Symbol

Aufwärtstrend Offensive zur Verbesserung von Mathematik und Deutsch an Stadtteilschulen

Symbol für keine Leichte Sprache verfügbar
Leichte Sprache
Symbol für keine Gebärdensprache verfügbar
Gebärdensprache
Vorlesen
Symbol für Drucken
Drucken
Artikel teilen

Stärkung der Kernfächer: mehr Unterricht, mehr Fachlehrkräfte, mehr Gymnasiallehrkräfte, Weiterentwicklung von Didaktik und Bildungsplan

Schulsenator Ties Rabe will den Mathematik- und Deutschunterricht an den Stadtteilschulen verbessern. Die „KESS-13“-Lernstandsstudie hatte gezeigt, dass eine größere Zahl Hamburger Schülerinnen und Schülern insbesondere in der Mittelstufe der Stadtteilschulen in Mathematik besondere Schwächen aufweist. Senator Rabe: „Wir wollen die Zahl der Unterrichtsstunden in Mathematik und Deutsch, gegebenenfalls auch in den Naturwissenschaften, erhöhen. Zudem sollen mehr Fachlehrkräfte sowie Gymnasiallehrkräfte eingesetzt werden. In Mathematik sollen Fortbildungen und der regelmäßige Austausch der Fachleiter intensiviert werden. Zudem werden wir die Bildungspläne und die Fachdidaktik in Mathematik auf den Prüfstand stellen und auch die Begabtenförderung intensivieren. Die deutlichen Verbesserungen der Hamburger Schülerinnen und Schüler im Fach Englisch zeigen, was möglich ist. Wir werden jetzt mit Schulleitungen und Wissenschaftlern die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen beraten und die Umsetzung einleiten.“

Offensive, Stadtteilschulen,Verbesserung, Pressemeldungen

Im Rahmen der Studie KESS 13 wurde 2012 die Leistung der Hamburger Stadtteilschülerinnen und Schüler im Abiturjahrgang genauer untersucht. Die Studie stellte fest, dass die Stadtteilschulen gerade in der Oberstufe hervorragende Arbeit machen und die Schülerinnen und Schüler hier deutliche Leistungszuwächse haben. Die Studie machte zudem deutlich, dass Hamburgs Gymnasien und insbesondere die Stadtteilschulen immer mehr Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Familien zu guten Schulabschlüssen bis hin zum Abitur führen. Zugleich deckte die Studie aber auf, dass viele Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe der früheren Gesamtschulen sowie Haupt- und Realschulen deutliche Lernrückstände entwickelten, die sie in der Oberstufe nicht mehr aufholen konnten. Schulsenator Rabe: „Die Studie zeigt, dass die Stadtteilschulen insbesondere in der Oberstufe hervorragende Arbeit leisten, dort sogar höhere Lernzuwächse haben als an vielen Gymnasien. Sie deckt aber auch auf, dass in der Mittelstufe viele Schülerinnen und Schüler in Mathematik den Anschluss verlieren. Hier wollen wir ansetzen.“

Senator Rabe: „Wir wollen eine umfassende Verbesserung gerade in Mathematik, aber auch in Deutsch und den Naturwissenschaften erreichen. Die ersten Maßnahmen wollen wir zum Schuljahr 2015/16 umsetzen.
So wollen wir

... die Zahl der Unterrichtswochenstunden in Mathematik und Deutsch auf mindestens vier Unterrichtswochenstunden in allen Jahrgängen erhöhen, zudem eine Erhöhung der Unterrichtswochenstunden in den Naturwissenschaften prüfen.

... wesentlich mehr Fachlehrkräfte als bisher einsetzen. Mathematikunterricht muss spätestens ab Klasse 7 von Mathematiklehrkräften erteilt werden.

... den Anteil von Gymnasiallehrkräften an den Stadtteilschulen nach dem Vorbild besonders erfolgreicher Stadtteilschulen deutlich in Richtung 50 Prozent erhöhen.

... Inhalt, Didaktik und Methodik des Mathematikunterrichts weiterentwickeln. Die deutliche Leistungssteigerung in Englisch zeigt, dass neue didaktische Konzepte und ein vernünftiger Bildungsplan viel bewirken können. Hier werden wir mit Wissenschaftlern und Experten den bisherigen Mathematikunterricht auf Herz und Nieren überprüfen. 

... mit einer Fortbildungsoffensive den verbesserten Unterricht vor Ort umsetzen. Dazu wollen wir insbesondere die Rolle der Fachleitungen und die Teamarbeit der Fachlehrkräfte an jeder Schule stärken.

... die Begabtenförderung in Mathematik intensivieren. Die bisherigen Angebote sollen weiterentwickelt werden. Hier verschenken wir zu viele Talente.

... gemeinsam mit Experten und Schulvertretern diskutieren, ob insbesondere in Mathematik regelmäßige hamburgweite Lernstandserhebungen helfen können, Erfolge und Handlungsfelder besser sichtbar zu machen.“


Erhebliche Verbesserungen seit Einführung der Stadtteilschule

Senator Rabe verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits eingeleiteten erheblichen Verbesserungen an den Stadtteilschulen. „Die in der Studie nachgewiesenen Lernrückstände sind entstanden, als die getesteten Schülerinnen und Schüler von 2003 bis 2009 die Mittelstufe der früheren Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen besuchten. Diese Schulen gibt es heute nicht mehr. Im Vergleich zu den früheren Schulen sind die heutigen Stadtteilschulen von Anfang an und somit gerade auch in der Mittelstufe deutlich besser aufgestellt.“ Die Verbesserungen gegenüber den Vorgängerschulen betreffen zahlreiche Bereiche:

Mehr Lehrkräfte: Um den Unterricht zu verbessern, hat der Senat den Stadtteilschulen 550 zusätzliche Lehrkräfte und Pädagogen zugewiesen und damit die Zahl der Pädagogen um knapp 15 Prozent erhöht. Die Stadtteilschule ist jetzt die allgemeine Schulform mit der besten Schüler-Lehrer-Relation. 2009 kamen auf 100 Schülerinnen und Schüler 7,8 pädagogische Stellen, heute sind es 8,9 Stellen.

Kleinere Klassen: Die Stadtteilschulklassen wurden auf 23 (Klasse 5/6) und 25 (Klasse 7-10) verkleinert.

Zusätzliche Oberstufen: Die Zahl der Oberstufen wurde von früher 22 an den ehemaligen Gesamtschulen auf mittlerweile 48 Oberstufen an den 59 Stadtteilschulen deutlich erhöht. Die damit verbundenen Veränderungen und Verbesserungen strahlen auch auf den Unterricht der Mittelstufe aus und heben dort das Niveau.

Mehr Ganztagsschulen: Heute können rund doppelt so viele Stadtteilschülerinnen und -schüler eine Ganztagsschule besuchen, allein seit 2010 stieg die Zahl der Ganztagsstadtteilschulen von 28 auf 53 im Schuljahr 2013/14. Im Rahmen des Ganztags wurden zahlreiche zusätzliche Bildungs- und Förderangebote aufgebaut.

Bessere Unterrichtsangebote: Das Sammelfach „Naturwissenschaften“ wurde aufgehoben, stattdessen wurden die für hochwertige Schulabschlüsse wichtigen klassischen Unterrichtsfächer Chemie, Physik und Biologie sowie Informatik und Technik an den Stadtteilschulen wieder eingeführt. Mit der neuen „Berufs- und Studienorientierung“ werden die Schülerinnen und Schüler zudem besser auf die Zeit nach der Schule vorbereitet.

Multiprofessionelle Kollegien: Anders als früher arbeiten heute an allen Stadtteilschulen pädagogische Fachkräfte unterschiedlicher Professionen: Gymnasiallehrkräfte, Haupt- und Realschullehrkräfte, Sonderschullehrkräfte, Berufsschullehrkräfte sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.

Bessere Schulangebote: Zur Verbesserung des Angebots wurden in Hamburg sieben neue Stadtteilschulen gegründet: Rissen, Barmbek (früher: Humboldtstraße, jetzt: Ilse-Löwenstein-Schule), Harburg (Maretstraße), Meiendorf, Billstedt (Brüder-Grimm-Schule), Jenfeld (Max-Schmeling Schule) und Veddel. Acht Stadtteilschulen in sozial benachteiligten Stadtteilen werden mit einem umfangreichen Unterstützungsprogramm speziell gefördert. Und im Rahmen eines Ausbauprogramms werden bis 2019 für rund 700 Millionen Euro 13 Stadtteilschulen komplett erneuert und weitere 14 umfangreich saniert.


Link zum KESS 13-Bericht:
http://bildungsserver.hamburg.de/bildungsqualitaet/
 

Ich wünsche eine Übersetzung in:
Danke für Ihr Interesse!

Kontakt

Peter Albrecht

Pressesprecher

Pressestelle der Behörde für Schule und Berufsbildung
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
Adresse speichern