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Schulbau Nachhaltiges Wachstum: Grundschule Richardstraße in Eilbek erhält Erweiterungsbau aus Recyclingbeton

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Ein neuer, 5,7 Millionen Euro teurer Erweiterungsbau ermöglicht es der Schule Richardstraße (Eilbek), auf vier Parallelklassen aufzuwachsen. Schulsenatorin Ksenija Bekeris und Mandy Herrmann, Geschäftsführerin von SBH | Schulbau Hamburg, feierten gemeinsam mit der Schulgemeinschaft das Richtfest. Aufgrund der wachsenden Schülerzahlen verzeichnet auch die Grundschule Richardstraße seit Jahren steigende Anmeldezahlen. Um dauerhaft vier Parallelklassen aufnehmen zu können, erhält die Schule nun einen dreigeschossigen Erweiterungsbau, der neben Fach- und Unterrichtsräumen auch einen Bewegungsraum und Verwaltungsflächen beheimaten wird. Das Besondere am 5,7 Millionen Euro teuren Gebäude: Erstmals kommt ein in Hamburg entwickelter Recyclingbeton zum Einsatz, die sogenannte „Hamburger Mische“. ​​​​​​​

Richtfest Erweiterungsbau GS Richardstraße Mandy Herrmann, Geschäftsführerin von SBH, Schulsenatorin Ksenija Bekeris und Schulleiterin Marion Bottek

Nachhaltiges Wachstum

Schulsenatorin Ksenija Bekeris: „Die Schülerzahlen in Hamburg wachsen seit Jahren kräftig – allein zum aktuellen Schuljahr kamen an den staatlichen Schulen rund 10.000 Schülerinnen und Schüler hinzu. Wir haben das Ziel, diese Kinder und Jugendlichen nicht nur irgendwie unterzubringen, sondern ihnen an den Schulen schöne, anregende und lernförderliche Lern- und Lebensorte zu schaffen. Der 5,7 Millionen Euro teure Neubau an der Schule Richardstraße ist ein gelungenes Beispiel für den qualitativ hochwertigen Schulbau hier in Hamburg und wird der Schulgemeinschaft hoffentlich viel Freude bereiten.“

Schulsenatorin Bekeris weiter: „Die Erweiterung der Schule Richardstraße steht dabei stellvertretend für die vorausschauende und nachhaltige Schulentwicklungsplanung in Hamburg. Mit dem Schulentwicklungsplan 2019 haben wir frühzeitig auf das Wachstum der Schülerzahlen reagiert. Durch 44 Schulneugründungen und zahlreiche Zubau- und Erweiterungsmaßnahmen schaffen wir dabei nicht nur ausreichend Platz, sondern sorgen gleichzeitig auch für moderne und anregende Lernumgebungen. Die rund 400 Millionen Euro, welche die Stadt jedes Jahr in den Schulbau investiert, sind Ausdruck unserer Wertschätzung gegenüber den Kindern und Jugendlichen dieser Stadt.“

Mandy Herrmann, Geschäftsführerin von SBH | Schulbau Hamburg: „Wir begleiten Gebäude über ihren gesamten Lebenszyklus. Dabei spielt die Materialauswahl nachhaltiger Baustoffe eine wichtige Rolle. Wenn wir, wie beim Neubau der Grundschule Richardstraße, bei der Bausubstanz ressourcenschonendes Material – wie hier den R-Beton – verwenden, wirkt sich das später positiv auf die Ökobilanz des Gebäudes aus. Wir freuen uns, dieses besondere Gebäude heute mit dem Richtfest feiern zu dürfen."

Marion Bottek, Schulleiterin: „Wir freuen uns sehr über den Neubau und die neuen Räume, ganz besonders über die Turnhallenfläche, die uns entlasten wird. Inzwischen besuchen fast 400 Kinder unsere Schule, sodass die jetzige Turnhalle nicht mehr ausreicht. Wir sind „Bewegte Schule“ und können mit der Fertigstellung des Gebäudes allen Kindern am Vor- und Nachmittag guten Unterricht und viele Nachmittagsangebote ermöglichen. In den letzten Jahren wurden unsere Fachräume aufgrund der steigenden Schülerzahlen in Klassenräume umgewidmet. Jetzt können die Lehrkräfte die Ausstattung der neuen Fachräume planen. Wir sind sehr gespannt auf das neue Gebäude und freuen uns auf den Einzug im Frühsommer. Wir danken allen Beteiligten für die vielfältige Unterstützung bei der Planung und jetzt beim Bau und wünschen, dass sich Kinder und Erwachsene im neuen Gebäude an der Schule Richardstraße wohlfühlen."

Vielseitiger Erweiterungsbau

Der rund 1.350 Quadratmeter große Neubau entsteht zwischen dem bestehenden Hauptgebäude und der Seitz-Sporthalle und schließt so die Lücke des Gebäudeensembles entlang der nördlichen Grundstücksfläche. Das dreigeschossige Gebäude ist individuell auf die Bedarfe sowie das Lernkonzept der Schulgemeinschaft hin entworfen worden und wird zukünftig neben großzügigen Lernflächen und modernen Fachunterrichtsräumen auch einen voll ausgestatteten Bewegungsraum sowie ein Kinderkochstudio beherbergen. Das Gebäude ist vollständig barrierefrei und erhält ein rund 470 Quadratmeter großes Gründach inklusive einer Photovoltaik-Anlage. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2024 anvisiert.

Einsatz von nachhaltigem Recycling-Beton aus Hamburg

Erstmals im Hamburger Schulbau eingesetzt wurde die „Hamburger Mische“, ein wegweisender und besonders ressourcenschonender Recyclingbeton, welcher im Rahmen des von der EU geförderten Forschungsprojekts CIRCuIT von drei Hamburger Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg entwickelt worden ist. Bei dem EU-Projekt CIRCuIT handelt es sich um ein mit knapp 10 Millionen Euro gefördertes Projekt aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union. Das Projekt wurde seitens der Senatskanzlei gemeinsam mit den Städten London, Kopenhagen und der Metropolregion Helsinki und insgesamt 31 Projektpartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft für viereinhalb Jahre bis November 2023 betrieben.

Der Forschungsfokus des Projekts lag dabei auf der Transformation von Bestandsbauten, der Flexiblen Errichtung von Neubauten und der Stadt als Ressourcenlager für Baumaterialien (Urban Mining). Das EU-Projekt CIRCuIT hatte sich zur Aufgabe gemacht, die Kluft zwischen Theorie, Praxis und Politik zu überbrücken.

In Hamburg haben neben der Senatskanzlei die Technische Universität Hamburg (TUHH) und die drei Hamburger Unternehmen OTTO DÖRNER, EGGERS Tiefbau und OTTO WULFF an dem EU-Projekt CIRCuIT mitgearbeitet. Letztere haben gemeinsam den Recycling-Beton „Hamburger Mische“ entwickelt, der durch die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen zertifiziert wurde und nun im Schulneubau an der Richardstraße erstmalig zum Einsatz kommt.

Schulsenatorin Ksenija Bekeris: „Mit Blick auf die sich verschärfende Erderwärmung haben auch wir als Stadt die Pflicht, möglichst ressourcenschonend zu bauen und auf kurze Wege zu achten. Ich freue mich daher sehr, dass verschiedene Hamburger Partner hier innovative Wege hin zu mehr Nachhaltigkeit im Bau gehen. Bedanken möchte ich mich dabei ausdrücklich bei allen beteiligten Akteuren, die bei der Entwicklung der „Hamburger Mische“ mitgewirkt haben.“

Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Trotz Beton ressourcenschonender bauen: Dieses Ziel will die Stadt Hamburg gemeinsam mit der Bauwirtschaft und der Forschung erreichen. Mit der „Hamburger Mische“ wurde ein zukunftsfähiger Recycling-Beton entwickelt, der ähnliche Eigenschaften wie konventioneller Beton hat, dabei aber erheblich klimafreundlicher ist. Ich freue mich darüber hinaus, dass die „Hamburger Mische“ erstmals bei einem Schulbau eingesetzt wird. Durch Pilotprojekte wie dieses treiben wir den Kreislaufgedanken in der Bauwirtschaft effektiv voran und sammeln wertvolle Erfahrungen für mehr Ressourcenschonung am Bau.“

Geschäftsführender Gesellschafter bei OTTO WULFF Stefan Wulff: „Wir freuen uns sehr, dass wir die „Hamburger Mische“ nun erstmalig bei diesem Pilotprojekt in der Richardstraße einsetzen können. Es ist ein großer Schritt in Richtung einer zukunftsfähigen und ressourcenschonenden Bauweise und das Ergebnis der vierjährigen Forschungsarbeit, die durch das CIRCuIT-Projekt ermöglicht wurde.“

Simon Gühlstorf, technische Projektleitung bei OTTO DÖRNER: „Es ist super, dass wir nun mit unserem gemeinsamen Recyclingbeton einen Weg in die Praxis gefunden haben. Ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Schön daran mitzuwirken und zu erleben, wie weit man mit einer Gruppe wirklich engagierter Partner kommen kann. Nochmal ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten.“

Hans-Georg Oetgen, Geschäftsführer Eggers Sand- & Kieshandelsgesellschaft mbH & Co. KG: „Die Wiederverwertung beginnt schon auf der Abbruchbaustelle. Dort trennen wir bereits sämtliche Materialien, sortieren sie und gewährleisten damit ein hohes Maß an Qualität für das Rohmaterial, aus dem die spätere Körnung für den R-Beton gewonnen wird. Die Unternehmen der EGGERS-Gruppe arbeiten dabei Hand in Hand: Mittels „Urban Mining“ hat EGGERS Tiefbau die Sekundärrohstoffe durch Rückbauarbeiten „gewonnen“, aus denen anschließend durch die Eggers Sand- & Kieshandelsgesellschaft in der Recycling-Anlage in Wilstedt der Betonzuschlagstoff für den bauschutthaltigen R-Beton produziert wird.“

Kontakt

Peter Albrecht

Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
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