Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Fritz-Schumacher-Preis Senat vergibt Fritz-Schumacher-Preis an Prof. Thomas Sieverts

Gewürdigt werden vor allem die Forschungen des gebürtigen Hamburgers zur sogenannten „Zwischenstadt“

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Senat vergibt Fritz-Schumacher-Preis an Prof. Thomas Sieverts

Die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau, hat heute gemeinsam mit dem Hamburger Oberbaudirektor Jörn Walter dem Architekten und Stadtplaner Prof. Thomas Sieverts den Fritz-Schumacher-Preis des Hamburger Senats überreicht. Der Preis wird seit 2007 alle drei Jahre vom Senat der Freien und Hansestadt Hamburg an Architekten und Stadtplaner vergeben und erinnert an die überragende Bedeutung Fritz Schumachers für Baukultur und Stadtentwicklung.

Prof. Thomas Sieverts wird mit der Auszeichnung für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet des Städtebaus gewürdigt. Der gebürtige Hamburger (geb. 8. Juni 1934) studierte Architektur in Stuttgart, Liverpool und Berlin. Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums im Jahr 1962 war Sieverts für zwei Jahre als Mitarbeiter an der Technischen Universität Berlin tätig. Ab 1967 lehrte Sieverts Architektur und Städtebau an der Hochschule für Bildende Künste Berlin, an der Harvard University und der Technischen Hochschule Darmstedt. 1995 arbeitete Sievert als Forschungsgelehrter am Wissenschaftskolleg Berlin und prägte dort den Begriff „Zwischenstadt“. Sieverts prägte in den 90er Jahren die Internationale Bauausstellung Emscher Park mit. Er ist der Vater des Bochumer Westparks und des Umbaus der Gelsenkirchener Zeche Nordstern zu einem Büroareal in einer der abwechslungsreichsten Parklandschaften des Ruhrgebiets.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Werner Durth den Preisträger mit folgenden Worten: „Mit wacher Beobachtung und scharfem Verstand ist Thomas Sieverts seit Jahrzehnten der Seismograph unserer Profession, mit Spürsinn für „Kommende Dinge“, stets mit Blick auf die Lebenschancen künftiger Generationen.“

Sieverts entwickelte das Konzept der „Zwischenstadt“. Der Begriff beschreibt eine Siedlungsstruktur, die weder der Stadt noch dem ländlichen Raum zugeordnet werden kann. Die Zwischenstadt besitzt mehr Eigenständigkeit als der Vorort und kann sich von der Kernstadt unabhängig machen. Sie besitzt meist keinen historischen Siedlungskern und ist in kurzer Zeit entstanden. Auch die Ausrichtung und Entwicklung der Zwischenstadt erfolgt relativ ziel- und planlos. Welche Auswirkungen „Zwischenstädte“ für Architektur und Städtebau haben, hat Sieverts untersucht.

Daneben wurden Julia Franzke und Jasmin Albrecht mit Nachwuchspreisen ausgezeichnet und erhalten für ihre beispielhaften, fachübergreifenden Leistungen Reisestipendien.

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