Behörde für Schule und Berufsbildung

BQ 21 Monitoring, Evaluation und Diagnoseverfahren Schülerfeedback in Hamburgs Schulen

Schülerfeedback in Hamburgs Schulen

Für Schülerfeedback gibt es viele gute Gründe: Schülerinnen und Schüler sind „Experten für Unterricht“, so drückte es vor einiger Zeit Prof. Andreas Helmke aus. Schülerfeedback ist auch Ausdruck einer demokratischen Schulkultur. Lehrkräfte verstehen durch Feedback zum Unterricht besser, wie Ler­nende Unterricht erleben und können durch Rückmeldungen von Schülerinnen und Schülern Unterrichts- und Lernprozesse besser an deren Lernvoraussetzungen ausrichten – eine Erkenntnis, die u.a. von Bildungsforscher John Hattie betont wird.

Für viele Hamburger Lehrkräfte ist ein Feedback der Schülerinnen und Schüler zum Unterricht bereits selbstverständlich, zahlreiche Schulen haben im Rahmen von Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozessen schon Feedbackverfahren entwickelt und erprobt. Schülerinnen und Schülern wünschen sich regelhafte Gelegenheiten für eine Rückmeldung an ihre Lehrkräfte zum Unterricht. So hat die schülerInnenkammer Hamburg (skh) einen wichtigen Anstoß zur aktuellen Diskussion gegeben.

Um Schülerfeedback gezielt zu fördern und zu unterstützen, wird im Schuljahr 2019/2020 ein Pilotprojekt in Kooperation von IfBQ und Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) im Auftrag der Behörde für Schule und Berufsbildung durchgeführt.

Eine interessante Bereicherung bieten erprobte digitale Feedbackmethoden, mit denen erste Schulen in Hamburg bereits gute Erfahrungen gesammelt haben. Ihr Vorteil liegt in der Verfügbarkeit verschiedener Instrumente, darunter wissenschaftlich fundierte Fragebogen, in der ökonomischen und anonymen Durchführung von Feedbacks und der automatischen Generierung von Auswertungen. Die Datenhoheit der Lehrkräfte durch personalisierte Zugänge ist inzwischen Standard.

Ab dem Schuljahr 2019/2020 stellt das IfBQ allen Hamburger Lehrkräften ein Portal für Unterrichtsfeedback zur Verfügung. Den Anfang macht ein umfassender Fragebogen zu allgemeinen Aspekten des Unterrichts, der in allen Fächern eingesetzt werden kann. Nach Bedarf können auch Bausteine ausgewählt und eigene Fragen ergänzt werden, so etwa für Grundschulkinder.

Lehrkräfte melden sich mit einer E-Mail-Adresse ihrer Wahl als Nutzer an, um Befragungen einzurichten und Ergebnisse einzusehen. Fremde Personen haben keinen Zugriff auf Daten, auch eine Aufschlüsselung nach Schulstandort ist ausgeschlossen. Schülerinnen und Schüler erhalten Zugang zu Befragungen in Form von Einmalpasswörtern (TAN) oder QR-Codes und bleiben völlig anonym. Die Anwendung genügt allen Anforderungen des Datenschutzes und ist dem Gesamtpersonalrat angezeigt.

Das Hamburger Portal entspricht im Wesentlichen einer am Institut für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg (ISQ) seit Jahren entwickelten Plattform, dem sog. Selbstevaluationsportal (SEP). Diese Software wurde dem IfBQ durch das ISQ kostenfrei überlassen. Die Bezeichnung „Selbstevaluationsportal“ wurde auch für das Hamburger Portal übernommen. Ein Ausbau des Portals mit weiteren Angeboten zur Feedback- und Evaluationskultur ist geplant.

Die Freischaltung des Portals erfolgt Anfang des Schuljahrs 2019/2020. Dann finden Sie an dieser Stelle einen Zugangslink.

Die Implementierung des Selbstevaluationsportals wird begleitet durch ein Pilotprojekt in Kooperation von IfBQ und LI. Eine Anmeldung von Schulen ist noch bis zu den Herbstferien möglich unter www.li-evaluationsportal.de (Code: CZAF).

Die beteiligten Schulen erhalten von der Agentur für Schulberatung im LI ein Angebot zur Beratung und Fortbildung, etwa zu Nutzen, Gelingensbedingungen und Verfahrensregeln von Unterrichtfeedback, zu methodischen Fragestellun­gen oder zur Einbettung von Unterrichtsfeedback in Auswertungsgespräche mit Schülerinnen und Schülern. Ferner soll der Austausch in schulischen Teams und eine Vernetzung von Schulen gefördert werden. Dabei geht es nicht ausschließlich um digitale Formen des Unterrichtsfeedbacks, sondern um ein breites Repertoire an Feedback-Verfahren.  Das Projekt wird im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Portals und die Verbesserung von Unterstüt­zungsmaßnahmen evaluiert.

Der Anspruch des Selbstevaluationsportals ist, wissenschaftlich fundierte Fragebogen im Rahmen von Forschung und Entwicklung am IfBQ  zur Verfügung zu stellen. Damit können allerdings nicht alle spezifischen Erkenntnisinteressen von Befragungen in Schule und Unterricht abgedeckt werden. Ferner kann, abhängig von Lerngruppe und Feedbackanlass, auch ein einfacheres digitales Instrument als das Selbstevaluationsportal zweckmäßig sein. Dazu ermöglicht das IfBQ ab dem Schuljahr 2019/2020 allen Hamburger Lehrkräften die kostenlose Nutzung des Portals Edkimo (www.edkimo.com) aufgrund eines Vertrags mit dem Dienstleister. Während im Selbstevaluationsportal geprüfte Fragebogen, ggf. mit eigenen Ergänzungen, zum Einsatz kommen, ist in Edkimo die Erstellung selbst entwickelter Fragebogen möglich. Eine Vollversion, die schuleigene Fragebogen und eine Austauschfunktionalität für das Kollegium einschließt, können Schulen zum halben Listenpreis bei der Firma Edkimo erwerben. Weitere Informationen in Kürze an dieser Stelle.

 

Ansprechpartner für Fragen zum Pilotprojekt:

Dr. Monika Renz, LI, E-Mail: monika.renz@li-hamburg.de und

Jutta Wolff, IfBQ, E-Mail: jutta.wolff@ifbq.hamburg.de