Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

"Eine Stadt für Alle" Fachkonferenz erörtert Strategien für bezahlbares Wohnen

200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konferierten zum Thema „Wohnen in Hamburg im Jahr 2030“.

Fachkonferenz "Wohnen in Hamburg 2030" der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen

Auf der zweiten Fachkonferenz „Wohnen in Hamburg im Jahr 2030“ diskutierten auf Einladung der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen am 3. April 2017 rund 200 Stadtplaner, Architekten, Vertreter der Wohnungswirtschaft, der Kammern und Verbände sowie Fachleute aus der Verwaltung unterschiedliche Strategien für bezahlbares Wohnen in Hamburg.

In vier Panels referierten und diskutierten die Expertinnen und Experten, wie das oberste Ziel der Hamburger Stadtentwicklung, „Eine Stadt für Alle“ zu ermöglichen, auch zukünftig erreicht werden kann. Thematisiert wurden unter anderem die Grundstückspolitik für bezahlbares Wohnen, Ansätze zur Minderung von Baukosten, Quartiersstabilisierungen und Kooperationsverträge mit Genossenschaften sowie alternative Modelle für bezahlbares Wohnen.

Mit der vom Senat verfolgten Doppelstrategie „Mehr Stadt in der Stadt“ – Hamburgs Innenverdichtung – und „Mehr Stadt an neuen Orten“ – die Erschließung neuer Siedlungsgebiete an Hamburgs Rändern – sind bereits wichtige Rahmenbedingungen für das Erreichen dieses Leitbilds geschaffen worden.

Zusätzlich wurde 2016 mit der Wohnungswirtschaft und den Bezirken mit dem „Bündnis für das Wohnen in Hamburg“ das Ziel vereinbart, jährlich mindestens 10.000 Wohneinheiten zu genehmigen, davon 3.000 öffentlich geförderte. Bereits im Jahr 2016 wurden die Zielzahlen mit 12.471 genehmigten Wohneinheiten, davon 3.307 öffentlich geförderte, übertroffen.

Ein weiteres Ziel des Senats ist es, neben der öffentlichen Wohnraumförderung dauerhaft bezahlbaren Wohnraum auch für Haushalte zu schaffen, die mit ihren durchschnittlichen Erwerbseinkommen oberhalb der Einkommensgrenzen des geförderten Wohnungsbaus liegen und die sich gleichzeitig Marktmieten von 11 bis 14 € pro m² Wohnfläche nicht leisten können. „Schätzungen zufolge wird nur ein Viertel der Neuvermietungen für 8 Euro oder weniger angeboten. Genau diesen Anteil bezahlbarer Neubauwohnungen aber gilt es zu erhöhen“, betonte Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt in ihrer Rede auf der Fachkonferenz. Neben Wohnungen für die Berechtigten des Ersten Förderwegs – die klassischen Sozialwohnungen – sollen zukünftig verstärkt bezahlbare Wohnungen für jene entstehen, die über durchschnittliche Einkommen verfügen.

Senatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt: „Es gibt nicht den einen Königsweg zum beschriebenen Ziel einer „Stadt für Alle“, sondern viele Einzelstrategien, die allesamt sorgfältig ausgearbeitet und konsequent verfolgt werden müssen. Es herrscht große Einigkeit zwischen der Stadt, den Bezirken, der Wohnungswirtschaft und der Mietervereinigungen über die Wichtigkeit, intensiv nach zusätzlichen Wegen für bezahlbares Wohnen zu suchen. Unser Ziel der Fachkonferenz war es, den Bogen vom großen Maßstab der Stadtentwicklung auf die konkrete Umsetzungsebene zu schlagen. Mit unterschiedlichen Veranstaltungs- und Vermittlungsformaten wie zum Beispiel Expertengesprächen, Fach­konferenzen, Stadt- und Ideenwerkstätten füllen wir unseren kooperativen Ansatz in der Stadtentwicklung mit Leben.“

Siegmund Chychla, Vorstandsvorsitzender des Mietervereins zu Hamburg: „Die Fachkonferenz hat gezeigt, dass es der Stadt erneut gelungen ist, alle Entscheidungsträger des Wohnungsbaus und des Wohnen an einen Tisch zu bringen. Die Beiträge aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben erkennen lassen, dass es nur mit einem gemeinsamen Schulterschluss aller Protagonisten gelingen kann, Strategien für bezahlbares Wohnen zu entwickeln und umzusetzen.“

Dietmar Walberg, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V.: „Die große Resonanz bei der aktuellen Baukostenstudie und die Diskussionsbereitschaft zeigen das hohe Interesse aller Beteiligten in Hamburg an Transparenz und Objektivität in der Analyse der tatsächlichen Baukostensituation im Wohnungsbau. Als erstes Zwischenergebnis der umfangreichen Untersuchung ist festzustellen, dass sich die bisher ausgewerteten Bau- und Bauwerkskosten im Hamburger Wohnungsbau großstadttypisch und somit weitestgehend unauffällig darstellen.“

Dr. Thomas Krebs, Vorstand der SAGA Unternehmensgruppe: „Das Format der Tagung und die Resonanz darauf zeigen, dass eine neue Kooperations- und Vertrauenskultur auf der Grundlage des Bündnisses für das Wohnen für die Investoren, den Senat und die Hamburger Verwaltung Früchte trägt. Aus einem konstruktiven Dialog heraus haben sich wertvolle Hinweise ergeben, wie die im bundesweiten Vergleich hohe Neubauleistung trotz der gestiegenen Baukosten und knapper Bauflächen verstetigt werden kann.“

Zur Fachkonferenz über Hamburgs Wohnungsbau in den kommenden anderthalb Jahrzehnten hatte die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen etwa 200 Fachleute aus Wissenschaft und Stadtplanung, der Immobilien- und Bauwirtschaft, den Kammern, der Wissenschaft und den Verbänden für Fachvorträge und Erfahrungsberichte eingeladen, außerdem Architekten und Planer, politische Vertreter aus den Bezirken und der Bürgerschaft, den öffentlichen Unternehmen und der Bezirks- und Landesverwaltung sowie Referenten aus Berlin, Kiel und Münster.

Hintergrund: Die Behörde im Dialog

Die Behörde für Stadtentwicklung verfolgt einen kooperativen Ansatz in der Stadtentwicklung. Dazu veranstaltet sie regelmäßig Expertengespräche, Fachkonferenzen sowie Stadt- und Ideenwerkstätten in unterschiedlichen Veranstaltungs- und Vermittlungsformaten.

So lud die BSW im November 2016 zur „Stadtwerkstatt Hamburg 2030“ und im Dezember informierte eine Informationsveranstaltung über erste Überlegungen zum künftigen Stadtteil Oberbillwerder, der Anfang März eine zweitägige „Ideenwerkstatt“ unter Beteiligung von Experten und der Öffentlichkeit folgte. Arbeitstagungen beschäftigen sich mit dem Konzept der Typenhäuser und „seriellem Bauen“. Am 3. April folgte die Fachkonferenz zum Schwerpunktthema bezahlbares Wohnen in Hamburg. Im Sommer finden auf Einladung von Senatorin Dr. Stapelfeldt „Baukulturgespräche“ mit ausgewählten Branchenvertreterinnen und -vertretern statt. Im Herbst 2017 soll sich eine Veranstaltung den Baugemeinschaften und ihrer Bedeutung für Hamburg widmen.

Die Fach- und Diskussionsbeiträge der öffentlichen Veranstaltungen werden dokumentiert und anschließend im Internet sowie als Broschüren publiziert.

Rückfragen der Medien
Pressestelle der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen
Constanze von Szombathely
Telefon: (040) 428 40 – 2051
E-Mail: pressestelle@bsw.hamburg.de

 

 

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