an männlichen Nachwuchslehrkräften für das Lehramt

an Berufsschulen am höchsten, gefolgt vom Lehramt an Gymnasien mit 34,1 Prozent, an

dritter Stelle steht das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe I mit 20,7 Prozent, an vierter Stelle liegt das Lehramt für Sonderpädagogik mit 19,8 Prozent. An letzter Stelle liegt das Lehramt an Grundschulen mit nur 6,5 Prozent. 

Die Leistung der neu Eingestellten hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Der Notendurchschnitt der Bewerberinnen und Bewerber aus dem Studium liegt bei 1,63 (August 2021: 1,71). Am besten sind die Abschlusszensuren der neuen Referendare an den Sonderschulen mit Note 1,51, gefolgt von den Gymnasial-Referendaren mit Note 1,53. Von den insgesamt 165 neuen Referendarinnen und Referendaren für das Lehramt an Gymnasien starten zehn mit dem Unterrichtsfach Physik, elf mit Mathematik und 18 mit Chemie, für das Lehramt der Primar- und Sekundarstufe I haben sich von insgesamt 88 Nachwuchslehrkräften 23 für Mathematik, vier für Chemie und zwei für Physik entschieden, bei den Grundschulen beginnen 14 von insgesamt 40 mit Mathematik. Mathematik und Physik sind jene Fächer, in denen der schulische Bedarf besonders hoch ist und die Bewerbungen für den Vorbereitungsdienst in Hamburg am ehesten zum Erfolg führen. An den Berufsbildenden Schulen beginnen fünf von insgesamt 43 Nachwuchslehrkräften in den ausgewiesenen Mangelfächern mit der Fachrichtung Sozialpädagogik/Kinder- und Jugendhilfe sowie zwei mit Elektrotechnik.

Wie bereits in den letzten Jahren werden auch diesmal wieder Lehrkräfte in den Vorbereitungsdienst aufgenommen, die im Ausland eine in Deutschland nicht anerkannte Lehramtsqualifikation abgeschlossen haben. 19 neue Lehrkräfte haben die Möglichkeit, durch den Hamburger Vorbereitungsdienst ohne ein erneutes Studium eine Zulassung für ein Lehramt in Deutschland zu bekommen.

Kontakt

Peter Albrecht

Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
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