Stadtplanung Perspektiven für den Stadteingang Elbbrücken

Diskussion über Entwürfe für den südlichen Stadteingang Hamburgs eröffnet

Anfang 2019 hat die Freie und Hansestadt Hamburg ein Städtebauliches Testplanungsverfahren auf den Weg gebracht. Drei renommierte Planungsteams haben ihre Ideen und Visionen für den südlichen Stadteingang Hamburgs entwickelt. Im weiteren Verlauf des Städtebaulichen Testplanungsverfahrens können Elemente der drei verschiedenen Entwürfe flexibel miteinander kombiniert und in einem Leitkonzept für die nachfolgenden Planungen zusammengeführt werden. Der an das Verfahren anknüpfende Beteiligungsprozess wird für die Leitplanung berücksichtigt.

Perspektiven für den Stadteingang Elbbrücken

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Die Elbbrücken und die Billhorner Brückenstraße bilden den südlichen Eingang zur Hamburger Innenstadt. Sie stellen die Verbindung zur Veddel, nach Rothenburgsort und zur HafenCity her. Dieser Stadtraum wird heute meist als ‚Transitraum‘ wahrgenommen, der mit den Elbbrücken und den großen Blickbeziehungen auf Elbe und Innenstadt den Stadteingang prägt. Diese Qualitäten wollen wir stärken. Mit den neuen Nutzungen und Freiräumen am Wasser wollen wir dem Raum ein neues Gesicht geben. Mit dem Testplanungsverfahren zum Stadteingang Elbbrücken haben wir erstmals eine umfassende Perspektive für diesen Bereich entwickelt. Hier sehen wir große Potenziale.“

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen: „Die jetzt vorgestellten Ergebnisse zeigen eindrücklich, wie wichtig es ist, in einem größeren Zusammenhang und Maßstab über den Stadtraum zwischen der Veddel und der City Süd nachzudenken. Der ungeordnete Raum aus Versatzstücken der letzten 100 Jahre kann sich nun schrittweise zu einem großstädtischen Eingangsraum in die innere Stadt weiterentwickeln. Die drei vorliegenden Vorschläge bieten dafür mehr als nur interessante Ansätze.“

Prof. Jürgen Bruns-Berentelg, Vorsitzender der Billebogen Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG: „Mit dem Testplanungsverfahren für den Stadteingang Elbbrücken und dem Wettbewerblichen Dialog für den neuen Stadtteil Grasbrook entsteht erstmals eine Gesamtperspektive auf den Stadt- und Landschaftsraum von der Norderelbe bis zum Billebecken. In der Offenheit und Anschlussfähigkeit der Entwürfe aus dem Testplanungsverfahren liegt - neben der inspirierenden Qualität einzelner Ideen - die herausragende Qualität dieses Verfahrens. Der Billebogen als Kernareal des Planungsgebiets für den Stadteingang Elbbrücken wird von den Entwürfen und der Diskussion erheblich profitieren.“

Prof. Kees Christiaanse, Vorsitzender des Beurteilungsgremiums: „Ein Testplanungsverfahren bietet den Teams größere Freiheiten als übliche Wettbewerbe, ihre Ideen zu entwickeln und zu überprüfen, welche Auswirkungen sie auf die Umgebung und die Stadt als Ganzes haben. Das führt sehr oft zu neuen Einsichten, die  in das weitere Verfahren aber noch mit einfließen können. Davon profitiert die Freie und Hansestadt Hamburg, wenn am Ende die für alle beste Lösung für eine qualitative Erweiterung der Stadt an dieser wichtigen Stelle gefunden ist.“ 

Die Entwürfe aus dem Städtebaulichen Testplanungsverfahren werden im Herbst in bezirklichen und parlamentarischen Gremien, in Fachkreisen sowie in der lokalen und stadtweiten Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Als zentrale Veranstaltung findet am 16. November eine Stadtwerkstatt  mit anschließender Ausstellung sowie Online-Beteiligung und weiteren Diskussionsformaten statt. Aufbauend auf den Entwürfen, den Beteiligungsprozess, der Diskussion in den Gremien wird bis Mitte 2020 ein Leitkonzept als Orientierungsrahmen für die nachfolgenden Planungen erarbeitet.

Das Testplanungsverfahren wird von der Billebogen Entwicklungsgesellschaft (BBEG), einer hundertprozentigen Tochter der HafenCity Hamburg GmbH, in Kooperation mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) und dem Bezirksamt Hamburg-Mitte verantwortet. Ende Januar 2019 wurden zunächst sechs Planungsteams eingeladen. Neben dem Kernareal im Billebogen umfasst das Planungsgebiet zudem die nördliche Veddel, das Gebiet am Haken in Rothenburgsort  sowie Bereiche der südlichen Amsinckstraße an der Grenze zu Hammerbrook. Zu den konkreten Aufgabenstellungen gehörten unter anderem eine Neukonzeption des Bereichs rund um die denkmalgeschützten Hallen am Veddeler Marktplatz, der Umbau des für den heutigen Verkehrsbedarf überdimensionierten Autobahnkleeblatts zwischen der Billhorner Brückenstraße und dem Billhorner Röhrendamm sowie die Platzierung des Elbdomes als multifunktionale Veranstaltungshalle. Zudem war ein schlüssiges Leitbild für den Landschaftsraum gefragt, um die „grünen und blauen“ Freiräume entlang Bille und Elbe besser erlebbar zu machen.

Ein breit zusammengesetztes Beurteilungsgremium unter dem Vorsitz des niederländischen Architekten Prof. Kees Christiaanse begleitete den Prozess und bewertete die Arbeiten. Am 24. September stellten die nach der zweiten Runde verbliebenen drei Planungsteams von COBE mit COBE Landschaft (Kopenhagen), E2A mit Hager Partner AG Landschaftsarchitekten (Zürich) und gmp international mit WES GmbH LandschaftsArchitektur (Hamburg) ihre finalen Entwürfe vor.

Gmp und WES Landschaftsarchitekten fügen das heute stark fragmentierte Umfeld rund um die Elbbrücken in das Grüne Netz Hamburgs ein und formulieren die Billhorner Brückenstraße als räumlich gefasste Magistrale. Der Billhafen - mit dem Elbdome in zweiter Reihe - verbindet als Freizeit- und Kommunikationsort einen neu zu schaffenden urbanen Sportpark entlang der Bille mit den bereits bestehenden Erholungsräumen auf Entenwerder. Auf der Südseite der Elbe platziert das Planungsteam angrenzend an einen „Superblock“ einen weiteren Grünraum am Wasser – den „Veddeler Balkon“.

E2A mit Hager Landschaftsarchitekten verfolgen die Idee eines großzügig angelegten, zentralen Brückenparks, der sich zwischen Hammerbrook, Rothenburgsort und HafenCity erstreckt. Als prägender Charakterbau ist der Elbdome im westlichen Bereich des heutigen Autobahnkleeblatts integriert.

COBE entwickelt entlang dem Entenwerder Elbpark und zwei neu zu schaffenden Grünräumen – dem Bille Brückenpark und dem Veddeler Deichpark - neue urbane Nachbarschaften. Am Billhafen setzt das dänische Büro in direkter Nachbarschaft zum Elbtower einen besonderen Akzent mit dem Elbdome. 


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