Elbe-Hochwasserwarnung Elbe-Hochwasser: Keine Gefahr für Hamburg

Leicht erhöhte Wasserstände im Hafen erwartet. Der Hochwasserscheitel der Elbe wird Hamburg nach aktuellen Berechnungen am Anfang der kommenden Woche erreichen. Nach derzeitigem Stand besteht keine Gefahr für die Stadt. 

Hamburg von oben

Elbe-Hochwasser: Keine Gefahr für Hamburg

Die möglichen Auswirkungen des Elbe-Hochwassers für Hamburg wurden in der Behörde für Inneres und Sport von einer Expertengruppe bestehend aus Vertretern der Hamburg Port Authority, der Bezirksämter Bergedorf und Harburg, der Feuerwehr und der Polizei sowie des Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer umfassend erörtert und analysiert.

Danach wird das Hochwasser in den Bereichen der HafenCity, der Speicherstadt oder des Hafens nur zu leicht erhöhtem Hoch- und Niedrigwasser um etwa 40 cm führen.

Für den Bereich der Tideelbe zwischen der Staustufe Geesthacht und der Bunthausspitze (Teilung in Norder- und Süderelbe) rechnen die Experten ab Montag mit erhöhten Wasserständen bis zu 6,40 m über Normal Null. Die Vordeichgebiete werden in diesem Bereich überflutet. Der Aufenthalt sollte vorsorglich unterbleiben, auftreibende Gegenstände oder Gefahrstoffe sollten entfernt oder gesichert werden. Diese Bitte richtet sich insbesondere an die Bewohner der Wochenendhaussiedlung Overwerder und die Anlieger im Hafen Oortkaaten. 

Die Einstellung der Schifffahrt oberhalb der Elbbrücken ist bereits ab dem Wochenende zu erwarten, dies wird auch für die Fähre Hoopte-Zollenspieker gelten. Gründe hierfür sind die deutlich höhere Fließgeschwindigkeit der Elbe und das vom Strom mitgeführte Treibgut. Baden oder andere Wassersportaktivitäten sollten oberhalb der Elbbrücken unbedingt unterbleiben.

Die Hochwasserschutzanlagen im Bereich der Elbe sind in einem guten Zustand. Die Anlagen schützen das Stadtgebiet vor Sturmfluten mit deutlich höheren Wasserständen. So sind beispielsweise die Deiche zwischen Geesthacht und Zollenspieker für Sturmfluten mit einem Wasserstand von 7,70 m bis 7,80 m über Normal Null ausgelegt. Somit stellen die zu erwartenden Wasserstände keine außergewöhnliche Belastung für diese Anlagen dar. Vorsorglich wurde entschieden, die Deichabschnitte zwischen Geesthacht und Zollenspieker ab Montag regelmäßig zu überwachen, um frühzeitig z.B. durch Treibgut verursachte Schäden  erkennen und beheben zu können.

Die Auswirkungen der Flut auf Hamburg sind geringer, weil die Elbe im Tidebereich deutlich breiter und tiefer als oberhalb des Wehrs Geesthacht ist und deshalb sehr viel mehr Abflussraum als im eigentlichen Elbtal bietet.

Hochwasserschutz in Hamburg

Hamburg ist besonders durch Sturmfluten aus der Nordsee im Winterhalbjahr bedroht. Das gleichzeitige Auftreten einer Sturmflut und eines Hochwassers oberhalb von Geesthacht - beides wird bei der Höhenermittlung der Hochwasserschutzanlagen berücksichtigt. Hamburg wird durch eine 103 km lange Hauptdeichlinie geschützt. Darin befinden sich insgesamt 79 Kreuzungsbauwerke (Schleusen, Sperrwerke, Deichsiele, Schöpfwerke und Tore). Die Höhe der Hochwasserschutzanlagen beträgt zwischen NN + 7,50 m und NN + 9,25 m. Die geschützte Fläche umfasst 45 % des Stadtgebietes. Rund 325.000 Einwohner werden vor Hochwasser geschützt. Die geschützten Werte können mit mehr als 10 Mrd. Euro beziffert werden.

Hamburg investiert seit 1993 kontinuierlich in  den Ausbau des Hochwasserschutzes. So wurden in den letzten fünf Jahren mehr als 31 Mio. Euro pro Jahr ausgegeben. Die Gesamtbaukosten werden bis 2015 rund 750 Mio. Euro betragen. Im Oktober 2012 haben Senat und Bürgerschaft beschlossen, die bisherigen Bemessungswasserstände beispielsweise am Pegel St. Pauli von NN + 7,30 m um 80 cm auf NN + 8,10 m zu erhöhen. Die Kosten für die weitere Verstärkung des Hochwasserschutzes ab 2016 werden auf rund 550 Mio. Euro geschätzt. Hochwasserschutz ist eine Daueraufgabe in Hamburg.

Laufend aktuelle Informationen zur Hochwasser-Lage erteilt auch der telefonische Hamburg-Service unter der Rufnummer 115.

Kontakt

Volker Dumann

Pressesprecher Umwelt

Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
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