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Schulen Weniger als behauptet, mehr als erwartet

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Sonderpädagogisch förderbedürftige Grundschüler diagnostiziert – Zusätzliche Lehrkräfte für Klassenstufen 5 und 6

Die Schulbehörde hat alle Grundschulkinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache und emotionale Entwicklung (LSE) in Klassenstufe 4 genauer untersuchen lassen. Bislang hatten die Grundschulen 1.012 LSE-Kinder gemeldet. Jetzt bestätigten die Experten 868 Fälle, bei 134 Kindern hielten sie die Einstufung für unangemessen, bei 10 Kindern ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Förderung, Grundschulen, PMBildung

Nur rund die Hälfte dieser Kinder (439 Kinder) wurde schon vor der Einführung der Inklusion gefördert – weil sie früher Sonderschulen besuchten oder an den Grundschulen zusätzliche Unterstützung bekamen.  Die andere Hälfte (429 Kinder) besuchte früher unentdeckt schon immer die Grundschulen und wurde dort seit Jahren ohne sonderpädagogische Förderung mit den Bordmitteln der Schule unterrichtet. Erst durch genauere Diagnostik wurde diese zweite Gruppe nun erkannt.

Schulsenator Ties Rabe: „Die Untersuchung zeigt: Es gibt weniger LSE-Kinder als behauptet und mehr als erwartet. Sie zeigt auch: Der überproportional hohe Anstieg beruht zu 24% auf Fehldiagnosen und zu 76% auf der erstmaligen Aufdeckung eines Dunkelfeldes förderbedürftiger Grundschüler. Mit der Schulreform Inklusion hat diese neue Aufgabe wenig zu tun. Diese Kinder wurden schon immer inklusiv beschult, wären auch ohne die Schulreform der Inklusion an den allgemeinen Schulen und wurden früher ohne zusätzliche Förderung unterrichtet. Auch wenn das bisher irgendwie funktioniert hat, wollen wir uns jetzt dieser neuen Aufgabe zuwenden und die Förderung dieser Kinder verbessern.“

Senator Rabe: „Die für die Inklusion bereitgestellten zusätzlichen Lehrerstellen ermöglichen die bundesweit beste Förderung für rund 520 LSE-Kinder (4%) in jeder Klassenstufe – das ist zu viel für lediglich 439 (3,4%) im Zusammenhang mit der Inklusion in Klasse 4 beschulte LSE-Kinder, aber zu wenig für weitere 429 Kinder (3,3%) aus dem Dunkelfeld der allgemeinen Schulen. Allerdings profitieren Grund- und Stadtteilschulen von weiteren Verbesserungen, die auch den anderen Kindern nützen. So hat der Senat diesen Schulen in den letzten vier Jahren um 1.400 Vollzeitstellen für Lehrkräfte und Sozialpädagogen gegeben. Rund ein Viertel steht für die Inklusion zur Verfügung. Ein weiteres Viertel verbessert durch kleinere Klassen die Förderung weiterer Kinder. Darüber hinaus wurde die Zahl der Schulbegleiter für förderbedürftige Kinder von 300 auf 1.300 erhöht. Dank dieser ergänzenden Maßnahmen können jetzt auch erstmals früher ungeförderte Kinder gefördert werden.“

Rabe weiter: „Dennoch nehmen wir die neuen Aufgaben ernst. Das besondere Handlungsfeld sind die Klassen 5 und 6 der Stadtteilschule, weil Zahl und Anteil der LSE-Kinder hier besonders hoch sind. Wir wollen in diesen beiden Klassenstufen Schritt für Schritt eine angemessene Förderung aller LSE-Kinder sicherstellen. Dafür müssen sich alle anstrengen: Wir brauchen gute Förderkonzepte und mehr Personal. Wir werden deshalb mit den Stadtteilschulen eine Konzentration ihrer Ressourcen auf die Klassenstufen 5 und 6 vereinbaren. Zur Unterstützung werden wir ab Sommer 2015 in zwei Schritten bis zu 60 zusätzliche Lehrkräfte bereitstellen. Gemeinsam mit den Schulen werden wir  dafür ein vernünftiges und überprüfbares Konzept entwickeln, mit welchen Methoden und Maßnahmen die Kinder gezielt gefördert werden.“

Kontakt

Peter Albrecht

Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
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