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Erwachsenenbildung Senat investiert sechs Millionen Euro in modernes Zentrum der Erwachsenenbildung

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Ziel: Mehr Abschlüsse, bessere Qualität und flexiblere Stundenpläne

Hamburg bekommt ein neues Zentrum der Erwachsenenbildung. In bester zentraler Lage in der Innenstadt am Holzdamm neben dem Atlantic-Hotel können erwachsene Schülerinnen und Schüler künftig alle Schulabschlüsse nachholen. Die Schule fasst die bisherigen drei Schulen der Erwachsenenbildung „Abendgymnasium St. Georg“, „Abendschule vor dem Holstentor“ und „Hansa-Kolleg“ mit ihren rund 100 Lehrkräften und 1.215 Schülerinnen und Schüler zusammen. Durch die Zentralisierung können die Schul- und Beratungsangebote verbessert und passgenauer auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet werden. Das Angebot steht allen Interessierten offen. Die Zahl der künftigen Schulplätze und Lehrkräfte richtet sich nach der Nachfrage. Die Schule startet am 1. Februar 2023.​​​​​​​

Senator Ties Rabe spricht auf der LPK zum Thema: Zentrum der Erwachsnenbildung

Senat investiert sechs Millionen Euro in modernes Zentrum der Erwachsenenbildung

Schulsenator Ties Rabe: „Wir wollen mehr Erwachsenen als bisher die Möglichkeit geben, ihren Schulabschluss zu verbessern. Doch die Anforderungen an die Erwachsenenbildung sind vielfältiger und komplizierter geworden. Durch die Zusammenfassung der bestehenden drei kleineren Schulen zu einer großen Schule können wir die Schulangebote deutlich erweitern und alle Schulabschlüsse anbieten. Wir können darüber hinaus auch die Unterstützungsangebote ausbauen und mehr Beratungen und Förderkurse anbieten. Zudem schaffen wir die Möglichkeit, den Unterricht zeitlich zu flexibilisieren und damit passgenauer an die sehr unterschiedliche Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler auszurichten.“

Schulsenator Rabe weiter: „Das neue Zentrum für Erwachsenenbildung am Holzdamm bietet eine moderne Lernumgebung für alle Hamburger Erwachsenen, die einen Schulabschluss nachholen möchten. Ich freue mich, dass die Schulgemeinschaften der drei bestehenden Schulen der Umstrukturierung zugestimmt und mit uns gemeinsam die neue Schule gestaltet haben. So können wir die veränderten Ansprüche der Erwachsenen besser berücksichtigen und künftig hoffentlich mehr Erwachsene zu einem besseren Schulabschluss zu führen.“

Die bisherigen drei Schulen zielten vor allem darauf ab, dass Erwachsene in einem kompakten Schulgang nachträglich das Abitur erwerben. Doch die Anforderungen haben sich geändert. Seit 2011 können Hamburgs Schülerinnen und Schüler an jeder weiterführenden Schule und zusätzlich im Rahmen einer Berufsausbildung an den Berufsschulen das Abitur und alle Schulabschlüsse erreichen. Umgekehrt wandern viele Erwachsene ohne Schulabschluss aus dem Ausland nach Hamburg ein. Sie brauchen für ihre erfolgreiche berufliche Entwicklung alle Schulabschlüsse, vor allem auch einen guten Ersten oder Mittleren Schulabschluss (Haupt- oder Realschulabschluss).

Auch die soziale Lage vieler junger Menschen ist schwieriger geworden: Sprachprobleme, familiäre Probleme, finanzielle und soziale Probleme nehmen zu. Aufgrund dieser vielfältigen Entwicklung sank die Zahl der Schülerinnen und Schüler an den Schulen der Erwachsenenbildung stetig. Besuchten 2011 noch 1.571 Schülerinnen und Schüler die drei Schulen, sind es im laufenden Schuljahr nur noch 1.215. Zudem ist die Zahl der Schulabbrecher sehr hoch. Aktuell erreichen weniger als 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler auf dem Zweiten Bildungsweg das Abitur, rund die Hälfte scheitert. Den ersten bzw. den mittleren Bildungsabschluss erreichen nur knapp 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler in den entsprechenden Bildungsgängen.

Gegenwärtig besuchen 1.215 Schülerinnen und Schüler die drei Schulen der Erwachsenenbildung in Hamburg: 157 Schülerinnen und Schüler das Hansa-Kolleg, 549 die Abendschule St. Georg und 509 die Abendschule Vor dem Holstentor. 2011/2012 besuchten noch 1.571 (-356) Schülerinnen und Schüler die drei Abendschulen.

Der neue, zentrale Schulstandort Holzdamm 5 ist eine ehemalige Handelsschule. Für den geplanten Betrieb des Zentrums der Erwachsenenbildung mit einer zunächst angestrebten Zahl von rund 1.400 Schülerinnen und Schülern bei einem ganztägigen Unterrichtsangebot ist der Standort sehr geeignet, zentral gelegen und darüber hinaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen.

Um das Gebäude am Holzdamm zu einer modernen Schule auszubauen, investiert die Schulbehörde knapp sechs Millionen Euro. Das neue Schulgebäude eröffnet die Möglichkeit, künftig mehr Unterricht auch am Vormittag anzubieten und damit beispielsweise Alleinerziehenden, deren Kinder in einer Kita betreut werden, eine Teilnahme zu ermöglichen. Bisher fand der Unterricht mit Rücksicht auf Berufstätige vor allem in den späten Abendstunden statt. Durch bessere Vorbereitung und Begleitung sowie ein größeres Angebot an Sozialberatung soll die neue Schule dafür Sorge tragen, dass weniger Schülerinnen und Schüler als bisher durch die Prüfung fallen oder vorher abbrechen.

Zum schulischen Erfolg sollen innovative Lernformen beitragen. Dazu zählen erstmals auch Unterrichtsangebote, die in zeitlich wählbare Module gegliedert sind und somit mehr Rücksicht auf die individuelle Lebenssituation der erwachsenen Schülerinnen und Schüler nehmen. Für die Lernzeit steht deshalb – anders als bisher – der ganze Tag von 8.00 bis 22.00 Uhr zur Verfügung, so dass beispielsweise auch Schichtarbeitende oder Alleinerziehende zeitlich flexibel lernen können. Die Schule bekommt zudem ein modernes Selbstlernzentrum, in dem die Schülerinnen und Schüler selbständig und oft auch ruhiger als zu Hause lernen können.

Im neuen Zentrum der Erwachsenenbildung können sich Interessierte jedes halbe Jahr für einen Bildungsgang anmelden. Für das Erreichen des ersten und zweiten Bildungsabschlusses müssen die Schülerinnen und Schüler mit zwei Jahren Abendschule rechnen, wer das Abitur bestehen möchte, braucht in der Regel drei Jahre.

Bei der Anmeldung wird bereits ein Beratungsgespräch geführt, das auslotet, ob das angestrebte Ziel auch schneller erreicht werden kann oder ob weitere Unterstützung erforderlich ist. So können beispielsweise zusätzlich Förderkurse belegt werden, um die Kenntnisse der deutschen Sprache zu verbessern. Für entsprechend motivierte und interessierte Schülerinnen und Schüler gibt es die Klasse „Abitur Online“, hier können bis zu 40 Prozent des Unterrichts online absolviert werden. Auch diese Möglichkeit trägt zu einer zeitgemäßen, flexibel gestalteten Erwachsenenbildung bei.

Die Beratung können Interessierte auch während der Schulzeit immer in Anspruch nehmen, beispielsweise wenn Schülerinnen und Schüler merken, dass sie Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Schule, Familie und Beruf benötigen oder wenn ihnen das angestrebte Ziel nicht mehr erreichbar scheint.

Damit diese Verbesserungen umgesetzt werden können, braucht es ein großes leistungsfähiges Schulsystem, mit einer ähnlichen Größe wie die größeren Stadtteilschulen oder Gymnasien im ersten Bildungsweg.


Rückfragen der Medien
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Luisa Wellhausen, stellvertretende Pressesprecherin
Behörde für Schule und Berufsbildung
Telefon: 040/428 31 2003
E-Mail: pressestelle@bsb.hamburg.de
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